Foto: Bedrocan | Flickr

Drei Frauen und ein Slip für die Zeit während der Periode

Binde, Tampons – und dann kam in Sachen monatliche Blutung nicht mehr viel. Außer die Menstruationstasse. Jetzt haben das drei Frauen geändert und ein neues Produkt auf den Markt gebracht.

 

Ein Slip, mehr nicht: Thinx

Was soll man sagen: Die Zeit während der Periode ist nicht schön, die Zeit davor irgendwie auch nicht (PMS!) und hinterher fühlt sich die Pause auch viel zu kurz an, bis das Ganze wieder von vorne losgeht.

So natürlich das ganze Prozedere ist, so froh sind wir doch, wenn wir es so unbemerkt wie möglich über die Bühne bekommen. Dabei helfen Schmerzmittel, Tampons, Binden oder aber – für die Experimentierfreudigen – die Menstruationstasse.

Aber das ist auch schon die spannendste Neuerung der letzten Jahrzehnte. Und das, obwohl dieses Thema ja rund die Hälfte der Menschheit einmal im Monat betrifft. Nun haben sich drei New Yorkerinnen Gedanken darüber gemacht, was denn noch möglich wäre.

Was ist Thinx?

So haben sich die Zwillingsschwestern Radha and Miki Agrawal und ihre Freundin Antonia Dunbar hingesetzt, gebrainstormt und sind langam in die Umsetzung gegangen. Nach drei Jahren des Entwickelns, Recherchierens und Ausprobierens ist ein Slip herausgekommen, der Tampons und Binden überflüssig macht. Genannt: Thinx.

Huh? Jap. Die von ihnen entwickelte Technologie besteht im Wesentlichen aus vier Schichten, die das Blut ganz einfach aufsaugen – und auch nicht mehr nach außen lassen. Bis zu sechs Teelöffel Flüssigkeit können die Schichten aufnehmen, ohne das Trockengefühl zu gefährden, wie die Macherinnen versprechen. Dabei sehen die Slips noch nicht einmal wie die typische „Oma-Unterhose“ aus, sondern kommen in drei verschiedenen, wirklich schönen Modellen daher.

Foto: Thinx

Wo liegt hier der Mehrwert?

Was erst einmal gewöhnungsbedürftig klingt, kann jede Menge Müll, Kosten und auch Stress sparen. Denn keine Tampons im Haus, dieses Problem gibt’s dann nicht mehr. Zudem können die Slips nach Verwendung ganz einfach gewaschen und so mehrmals verwendet werden. Und auch ganz grundsätzlich ist es großartig, dass sich nach der Erfindung des Tampons 1931 mal wieder jemand an eine Innovation in diesem Themenfeld herangewagt hat.

Genau das finden auch einige Investoren, denn die drei Frauen haben für ihre Idee Ende des vergangenen Jahres eine Millionenfinanzierung erhalten. Miki wusste sicher, wen sie dafür ansprechen soll, schließlich war die 36-jährige Mitgründerin schon einmal auf der Forbes-Liste der „Top 20 Millienials On a Mission“ und hat bereits erfolgreich ein Restaurant mit glutenfreier und aus lokalen Produkten gefertigter Pizza in New York eröffnet.

Zudem wird mit jedem verkauften Slip das in Uganda beheimatete Projekt Afripads unterstützt, das Frauen in der Herstellung und dem Verkauf von wiederverwendbaren Binden trainiert. Ein wichtiges Projekt, da laut des United Nations Report in Entwicklungsländern gerade einmal 43 Prozent der Mädchen die weiterführende Schule besuchen. Und das auch oftmals wegen einer problematischen Versorgung mit Hygieneprodukten und mangelnder Aufklärung zum Thema.

Klingt durch und durch unterstützbar. Und vor allem nach einer ziemlich guten Idee. Finden auch viele Menschen, die menstruieren, denn die Slips sind derzeit komplett ausverkauft.

Mehr Infos zu Thinx, den Gründerinnen und ihrer Motivation gibt es hier

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