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Christoph Bornschein: „Steht mit Vehemenz für das ein, was euch wichtig ist“

Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, sind wir auf mehr Diversität in der Arbeitswelt angewiesen – da ist sich TLGG-Mitgründer Christoph Bornschein sicher. Doch was muss sich noch ändern, um etwas zu bewegen? Das erzählt er uns nicht nur im Interview, sondern wird sein Wissen auch als Coach unserer „FEMALE FUTURE FORCE Academy“ mit euch teilen.

 

„It’s all working out, kid“

Christoph Bornschein ist Mitgründer der Agentur für digitale Transformation „Torben, Lucie und die gelbe Gefahr“ mit Sitz in Berlin und New York, kurz: TLGG. Gegründet im Jahr 2008, ging es für die Agentur schnell steil bergauf, es folgten Kunden wie Astra, Lufthansa oder Spotify und Umsatz sowie die Mitarbeiterzahl stiegen rapide, bis sich die Gründer dann im Jahr 2015 für den Verkauf der Agentur entschieden haben – die Geschäftsführung übernimmt das Gründer-Trio, bestehend aus Christoph Bornschein, Fränzi Kühne und Boontham Temaismithi, weiterhin. 

Was die Drei so erfolgreich macht? Immer den Mut zu haben, neu zu denken und auch mal die Perspektive zu wechseln, verrät uns Christoph im Interview – und auch, warum vermeintliche Brüche im Lebenslauf genau das Richtige sein können. Auch Christoph wird als Coach Teil unserer „FEMALE FUTURE FORCE Academy“ sein.

Wann hast du zuletzt einen anderen Menschen dazu bewegt, mutig zu sein?

„Im Grunde versuche ich das als ‚Digitalisierungseinflüsterer’ – so nannte man mich mal im Handelsblatt – jeden Tag: Leute dazu zu bewegen, das Richtige zu tun, auch wenn es schwer fällt oder mit dem, was bis eben gerade noch das Richtige war, extrem bricht. Das hat oft etwas mit Mut zu tun, immer etwas mit Vertrauen, gelegentlich ist es auch nur eine Frage der Perspektive.“

Welche Erkenntnis hat dich im Leben entscheidend weitergebracht?

„Dass es nicht reicht, hinterher Recht gehabt zu haben. Dass Überzeugungsarbeit wichtig ist und das, was du für richtig hältst, mit viel Geduld und Vehemenz immer wieder vorgebracht werden muss.“

Hast du dich schon einmal komplett neu erfunden?

„Ich hatte kürzlich einen zart ironischen Dutt, der dann ein aufrichtiger Dutt wurde. Davon abgesehen gab es eigentlich keinen echten biografischen Bruch. Selbst von außen überraschend wirkende Dinge wie mein Studienabbruch oder die Gründung und der Verkauf von TLGG waren stets logische Folgen des Vorhergegangenen.“

Was ist deine Super-Power?

„Die wurde netterweise schon von jemand anderem identifiziert.“

Ziemlich oft Ähm sagen kann auch eine Superpower sein. Quelle: Twitter.

Warum gehen die Themen Weiblichkeit und Zukunft für dich Hand in Hand?

„Weil wir hier die Frage der Diversität berühren, ohne die es angesichts der Herausforderungen und einer allgemeinen Ideenlosigkeit nicht geht. Nur dort, wo Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Erfahrungen Ideen und Pläne entwickeln, kann etwas wirklich Neues entstehen.“

Was ist entscheidend dafür, dass Netzwerke gut funktionieren und etwas bewegen können?

Netzwerke funktionieren und bewegen dann, wenn sie vielfältig aufgestellt sind. Das ist allein noch kein Garant für Bewegung, aber eine wichtige Voraussetzung.“

Was müssen wir jetzt bewegen, damit die Zukunft sich für alle in eine positive Richtung wendet?

„So groß der Fokus, so allgemein die Antwort: Verstehen, dass die technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre in Ausmaß und Geschwindigkeit nur ein Vorgeschmack waren. Und entsprechend aufhören, nur Lösungen für den aktuellen Status Quo zu entwickeln – in praktisch allen Bereichen.“

Welcher Mann und welche Frau haben dich in deinem Leben besonders inspiriert und wieso?

„Die Frage ist für den, der anfangs als der ‚Torben’ bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr auftrat, natürlich recht leicht zu beantworten: Ohne meine Mitgründer Fränzi und Boontham gäbe es kein TLGG und damit auch mich in dieser Form und diesem Interview nicht.“

Welchen Rat würdest du heute deinem jüngeren Ich geben?

„Was man, wenn man mit einem bislang halbwegs erfolgreichen Weg gesegnet ist, halt immer sagt. Und was Frank Ocean sagt: It’s all working out, kid.“

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