Foto: CNBC

Wie die 17-jährige Olivia die Ebola-Krankheit bekämpfen will

Was ist eure Idee für eine bessere Zukunft? So lautete die Frage des fünften Google-Wissenschaftswettbewerbs für Jugendliche. Tausende reichten ihre Bewerbungen ein, darunter auch: Die 17-jährige Olivia Hallisey, die eine Idee hat, um das Ebolafieber in den Griff zu bekommen.

 

„Ihr seid dran, die Welt zu verändern“

Am 22.September 2015 ging die ‚Google Science Fair‘, ein weltweiter Technologie-und Wissenschaftswettbewerb, in die fünfte Runde. Vorab reichten online tausende Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren ihre Ideen für eine bessere Zukunft ein. Insgesamt 22 Finalisten und Finalistinnen wurden schließlich in die Google Firmenzentrale in Mountain View, Kalifornien, eingeladen. 

Den Gewinnern winkten beispielsweise ein Fahrt auf die Galapagos-Inseln mit dem Team von National Geographic oder ein Trip zum Hauptsitz von LEGO in Billund, Dänemark. Der Hauptgewinn: Ein Stipendium in Höhe von 50.000 Dollar. 

17-jährige Schülerin überzeugt 

Das Rennen machte die 17-jährige Olivia Hallisey, Schülerin der Greenwich Highschool in Connecticut. Sie überzeugte die Jury mit einem Ebola-Schnelltest, der „Ebola-Assay-Card“ (EAC). Was für Außenstehende „nur“ nach einer Postkarte mit vier weißen Streifen ausschaut, kann innerhalb von 30 Minuten Infektionskrankheiten erkennen – noch vor Ausbruch der Symptome. 

Die bisherigen Verfahren, beispielsweise der ELISA-Test, erforderten Kühlung und damit Elektrizität, was vor allem in Ländern mit geringer Infrastruktur zu viel Zeit kostete. Das fand auch Hallisey und entwickelte einen temperaturunabhängigen Test. Für ihn verwendete sie, statt einer Mischung aus Wasser und Proteinen, ein Seiden-Fibroin, um die Proteine zu stabilisieren und anschließend die Reagenzien herzustellen, die die Krankheit nachweisen. Sie stellte fest: Es funktioniert mindestens genauso gut – und das ganz ohne
Kühlung.

Olivia Hallisey live in den Nachrichten.                                                   Quelle: CNBC

Die Idee zum Test sei im Rahmen ihres Wissenschaftskurses Ende vergangenen Jahres entstanden, erzählt die Schülerin in den CNBC-Nachrichten. Da sie nicht genau gewusst habe, wo sie anfangen sollte, durchforstete sie jegliche Nachrichtenmeldungen und realisierte schnell: 

„Ich wollte eine einfache, verlässliche Lösung zu einem komplexen Problem wie Infektionskrankheiten entwickeln. Dafür suchte ich nach Wegen, um die wahnsinnig schnelle Verbreitung der tödlichen Krankheit begrenzen können.“

Ihre Idee von einer besseren Zukunft hat sich – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgezahlt: Eine 17-Jährige mit 50.000 Dollar auf dem Konto. Ganz schön ungewöhnlich. Umso gewöhnlicher ist ihr Plan für die Zukunft: Nach ihrem Schulabschluss möchte Hallisey ein College besuchen, Ärztin werden und am liebsten der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ beitreten. 

Was interessiert mich wirklich?

Sie möchte andere Mädchen dazu ermutigen, sich einfach auszuprobieren. Sie sollten bitte nicht das Gefühl haben, sich automatisch von der Mathematik oder Wissenschaft angezogen fühlen zu müssen, sondern einfach ihren ehrlichen Interessen nachgehen sollten. Erst, wenn sie diese gefunden haben, könnten sie darüber nachdenken, wie man etwas verbessern oder anders gestalten kann.

Ein schöner Beweis dafür, dass das Bild eines Wissenschaftlers mit Hemd, Brille und Kraushaar nun wirklich veraltet ist. Für 2016 ist bereits die nächste „Google Science Fair“ geplant. Wir sind gespannt auf weitere Ideen der Generation von Morgen! 

„Was möchtest du ausprobieren?“ Der Trailer 2015.

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