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Unvermeidlich! Warum jetzt sogar der Siemens-Chef ein Grundeinkommen fordert

Die Debatte über bedingungloses Grundeinkommen geht weiter. Nun hat sich auch Siemens-Chef Joe Kaeser überraschend dafür ausgesprochen.

 

Joe Kaeser warnt vor den sozialen Spannungen der Digitalisierung

Die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen geht weiter und war gerade in diesem Jahr aktueller denn je. Denn während sich in der Schweiz in einer Volksabstimmung rund 80 Prozent gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen ausgesprochen haben, starten in Kürze Experimente in Norwegen und Kanada. Und während anfangs die Skepsis noch groß und die Gegner viele waren, so ändern inzwischen sogar mehr und mehr Konzernchefs und Wirtschaftslenker ihre Ansichten. So jüngst auch Siemens-Chef Joe Kaeser.

„Eine Art Grundeinkommen wird völlig unvermeidlich sein (…) Absehbar (bleiben) einige (Menschen) auf der Strecke, weil sie mit der Geschwindigkeit der Welt einfach nicht mehr mitkommen.“

Am Sonntag warnte der Siemens-Chef auf dem Wirtschaftsspiegel der Süddeutschen Zeitung , dass einige Menschen nicht mehr mit der Geschwindigkeit der Welt mitkommen würden, man aber nicht auf sie warten könne. Sonst, so Kaeser, würden Deutschland und Europa den internationalen Wettstreit verlieren. Daher müsse die Gesellschaft dafür sorgen, dass alle Menschen gut versorgt sind. Das mache eine Art Grundeinkommen völlig unvermeidlich.

Ein solches Grundeinkommen könnte beispielsweise bedeuten, dass jeder Bürger unabhängig von seiner Erwerbstätigkeit monatlich einen gewissen Betrag vom Staat überwiesen bekommt. In der Diskussion tauchen am häufigsten Beträge von 800 bis 1000 Euro auf. 

Traditionelle Arbeitsplätze werden verschwinden

Noch ist Kaeser einer von wenigen Konzernchefs, die sich für ein solches Grundeinkommen aussprechen. Zwar wird momentan die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf Arbeitsplätze stark diskutiert, der Gedanke, dass diese Jobs nicht durch andere ersetzt werden und alternative Einkommen geschaffen werden müssen, tauchte in der Wirtschaft jedoch bislang nicht auf. Vor allem in Fertigungsberufen besteht die Gefahr, dass reguläre Arbeitsplätze von Computern und Maschinen ersetztwe rden. Arbeitnehmer in sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen müssen die Automatisierung am wenigsten fürchten.

Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit prognostizierte, dass bis zum Jahr 2025 1,5 Millionen traditionelle Arbeitsplätze in Deutschland von Robotern und Maschinen übernommen werdenkönnten und eine ähnliche Zahl von anspruchsvollen Computerbedienjobs geschaffen würden – also vor allem Arbeit für Hochqualifizierte.

Wie diese Diskussion weitergeht? Wir bleiben gespannt, denn während 64 Prozent der EU-Bürger sich bei einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Dalia Research für ein solches Grundeinkommen ausgesprochen haben und in Finnland das derweil größte Experiment dazu startet, gibt es gerade in Deutschland noch sehr viele Kritiker und Gegner. Mit der CDU-Kanzlerin Merkel bekommt Deutschland sicherlich so schnell kein bedingungsloses Grundeinkommen.


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