Foto: Tess Holliday | Instagram

Instagram blockt das Hashtag #curvy

In der Instagram-Suche findet sich das Hashtag #curvy nicht mehr. Was ist da los?

 

Curvy? Tagged doch lieber Vaginas!

Social Media-Kanäle und Body Positiv, das ist ja so eine Sache. Denn: Natürlich herrscht hier kein eitel Sonnenschein, in dem sich ausschließlich Menschen zusammenfinden, die dafür plädieren, Körper so annzuehmen, wie sie eben sind. In erster Linie sind sie ein Ort der Häme, des Zynismus und ja, auch des Hasses. Gut, geschenkt. Wir wissen darüber – und tun unseres, um das zu ändern.

Was allerdings neu ist, sind subtile Maßregelungen, wie jene, die Instagram nun umsetzte: Hier ist das Hashtag #curvy aus der Suche verschwunden, wie Mashable feststellte.

#Curvy verletzt die Richtlinien

Wie bitte? Ja, wählt man das Hashtag, bekommt man Gegenvorschläge: Also #curvywomen, #curvyfashion oder #curvygirl. Nun gut, vielleicht soll durch diese Spezifizierung einfach die Suche verbessert werden, oder? Das könnte man meinen. Doch Instagram hat eine andere Antwort auf diese Änderung. In einer Mail an das Magazin ließ ein Sprecher folgendes verlauten:  „Ich kann bestätigen, dass wir das Hashtag #curvy geblockt haben. Es wurde dazu missbraucht Inhalte zu teilen, die unsere Richtlinien bezüglich Nacktheit verletzen. Aber das Blockieren des Hashtags hat nichts mit dem Begriff ‚curvy’ an sich zu tun.“

Aha. Wie nun aber #curvymodels oder #curvygirls dazu beitragen, weniger Nackte zu zeigen, wird nicht ganz klar. Und noch weniger erklärt sich, warum Vagina, Nutte oder Dildo weiterhin fröhlich getaggt werden können. Aber wahrscheinlich denkt hier nur ein Schelm an möglicherweise schlüpfriges Bildgut.

Nahe liegt hier der Verdacht, den die Autorin hegt: Dass die mit #curvy getaggten Inhalte schlichtweg häufiger gemeldet worden sind. Denn, dass viele ein am gängigen Schönheitsbild vorbeischrammendes Aussehen als störend empfinden ist nun nichts, was wir erst seit gestern wissen. Leider nicht.

Einmal mehr wird die künstliche Instagram-Welt zum reinen Zerrbild einer Realität, in der sich jedoch ziemlich viele Frauen und Männer zuhause fühlen – und zwar dicke wie dünne. Und genau deshalb ist diese Neuerung schlichtweg unbegreiflich.

Schwache Nummer, Instagram!

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