Foto: Mikaela Laurén – Instagram

Gleichberechtigung im Boxring – Mikaela Laurén besteht auf Nummern-Boys

Halbnackte Frauen, wenn Spitzensportlerinnen gegeneinander antreten? Die schwedische Boxweltmeisterin Mikaela Laurén hat genug davon und ziemlich gute Aussichten darauf, dass sich etwas ändert.

 

Respekt gegenüber Sportlerinnen

Sie will den Titel und sie will Gleichberechtigung: Die Box-Weltmeisterin Mikaela Laurén, die am Samstag bei der „Nordic Fight Night“ in Stockholm antreten soll, hat darauf bestanden, dass ein Nummern-Boy während ihres Kampfes die Runden ankündigen soll. Mikaela, die auch als „Nordic Queen“ bekannt ist, habe ihrem Promoter gesagt, dass sie nicht kämpfen werde, wenn bei ihrem Kampf ein Nummern-Girl zugegen sei, so heißt es in einer Meldung beim Sauerland-Team, bei dem Mikaela unter Vertrag ist. Sie sagt: „Warum sollte eine halbnackte Frau im Ring sein, wenn zwei Top-Athletinnen gegeneinander antreten? Ich finde das sexistisch. Frauen sollten nicht als Sexobjekte gesehen werden.“

Die Schwedin findet, es sei nur fair, wenn bei ihrem Kampf also ein Nummern-Boy zum Einsatz käme – für sie und für die Frauen im Publikum. Ihr Promoter Nisse Sauerland hat sich nun auf die Suche gemacht, da er ihren Wunsch respektiere, auch wenn, so räumte er ein, von diesem Wunsch bislang nichts geahnt habe.

Einen Nummern-Boy zu finden, sollte aus unserer Sicht kein Problem sein. So viele Männer verdienen ihr Geld als Model, dass in Zukunft problemlos bei allen Kämpfen von Boxerinnen die Nummern-Girls durch entsprechende Männer abgelöst werden könnten – nicht aus dem Grund, weil die Sportlerinnen gern einen schönen Mann sehen wollen (bekanntlich stehen nicht alle Frauen auf Männer), sondern um Sportlerinnen den nötigen Respekt zu zollen. Im Boxsport geht es nicht um Frauen, die dem Schönheitsideal entsprechen – es geht um Fitness, Technik, Kraft und Sport auf Weltklasseniveau. Klar, zum Boxsport gehört ein gewisses Showspektakel. Aber auch das lässt sich sicherlich ohne Sexismus organisieren. Denn mal ehrlich: Was ist an einer Frau oder einem Mann, der eine Rundentafel durch den Ring trägt, eigentlich so spannend?

Großartig ist jedenfalls, dass Mikaela nicht nur im Ring kämpft, sondern auch auf der gesellschaftlichen Bühne, um auf den Sexismus aufmerksam zu machen, der uns überall begegnet – auch im Profisport.

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