Foto: Alexandra Reszczynski

Ninia Binias: „Moderieren ist mein absoluter Traumjob“

Ninia Binias ist überall: Auf Slam-Bühnen, im Fernsehen, im Internet. Sie hat uns erzählt, wie eine bessere Arbeitswelt aussehen soll und was sie als 70-jährige machen wird.

 

Ein echtes Multi-Talent

Jeden Morgen, wenn ich Instagram öffne, geht die Sonne auf. Ninia strahlt mir entgegen. Vor ihrem Schlafzimmerspiegel in Hannover nimmt sie von montags bis freitags ein Selfie auf, lacht durch die Kamera in die Gesichter ihrer Follower und startet zu einem ihrer vielen Projekte: Ninia Binias ist als Poetry-Slammerin auf Bühnen in ganz Deutschland unterwegs, bloggt auf „Ninia la Grande“ und dem Gemeinschaftsblog „Les Flâneurs“, ist Buchautorin, arbeitet für ein Sprachlernportal und moderiert Veranstaltungen und hat nun auch eine eigene Fernsehsendung bei RTL: „Ninias Fashion Mag“. Aber das ist noch längst nicht alles. Wir haben mit Ninia über einige ihrer Herzensthemen gesprochen: Die Zukunft der Arbeit, Aktivismus, Mode und Moderation.

Deine berufliche Laufbahn gleicht einem bunten Blumenstrauß 

„Ja – so kann man das wirklich gut beschreiben! Während des Studiums und den begleitenden Praktika wurde mir oft gesagt, ich solle mich irgendwann auf eine Schiene festlegen und nicht so viele unterschiedliche Sachen machen. Ich fand das immer doof – mir hat vieles Spaß gemacht. Inzwischen habe ich die Bestätigung, dass der Rat zumindest für mich nicht richtig war. Ich mache viele unterschiedliche Dinge parallel und kann schwer auf eine der Blumen im Strauß verzichten. Ich brauche sowohl den Büroteil als Online-Communications-Managerin als auch den künstlerischen Part als Autorin, Slammerin und Moderatorin. Würde eines davon fehlen, wäre der Ausgleich nicht optimal. Außerdem kann ich in einem Arbeitsfeld von meinen anderen Tätigkeiten profitieren. Das einzige, wozu ich mich wirklich disziplinieren muss, ist eine sehr gute Organisation, um alle Dinge unter einen Hut oder in einen Terminkalender zu bekommen – das ist dann die Vase, die den Strauß zusammenhält.“

Du bist kleinwüchsig und thematisierst deine Erfahrungen damit oft. Feministin bist du sowieso. Welche Rolle spielt Aktivismus in deinem Werdegang?

„Ich habe mich schon zu Schulzeiten für Gerechtigkeit und respektvolle Behandlung eingesetzt. Diese unbedingte Überzeugung, dass alle Menschen gleichgestellt sein sollten, habe ich wohl von meiner Mama vererbt bekommen. Als ich angefangen habe, Blogs zu lesen und selbst zu bloggen, habe ich Menschen im Netz gefunden, die ähnliche Herausforderungen hatten wie ich. Ich war ziemlich begeistert davon, dass es woanders auch Menschen gibt, die es nicht einfach hinnehmen wollen, dass sie qua Behinderung oder Geschlecht – wie in meinem Fall – oder Hautfarbe, Herkunft, Körper und Sexualität diskriminiert werden. Also habe ich angefangen, selbst meine Meinung ins Netz zu schreiben und so auf Missstände aufmerksam zu machen – weil ich Vorbilder hatte und gehofft habe, dass ich eines Tages für jüngere Leute auch so ein Vorbild sein kann.“

Hat das Bloggen vor allem Türen für dich geöffnet?

„Nein. Ich habe mir  damit auch selbst Steine in den Weg gelegt – bei einem Vorstellungsgespräch wurde mal lang und breit und sehr kritisch auf meine feministischen Blogeinträge Bezug genommen – andererseits möchte ich bei Unternehmen, die meine Überzeugung nicht teilen oder zumindest respektieren, gar nicht arbeiten. Dafür haben sich aber auch viele andere Türen geöffnet. Ich halte Vorträge, werde von Firmen und Verbänden eingeladen, um über bestimmte Themen zu slammen oder darf Meinungsartikel für Blogs und Zeitschriften schreiben – das alles wäre ohne mein aktivistisches Tun nicht möglich gewesen. Darüber freue ich mich und versuche so, immer wieder auf Missstände und Diskriminierung aufmerksam zu machen. Außerdem habe ich durch den (Netz-)Aktivismus so viele fantastische Menschen kennengelernt, die tolle Dinge machen – dafür bin ich sehr dankbar.“

Wärest du heute da, wo du bist, ohne dein Blog und das Internet?

„Nein, definitiv nicht. Wahrscheinlich würde ich auch in der Medienbranche arbeiten – vielleicht in einem Verlag – und mit Sicherheit würde ich auch schreiben und auftreten. Aber die Aufmerksamkeit und Vernetzungsmöglichkeiten, die das Netz bietet, hätte ich dann nicht.“

Du hast bei dem von Microsoft unterstützten Manifest für „neues Arbeiten“ mitgeschrieben. Was bedeutet der Begriff eigentlich?

Für die Autoren des Manifests bedeutete der Begriff eine Loslösung von starren Arbeitsverhältnissen. Dazu gehört, dass man sich als ,Wissensarbeiterin’, wie wir es genannt haben, von festgelegten Arbeitszeiten und -orten verabschieden sollte. Ich beispielsweise kann mit einer vorgegebenen Arbeitszeit von acht Stunden am Tag wenig anfangen. Ich kann das, was ich mache, nicht auf Knopfdruck machen. Manchmal sitze ich am Laptop und schreibe zwölf Stunden durch und dann gibt es wieder Tage, an denen geht gar nichts. Das, was ich mache, kann ich sowohl vom Bett aus, aus dem Zug oder am Schreibtisch machen. Und genau diese Möglichkeiten verlange ich dann auch von Arbeitgeberinnen. Kollegen, die Kinder haben, haben noch ganz andere Herausforderungen – der ganze Tag ist organisiert – hier sehe ich Politik und Unternehmen ganz klar in der Verantwortung ein leichteres und moderneres Arbeitsleben zu schaffen.“

Ist diese neue Arbeit denn zugänglich für alle?

„Selbstverständlich gilt das nur für ganz bestimmte Menschen. Das war auch ein Punkt, über den wir innerhalb der Gruppe und auf Veranstaltungen viel diskutiert haben. Das klingt alles sehr utopisch und schön, aber ist eben auch eine sehr privilegierte Sichtweise.“

Worüber habt ihr außerdem gestritten?

„Wir haben viel darüber diskutiert, inwieweit Arbeit und Freizeit miteinander gemischt werden sollen. In Zeiten, in denen quasi jede und jeder ständig erreichbar ist, gibt es für Kollegen und Chefinnen im Zweifel keine Grenzen mehr, wann man miteinander über berufliche Themen kommuniziert. Aus meiner Sicht ist es durchaus OK, auch spätabends noch über berufliche Projekte zu diskutieren oder Mails zu lesen. Aber eben nur, wenn alle Beteiligten einverstanden sind.“

Wie löst du das für dich selbst?

„Ich brauche definitiv Auszeiten – ich nehme mir beispielsweise den August meistens komplett frei. Da steht bei allen Mailadressen eine Abwesenheitsnotiz, ich habe nur private Termine und reagiere nicht auf Telefonanrufe. Das kündige ich bei Geschäftspartnern aber auch mit entsprechendem Vorlauf an und dann klappt das meist ziemlich gut. Ich bin sehr froh, dass ich mir diese Auszeit leisten kann und bin mir durchaus bewusst, dass das nicht für jeden möglich ist.“

„Durch Netz-Aktivismus habe ich so viele fantastische Menschen kennengelernt, die tolle Dinge machen – dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Ninia. (Foto: Alexandra Reszczynski)

Was können Unternehmen aus deiner Sicht am leichtesten verändern?

„Am leichtesten lassen sich die starren Arbeitszeiten und Abteilungsgrenzen auflösen. Vielleicht beginnt man mit einer Kernarbeitszeit, in denen Mitarbeiterinnen andere auf jeden Fall sprechen oder treffen können. Diese Möglichkeit gibt es ja auch schon in vielen Unternehmen. Wir müssen uns loslösen von dem Gedanken, dass es eine gute Sache ist, wenn man abends möglichst lange im Büro ist und morgens als erstes die Tür aufschließt. Lange am Schreibtisch zu sitzen, bedeutet nicht, dass jemand auch die ganze Zeit produktiv ist. Wenn man um 16 Uhr mit der Aufgabe für den Tag fertig ist, sehe ich keinen Sinn darin, noch bis 18 Uhr herumzusitzen. Wenn sich jemand nachmittags oder abends besser konzentrieren kann, muss es völlig in Ordnung sein, erst mittags an den Arbeitsplatz zu kommen. So könnten auch Eltern ihre Arbeitszeiten flexibler einteilen. Statt in Abteilungen zu arbeiten, finde ich die Arbeit in Projektgruppen wesentlich effektiver. Die Gruppen wechseln von Projekt zu Projekt, so wird es nicht irgendwann eingefahren. Oder auch mal ganz alleine zu arbeiten – wenn ich mich eine Woche zuhause einschließe, können vielleicht bessere Ergebnisse entstehen, als wenn ich einen Monat lang versuche, mit einem Team zurecht zu kommen. Das Netz ermöglicht uns, von überall zu arbeiten. Das sollten wir nutzen, anstatt es zu verteufeln.“

Was ist die dringendste Maßnahme auf dem Weg zur neuen Arbeit?

„Ich bin ein großer Fan des bedingungslosen Grundeinkommens und gespannt, wie der Test in Finnland verlaufen wird, wenn er denn tatsächlich durchgeführt wird. Ich bin davon überzeugt, dass auch mit dem bedingungslosen Grundeinkommen nicht alle Menschen plötzlich faul werden und für immer die Füße hochlegen. Es würde ihnen aber vielen eine Grundsicherung geben, die es ermöglicht, Ideen umzusetzen, an die man sich vorher vielleicht nicht rangetraut hat. Wollen wir unsere Art des Miteinanders und Miteinanderarbeitens tatsächlich von Grund auf ändern, wäre die Einführung eines Grundeinkommens für alle für mich die dringendste Maßnahme.“

Du hast schon klargestellt: Die neue Arbeit betrifft aktuell nur ohnehin schon privilegierte Menschen. Was sollte angegangen werden, um die Arbeitswelt ganzheitlich zu verändern?

„Wir müssten schon viel früher ansetzen – Bildung verändern, mehr Ausbildungen ermöglichen, das Studium für alle finanzierbar machen und vor allem die diskriminierenden Strukturen innerhalb der Schulen auflösen. Viele Schüler haben aufgrund ihres Elternhauses oder ihrer Herkunft überhaupt keine Chance auf einen sogenannten höheren Bildungsweg – Lehrpersonal und Institutionen verhindern hier oft Erfolge anstatt sie zu fördern. Abschlüsse von Menschen aus anderen Ländern werden nicht anerkannt, gleichzeitig heißt es, wir hätten einen Fachkräftemangel und das passt für mich nicht zusammen. Außerdem müssen wir dringend über Berufe reden, die in der Gesellschaft immer noch keine angemessene Anerkennung und Bezahlung erfahren – ich denke hier an den aktuellen #Pflegestreik, der auch auf Twitter ein großes Thema war.“

Wie steht es um das Thema Inklusion von Menschen mit Behinderungen?

„Arbeitswelten müssen inklusiver werden – für alle Menschen mit Behinderung. Ganz klar. Es kann für ein Unternehmen nicht ausreichen, den

Vorzeigerollstuhlfahrer einzustellen. Gleichzeitig müssen wir Menschen mit Behinderung auch ermöglichen, Geld verdienen zu dürfen – hier spiele ich auf das Teilhabegesetz an. Und wir benötigen dringend eine Reform der Prozesse in Arbeitsagenturen und im Umgang mit Arbeitssuchenden und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können.“

Wie passt du denn eigentlich in ein klassisches Unternehmen?

„Gar nicht.“ (lacht)

Du postest fast jeden Morgen ein Outfit-Bild von dir auf Instagram. Gibt es in deinem Unternehmen keinen Dresscode?

„Nein, Gott sei Dank gibt es den bei uns nicht. Leistung und Wissen sind für mich auch völlig unabhängig von Kleidung und Aussehen. Mein Bankberaterin kann gerne voll tätowiert und gepierct sein – wenn sie mich vertrauensvoll und gut berät, macht sie ihren Job richtig. Ich bin sehr froh, dass wir bei Papagei.com alle so kommen können, wie wir lustig sind. Wenn ich moderiere, bin ich natürlich manchmal schon etwas festgelegt – eine Unternehmensveranstaltung kann ich nicht in Jogginghose moderieren. Aber selbst dann kann ich mich immer noch für meine Begriffe schick kleiden und aufbrezeln, ohne mich verkleidet zu fühlen. In einem Unternehmen arbeiten zu müssen, in dem ich jeden Tag eine Art Geschäftsuniform tragen müsste, wäre die größte Strafe für mich.“

Wie entscheidest du, was du morgens anziehst?

„Das überlege ich mir meistens abends, wenn ich im Bett liege. Ich checke die Wettervorhersage für den nächsten Tag und überlege, was ich anziehen könnte. Das hängt auch sehr von meiner Laune ab und davon, ob ich an dem Tag irgendeine coole Frau in der Stadt, bei Instagram oder in einer Zeitschrift gesehen habe, von der ich mich inspirieren lasse. Wenn ich gar keine Idee habe, gehe ich meinen eigenen Instagram-Feed durch, da finde ich schon irgendwas! Das ist auch mein größtes Problem, wenn ich verreise. Dadurch, dass ich meinen Koffer immer noch selbst tragen können will, kann ich nicht so viel mitnehmen und muss mich dann im Vorfeld schon für mehrere Tage festlegen – Horror! “ 

Du siehst du auf jedem Bild so unfassbar gut gelaunt und motiviert aus. Entspricht das der Wirklichkeit?

„Ja, ich sehe so aus, weil ich jeden Tag gut gelaunt und motiviert bin. Das klingt mega eklig und amerikanisch, aber ist tatsächlich so. Ich habe mir als Schülerin angewöhnt, mir abends selbst kleine Briefchen zu schreiben, weil ich mir immer sehr viele Gedanken gemacht habe – gerade abends. Ich habe oft Versagensängste und bausche Probleme gerne auf. Mit den Briefchen ist das besser geworden. Ich schreibe zum Beispiel: ,Hallo Ninia, chill mal – alles cool! Das Projekt wird super und du kannst alles schaffen, was du willst.‘ So albern es klingt, aber mir hilft das tatsächlich. Außerdem ist es ja noch morgens – ich bin außer dem Mann im Idealfall noch niemandem begegnet – da ist es recht leicht, gut gelaunt zu sein.“

Du hast seit Juni eine eigene Fernsehsendung bei RTL. Wie kam die Zusammenarbeit zustande?

„Der Sendeplatz wird nacheinander von fünf verschiedenen Produktionsfirmen befüllt, die sich dort quasi „austoben“ können. Die Produktionsfirma meiner Sendung, wollte gerne etwas mit Mode und beruflichen Informationen und Ausbildungswegen verwirklichen. Dafür haben sie eine Moderatorin gesucht und unter anderem in meiner Agentur angefragt. Sie haben ein Foto von mir gesehen und sich zu Recht gedacht: ,Das könnte ein Thema für die Lady sein!‘ Die Produzentin und ich haben dann sehr lustige Probeaufnahmen in Hannover mit dem Handy gemacht. Das Team fand die Sachen und mich cool und schon ging’s los. Für mich ist es, trotz Kameraerfahrung, nochmal was ganz Neues und sehr spannend!“

Was hast du in dieser Zeit gelernt?

„Das innere Lächeln zu bewahren. Das war ein Insider zwischen der Produktionsvolontärin und mir – wenn du zehn bis zwölf Stunden am Tag vor der Kamera stehst, rutscht dir das Grinsen irgendwann sonstwohin. Das darf die Zuschauerin natürlich nicht sehen. Also musst du innerlich immer sehr gut gelaunt sein, um eine fröhliche Moderation – auch nach 12 Stunden – hinzubekommen. Ansonsten habe ich gelernt, dass ich manchmal abgefahrene Bewegungen oder Dinge mit meinem Gesicht mache, die ich nicht kannte und dann erst im Bild sehe. Ich habe seit dem Dreh noch weit mehr Respekt vor Moderatorinnen im Fernsehen als vorher schon. Immer auf den Punkt zu reagieren – ich hab das immer „angeknipst sein“ genannt – und dann auch noch Text und Bewegungen glatt abzuliefern, ist nicht leicht.“

War das Moderieren der Sendung für dich ein Ausflug in die TV-Welt?

„Moderieren ist tatsächlich mein absoluter Traumjob. Als Kind habe ich in der Dusche die Oscars moderiert oder vorm Spiegel mit Haarbürste Filmpreise vergeben. Dass ich Jahre später wirklich mal selbst mit einem Filmteam unterwegs bin und mich in dieser Flimmerkiste sehen kann, noch dazu mit meinem eigenen Namen oben drauf, das ist schon sehr abgefahren.”

Ihr werdet eine zweite Staffel drehen. Wen möchtest für deine Sendung unbedingt treffen?

„Für die zweite Staffel habe ich mir gewünscht, dass wir bei den Berufen eine Tätowiererin treffen – ich finde den Beruf sehr spannend und kreativ und kann mir vorstellen, dass auch die Zuschauerinnen daran Interesse haben. Außerdem bin ich großer Fan von Suzie Grime. Es wäre toll, wenn ich sie mal interviewen könnte. Und, träumen ist ja immer erlaubt, mit Sarah Jessica Parker über Tüll-Tutus, Feinrippunterhemden und die Vogue zu quatschen und dabei durch den Central zu schlendern, wäre natürlich der Oberhammer. Ich denke, das ist aber eher utopisch.“

Wenn morgen das Angebot eintreffen würde, auf dem Sendeplatz von Günther Jauch ein Talk-Format zu moderieren. Würdest du ja sagen? Was wären das erste Thema und die ersten Gäste der Sendung?

„Schwierig – das kommt ja direkt nach dem Tatort und dann könnte ich den nicht mehr in Ruhe schauen! Davon ab: Mit redaktionellem Mitspracherecht würde ich das auf jeden Fall machen! Mein erstes Thema wäre vielleicht

Welche Vorbilder braucht unsere Gesellschaft und dann würde ich mir nur Menschen einladen, die ich für richtig coole Vorbilder halte. Wir tränken dann alkoholische oder alkoholfreie Getränke und erzählten uns gegenseitig von unseren Vorbildern und welche neuen Vorbilder wir uns wünschen würden. Als Gäste hätte ich gerne Chimamanda Ngozi Adichie, Katrin Lange, Tavi Gevinson, Teal Sherer, Hengameh Yaghoobifarah, Roxane Gay und Laura Gehlhaar.“

Was macht die 70-jährige Ninia? Immer noch auf Bühnen stehen und slammen?

„Die 70-jährige Ninia hat die Slambühne schon vor über 30 Jahren den Jüngeren überlassen. Dafür reist sie ziemlich viel mit ihrem Wohnwagen und hat immer mindestens zwei Fotoapparate dabei. Sie bloggt und schreibt immer noch ganz viel und hat schon mehrere Romane und Theaterstücke veröffentlicht, für die sie einige Preise gewonnen hat. Außerdem hat sie eine Satiresendung für Senioren bei YouTube oder im Fernsehen – wenn’s das dann noch gibt. Die 31-jährige Ninia hofft, dass die 70-jährige Ninia nicht mehr für Inklusion kämpfen muss und vieles, was sie heute noch stört in gesellschaftlichen Diskursen dann überwunden sein wird. Sie hat vielleicht ein paar Enkelkinder, die sie heimlich mit Süßigkeiten füttern kann und die oft vorbeikommen. Und sie hat mehrere Dackel und Kaninchen, die alle nach berühmten Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und Naturwissenschaftlerinnen benannt sind. ,Komm, Frida Kahlo! Nein, Ada Lovelace – da nicht!‘ Ach, das wird schön.“


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