Foto: Instagram | socialitybarbie

Schluss mit der Inszenierung! Wie eine Barbie uns bei Instagram den Spiegel vorhält

Frische Pancakes zum Frühstück und mit wehenden Haaren am Meer. Weil eine Fotografin aus Portland die immer gleichen Fotos auf Instagram nicht mehr sehen konnte, stellt sie die Situationen mit einer Barbie nach.

 

Pancakes, Blumen & Co.

Morgens am Frühstückstisch. Mein Kaffee in der einen, das Handy in der anderen Hand. Die Haare sind noch vom Schlaf zerzaust, ich trage einen Pyjama. Ein Besuch auf Instagram zeigt ein anderes Bild: Ein perfekt arrangierter Frühstückstisch mit Kaffee, Blumen und Pancakes. Dazu ein trendiger Rucksack samt analoger Kamera und Smoothie zum Mitnehmen. Und obendrauf: Ein „Outfit of the day“. Und das alles vor 8 Uhr. 

Perfektion in Bildern

Dass diese Bilder nicht der Realität entsprechen können, dachte sich auch eine Hochzeitsfotografin aus Portland, Oregon und erstellte den Account „socalitybarbie“. Die Idee? Das, womit normalerweise die Instagram It-Girls tausende Likes absahnen, übernimmt auf ihrem Account eine Barbie.

Quelle: Instagram | socalitybarbie

Sie ist diejenige, die auf den Fotos ein Eis in die Kamera hält, in einem Nebeldunst posiert oder mit verträumt das offene Meer betrachtet.

 Gegenüber Wired sagte die Fotografin: 

„Alle nahmen das gleiche Bild von den gleichen Orten, verwendeten die gleichen Bildunterschriften. Ich konnte keines dieser Bilder mehr auseinander halten. Also dachte ich ‘Wie könnte ich besser meinen Standpunkt verdeutlichen als mit einer massenproduzierten Puppe?’“

Wer selbst schon einmal im Instagram-Dschungel verloren gegangen ist, weiß wovon sie spricht. Ein Bild nach dem anderen, das zumindest mich an meinem eigenen Lebensstil zweifeln lässt. 

Was haben diese Frauen, was ich nicht habe? 

Leben all diese Frauen das perfekte Leben. Vermutlich nicht. Es sei zwar schön anzuschauen, doch einfach nur unehrlich und niemand lebe wirklich so, so die Fotografin zur Wired. Es sei so „overdone“, dass es einfach nur noch langweilig sei. 

Doch langweilig sind die Barbie-Fotos der Fotografin hingegen nicht. Ironische Bildunterschriften wie „Coffee & Kinfolk. Weil mein Leben schön ist“, „Das Eis vor eine Mauer zu halten, macht es zur Kunst“ und jede Menge Hashtags halten der Instagram-Gesellschaft einen Spiegel vor. Zu schön wäre ein Leben, das mit Hashtags wie #neverstopexploring, #blessed, #communityfirst beschrieben werden könnte. 

Quelle: Instagram | socalitybarbie

Barbie muss authentisch bleiben 

Das Konzept kommt an: Ihr Account gewann innerhalb von 13 Wochen und 113 Einträgen 565.000 Abonnenten. Wie die Fotografin heißt, ist nicht bekannt. Sie wolle anonym bleiben. Schließlich müsse sie die Authentizität der Barbie aufrechterhalten.

Auch, wenn ich mir manchmal wünschte, meine Haare würden auch so schön im Wind flattern – es ist gut, sich bewusst zu machen, dass auch die „Instagramer“ keine Wundermenschen sind. Abgesehen davon, wer würde schon gerne vor einem Stapel fluffiger Pancakes sitzen, jedoch erst das perfekte Instagram-Foto machen müssen? Dann lieber zerzaustes Haar und dafür ein warmes Frühstück. 

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