Foto: Magnus Lechner

„Wer sich öffentlich präsentiert, muss mit Kritik rechnen“

Amazed ist das Blogazine von Amelie, Milena und Antonia. Wir haben mit ihnen über die Ideen, Leserkommentare und Authentizität gesprochen.

 

Mit ehrlichen Inhalten überzeugen

Die Münchnerinnen Amelie, Milena und Antonia sind mit Amazed längst zu einer festen Größe in der deutschen Blogosphäre geworden. Mit einer schönen Ästhetik und klassischen Outfitposts, aber auch mit Inhalten, die nicht nur vom schönen Schein erzählen, sondern sich kritisch mit aktuellen Themen oder dem eigenen Sein auseinandersetzen.

Wir haben mit ihnen darüber gesprochen, welche Frauen ihr Blogazine lesen, wie sie mit Haterkommentaren umgehen und warum es so wichtig ist, authentisch zu bleiben.

 Ihr macht das Blogazine zu dritt. Wie habt ihr euch kennengelernt und wann war klar: Wir wollen etwas gemeinsam auf die Beine stellen?

Antonia: „Wir kennen uns schon seit Jahren, hatten aber ursprünglich alle einen eigenen Blog. Mit der Zeit wollten wir aber ein professionelleres Online-Magazin auf die Beine stellen, unsere Ansprüche an unseren Blog hatten sich verändert und waren alleine nicht mehr zu bewältigen. Zu dritt sieht das aber ganz anders aus und wir können heute auf einer anderen Ebene arbeiten, uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam Dinge schaffen, die alleine nie möglich gewesen wären!“

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Credit: Amazed

Worüber schreibt ihr und wen sprecht ihr mit Amazed an?

Milena: „Primär schreiben wir über Mode, aber auch Beauty, Lifestyle, Kultur und Münchenthemen machen Amazed aus. Besonders wichtig sind uns längere Texte, in denen wir Meinung zeigen und uns Gedanken machen. Damit sprechen wir intelligente und interessierte Frauen zwischen 20 und 40 an, die gerne mit uns diskutieren und tatsächlich unsere Texte lesen, anstatt nur die Bilder durchzuscrollen. Wenn interessante Diskussionen entstehen oder lange Kommentare geschrieben werden, macht uns das jedes Mal aufs Neue glücklich.“

Bloggt ihr hauptberuflich?

Amelie: „Wir sind alle drei freiberuflich tätig und haben neben Amazed noch andere Jobs, die auch mit Journalismus und Mode zu tun haben sowie tolle Ergänzungen sind. Amazed steht für uns aber an erster Stelle!“ 

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Credit: Amazed

Bloggen ist auch mit der Präsentation der eigenen Persönlichkeit verbunden – andererseits haben wir wohl alle so etwas wie ein „digitales Ich“. Wie viel von euch steckt hinter den Posts?

Milena: „Wir achten sehr darauf, nichts zu bewerben, wo wir nicht 100 Prozent hinterstehen können. Auch unsere Outfits sind keine gestellten Shooting-Outfits, sondern das, was wir im Alltag tragen – und gerade deshalb kommt das bei unseren Lesern gut an. Auch in unseren Texten sprechen wir als Persönlichkeiten mit unserer echten Meinung. Natürlich gehört zum Bloggen immer auch eine Portion Inszenierung, aber was wir auf amazed zeigen, das sind wir auch.“

Bei euch wird rege kommentiert. Habt ihr je schlechte Erfahrungen wie etwa mit Stalking oder Haterkommentaren gemacht? Falls ja, wie seid ihr damit umgegangen?

Antonia: „Wir bekommen tatsächlich nur sehr selten negative Kommentare. Grundsätzlich gehen wir aber so damit um, dass wir auch die negativen Kommentare freischalten und auf die Kritik eingehen, wenn sie sinnvoll ist. Wenn es einfach nur Haterkommentare sind, die beleidigen wollen, ohne sinnvoll zu kritisieren, schalten sich meist andere Leser ein, die ihnen die Luft aus den Segeln nehmen – das freut uns dann gleich doppelt! Grundsätzlich darf man so etwas aber nicht an sich ranlassen. Wer sich öffentlich präsentiert, muss mit Kritik rechnen und anonymen Beleidigungen sind viel schneller getan, als ehrlich ins Gesicht gesprochen. Also sollte man so etwas als Blogger auch nicht ernst nehmen.“ 

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Credit: Amazed

Gerade hat Milena einen Artikel zum schönen Schein der Bloggerwelt geschrieben und welchen Druck das erzeugt. Wie geht ihr damit um – auch, dass ihr zu diesem Bild beitragt?

Amelie: „Wer vom Bloggen lebt, muss automatisch kapitalistische Konsumthemen behandeln. Es macht natürlich Spaß, aber wir möchten unsere Leser nicht zu stumpfen Konsumenten werden lassen – deshalb setzen wir uns regelmäßig in kritischen Beiträgen mit Konsum auseinander und stellen gleichzeitig Labels, Designer und Onlineshops vor, die nachhaltige Mode machen.“ 

Und zu guter Letzt: Mit welchem Klischee über Blogger sollte unbedingt aufgeräumt werden?

Milena: „Mit dem Klischee, dass Bloggen kein richtiger Job sein kann und es den Bloggern grundsätzlich nur um Goodiebags geht.“

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Credit: Kirsten Becken

 

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