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berufliche Qual der Wahl

Wer von uns leidet nicht an die Krankheit namens „berufliche Qual der Wahl“? Es gibt nur ganz wenige Menschen, deren es gelungen ist, den richtigen Beruf schnell und schmerzlos zu finden. Vor allem heutzutage bereitet das Treffen einer richtigen Entscheidung noch viel mehr Schmerzen als unseren Großeltern, da wir in den Zeiten der endlosen Möglichkeiten, Talent Acquisition und unvorstellbaren Informationsgeschwindigkeit leben. Dann ist jeder vor uns Experte auf mehreren Gebieten.

 


6 Jahre Grundschule. 3 Jahre Gymnasium. Endlich mal, Lyzeum 2,5 Jahre. Gute Zeiten, Abi. Dann kam Studium. Direkt ins kalte Wasser – vollkommen auf die Fremdsprache, mit der ich mich in der Schule 5 Stunden in der Woche im Unterrichtsraum herumschlug. 

Studium. Geile Zeit.
Kulturwissenschaften, 4 Jahre. Alles ganz easy.

In meiner kleinen Handtasche trage ich noch keinen Abschluss. Denn habe ich aber schon längst im Kopf. Es sind die Vorlesungen über alles und noch mehr. Und Diskussionen, die sich vorgezogen haben. Man merkte erst dann, dass die Mittagspause schon angefangen hat, wenn der Magen vor Hunger knurrte. Aber das Herz und Gehirn knurrte vor Neugier und die war wohl immer wichtiger.

Viele Ex-Freunde, die jedoch für immer meine Freunde bleiben werden. Weil „ex“ ist diesmal die Abkürzung von exzentrisch. Die studieren noch und treffen dabei wohl die richtigere Entscheidung.

Ich wollte aber nicht mehr weiter mein Studium verlängern, sondern etwas herausfinden. Nicht etwas. Sondern schauen, was beruflich zu mir am besten passt. Liebe Eltern, gute Pädagogen und auch diese Schlechten haben mir konsequent beigebracht „unsere Interessen bereichern uns. Je mehr desto besser“ Mein Lebenscredo wurde also „sich weiterentwickeln“ und tatsächlich die Interessen so zu pflegen wie das eigene Haar. Oder vielleicht so wie eigene pokemons oder ihr weißt worum es geht.

Ich habe mich dann auch aktiv weiterentwickelt und Horizonte erweitert und erweitert. Und dann kam ich an einem schönen Sommertag auf den Gedanken, dass ich Journalistin sein könnte. Redigieren, publizieren, editieren. Content Managerin. Klingt gut. Passt. Es ist nur schwer. Die Konkurrenz heutzutage ist dermaßen stark, dass ich es wahrscheinlich nicht schaffen werde. Da ich auf Fremdsprache schreibe. Und selbst Korrektur brauche. Und es klingt schon wieder viel zu skeptisch. Wenn man bei der Sache bleibt, schafft man es.

Nächster Gedanke, Tourismusmanager. Schöner Beruf. Neue Orte zu finden, wo man sich schön erholen kann. Den Menschen zu helfen mal abzuschalten. Reisen. Geil.

Vielleicht doch mal studieren. Im September ist Campus besonders schön. Nur die Frage ist, was könnte es sein? Lehramt? Romanische Philologie? Ich habe noch nicht angefangen, nun fragen mich Freunde „was willst du danach machen?“. „-Mittagessen.“

In Medien zu arbeiten klingt auch gut. Im Radiofunk noch besser. Interessante Themen auszusuchen, auf interessante Weise den Leuten präsentieren. Das wäre Klasse.

Noch eine Idee erscheint mir im Kopf. Wie wäre es denn als Dozentin an der Uni zu arbeiten. Mit jungen Leuten über aktuelle Themen zu diskutieren, selbst forschen auf einem unbekannten Gebiet. Für immer 20 bleiben. Fresh. 

Vielleicht mal promovieren, nun in welchem Fach? Ethnologie? Ethnizität? Sind meine Leistungen denn gut genug? I don’t think so.

Ich mag auch Soziologie und Psychologie und Kochen. Da ich Soziologie mag und Geschichte mag, dann frage ich mich, als was würde ich in Mittelalter arbeiten? Ich habe besondere Leidenschaft für Kalligrafie, ich stelle mir immer vor, der erste weibliche Mönch zu sein, der die Bücher sorgfältig abschreibt. Jahrhunderte später würde ich wahrscheinlich Lehrerin sein, da dieser Beruf damals noch respektiert wurde.

Jedoch heute sind diese Berufe nicht mehr attraktiv. Was ist dann attraktiv genug für unsere Zeiten? Vielleicht werde ich Komplexteur, verantwortlich für die Richtigkeit, Aufbau und Verständlichkeit unserer komplexen Gesellschaft. 

Obwohl, jetzt wenn ich drüber nachdenke, die Konkurrenz kann in diesem Beruf noch krasser sein. Dann vielleicht lieber doch Content Manager. Oder
Tourismusmanager.

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