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Bewundernswert

Die am 17. November 1920 in Stuttgart geborene Elisabeth Kaut (gestorb. 24. September 2015 bei Fürstenfeldbruck), die der breiten Öffentlichkeit später unter dem Rufnamen Ellis bekannt werden sollte, zog bereits im Alter von zwei Jahren mit ihren Eltern in die bayrische Landeshauptstadt München.

 

 Nach der Schule absolvierte sie eine zweijährige Schauspielausbildung und arbeitete am Residenztheater Wiesbaden sowie ab 1939 als Sprecherin beim Reichssender München. Von 1940 bis 1944 besuchte sie die Bildhauerklasse der Münchener Akademie und arbeitete bis zur Währungsreform als Bildhauerin, vor allem als Portraitistin. 

Zu diesem Zeitpunkt erinnerte sich Kaut daran, während eines Skiurlaubs von ihrem Mann, dem Schriftsteller Kurt Preis, als „Pumuckl“ bezeichnet worden zu sein. Diese Geschichte erzählte sie der Leiterin des Kinderfunks des BR und erfand auf deren Nachfrage, was denn ein „Pumuckl“ sei, die Geschichte vom in der Schreinerei Eder lebenden Kobold. Die Hörspielreihe „Meister Eder und sein Pumuckl“ startete 1962 im Bayerischen Rundfunk und brachte es bis 1971 auf 90 Folgen. Dann plante Kaut den Abschied von Pumuckl, in der letzten Sendung sollte dieser seinen Meister Eder verlassen und einem Klabauterfreund zurück ins Reich der Klabauter folgen. Ein wahrer Proteststurm von Kindern und Eltern war die Folge, die sich gegen dieses Ende so energisch zur Wehr setzten, dass die Sendung kein zweites Mal ausgestrahlt wurde. In den seit 1956 erschienenen Büchern änderte Ellis Kaut den Handlungsverlauf dahingehend, dass Pumuckl die Rückkehr ins Klabauterreich verweigert und weiter in der Schreinerwerkstatt lebt. 

Pumuckl und Meister Eder

Nach dem Filmdebut in „Meister Eder und sein Pumuckl“ 1982 war der rothaarige Kobold an der Seite von Meister-Eder-Darsteller Gustl Bayrhammer in den nächsten sechs Jahren regelmäßig in der gleichnamigen Fernsehserie zu sehen, die im Bayerischen Rundfunk und in der ARD ausgestrahlt wurde. 

Neben der Schriftstellerei und der Bildhauerei ist die Fotografie die dritte große Leidenschaft der Ellis Kaut. Insgesamt fünf Fotobände hat sie bisher veröffentlicht, vier davon über ihre bayrische Heimatstadt und einen über Island. Für ihre Arbeiten auf diesem Gebiet erhielt sie unter anderem eine Urkunde für hervorragende Leistungen bei der Bundesfotoschau und Preise bei verschiedenen Canon-Wettbewerben. 

Bekannt geworden ist allerdings, wie gesagt, vor allem die Schriftstellerin Ellis Kaut. Ihr literarisches Schaffen beschränkt sich dabei längst nicht nur auf einen sprechenden Kater oder einen rothaarigen Kobold. Auch der Roboter „Schlupp vom grünen Stern“ stammt aus ihrer Feder, ebenso wie „Flaps, der Fehlerflips“ aus dem berühmten Geschlecht der Flipse, die die für alle Fehler zuständig sind, die irgendwo auf der Welt gemacht werden. Weitere Geschichten erzählen von „Flibutz“, der die Füße des Mondes sehen will, mit denen dieser nachts über den Himmel wandert, vom klugen Esel Theobald, der sich für Hexerei interessiert, vom Zauberknopf aus dem Land der Zauberer am anderen Ende der Welt oder von Herrn Dornbier, der Katzen hasst und einen Weg zum Himmel finden möchte. 

Für ihr literarisches Schaffen wurde Ellis Kaut mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie unter anderem den Bayerischen Hörspielpreis, den Ernst-Hoferichter-Preis und den Oberbayerischen Kulturpreis. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. 

Geschichten von Kater Musch

Einem breiten Publikum bekannt wurde sie aber als Schriftstellerin. Bereits in den 1940er Jahren hatte sie neben der Bildhauerei immer wieder Geschichten geschrieben, und lernte schließlich den Leiter der Unterhaltungsabteilung des Bayerischen Rundfunks, Kurt Wilhelm, kennen. In den folgenden Jahren arbeitete sie unter anderem an Kindersendungen des Bayerischen Rundfunks mit und erreichte als Autorin der „Geschichten vom Kater Musch“ einen ersten Durchbruch. In den 50er Jahren wurden mehr als 100 Sendungen rund um den ausschließlich zu seinem Besitzer Tonerl sprechenden Vierbeiner für den Kinderfunk des BR produziert. Als der Darsteller des „Tonerl“ Intendant in Freiburg wurde, bedeutete dies allerdings das Ende der Serie und die Suche nach einem Ersatz begann. 

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