Foto: Andreas Lamm

„The hoodie stands witness“ – Mit Lyrik gegen rassistische Gewalt

#blacklivesmatter – Die Stimmen gegen Rassismus und Gewalt gegen Schwarze werden beständig lauter. Lauren K. Alleyne, Gastprofessorin für Literatur in Leipzig, schreibt mit Lyrik dagegen an.

 

Gewalt gegen Schwarze

Nach dem grausamen Attentat in der Charlston Church in South-Carolina, bei dem nach derzeitigen Ermittlungen neun Menschen getötet wurden, stehen wir wieder fassungslos da. Wieder war der Mörder ein weißer US-Amerikaner, wieder waren die Opfer schwarze US-Amerikaner. „Wieder“ müssen wir sagen, denn die Morde an Afro-Amerikanern sind in den USA so entsetzlich häufig. Im April erst zeigte ein Video die brutale Ermordung von Walter Scott durch einen weißen Polizisten. Acht mal hat er dem unbewaffneten Mann in den Rücken geschossen!

Lyrik als Gegenwehr

Die Autorin Lauren K. Alleyne lehrt zur Zeit an der Universität Leipzig Creative Writing. In ihren Gedichten – erschienen in ihrem Gedichtband Difficult Fruit – setzt sie sich unter anderem mit Rassismus und sexualisierter Gewalt an Frauen auseinander. Ihr Gedicht „The hoodie stands witness“ hat sie Tryvon Martin gewidmet, der 2012 von einem Wachmann erschossen wurde. Sein Tod wird aus der Sicht seines Hoodies erzählt. Dadurch, dass sie diese brutale Tat auf eine so weiche, schützende, uns allen wohlbekannte Sache wie einen Kapuzenpullover prallen lässt, schafft sie eine unmittelbare Nähe zwischen Leser und Opfer. Diese Nähe brauchen wir, wenn wir über die Folgen von Rassismus nachdenken. Denn sie betreffen Kinder, Mütter, Väter, Schwestern, Brüder und Dich.

Lauren K. Alleyne hat ein Video, in dem sie das Gedicht liest, auf YouTube veröffentlicht. Ihr könnt es hier anhören.

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