Foto: Danielle Guenther

Kinder sind der Wahnsinn

Die Fotografin Danielle Guenther setzt den Alltag von Familien mit Humor in Szene – auf den Bildern dominieren Erschöpfung und buntes, blankes Chaos.

 

Über den Wahnsinn des Playdates

Okay, manche Leute, die keine Kinder haben, werden diese Bilder vielleicht stilisiert finden, ein bisschen übertrieben womöglich; Leute mit Kindern werden sich vor allem über den großen Wiedererkennungswert freuen. Und gleich läuft in den geplagten Elternköpfen ein ganz persönlicher Film ab, der das zeigt, was nach den Momentaufnahmen von Danielle Guenther noch passiert: Der Dreijährige, der gerade noch die Cheerios-Packung im Supermarkt aufgerissen hat, um an Ort und Stelle Cerealien zu sich zu nehmen, wird nämlich Minuten später wie ein ertrinkender Käfer zuckend auf den Armen seiner Mutter nach draußen geschleppt, weil ihm an der Kasse die Quengelware vorenthalten wurde (über deren Abschaffung in diesen Tagen dankenswerterweise endlich der deutsche Bundestag debattiert!)

Und wetten, dass der Vater der drei kindergartenfertigen Knaben gleich  von der Straße nochmal vier Stockwerke nach oben hetzt, da einer wie ein abgestochenes Ferkel wimmert, weil sein Stickeralbum leichtfertigerweise nicht in den Rucksack gepackt wurde? Und einer der beiden panisch um Lautlosigkeit bemühten Eltern wird, kurz bevor der rettende Ausgang des Kinderzimmers erreicht ist, auf einen Playmobil-Indianer oder ein Stück Lego treten und mit seinem Schmerzensgeheul das mühsam in den Schlaf gesungene Kind wecken.

Wir haben mit der amerikanischen Fotografin Danielle Guenther über ihre ganz privaten „Shock and Awe“-Momente als Mutter gesprochen.

Was hat dich zu dieser Fotoserie inspiriert, wie bist du auf die Idee gekommen?

„Das war nach einem Lifestyle-Fotoshoot mit einer Kundin, die selbst Mutter ist. Als wir fertig waren, legte sie sich völlig fertig auf die Couch, und wir beschlossen, ein lustiges Foto von dieser Situation zu machen. Irgendwann stellte ich das Bild auf meine Facebook-Seite, und die Leute waren begeistert von diesem Bild, das eben gerade die nicht perfekte Seite des Elternseins darstellte, die oft nicht gezeigte Seite…also dachte ich weiter darüber nach und hatte immer mehr Ideen!“

Welches der Bilder stellt deine ganz persönliche klassische,sehr anstrengende Familiensituation dar?

„Meine Lieblingssituation ist „Der Fluchtplan“. Als mein Sohn klein war, hatten wir so viele solcher Nächte, in denen wir verzweifelt versuchten, lautlos aus seinem Zimmer zu schleichen, mit dieser panischen Angst, ihn zu wecken, nachdem er endlich eingeschlafen war. Aber es hat natürlich nie funktioniert, entweder wir stießen gegen irgendwas oder traten auf eine knarrende Diele.“

Wie alt ist dein Sohn? Was an ihm macht dich im Alltag besonders glücklich und was treibt dich wirklich in den Wahnsinn?

„Mein Sohn ist jetzt fünfeinhalb, er ist ein sehr energiegeladenes Kind, ist die ganze Zeit auf Achse. Wenn er also mal zu mir kommt und mich ganz beiläufig umarmt, dann schmilzt mein Herz. Und es macht mich wahnsinnig, wenn er quengelt und heult. Irgendetwas an diesem Geräusch ist für mich schlimmer als Fingernägel, die auf einer Tafel kratzen.“

Danielles Fotoserie „Best Case Scenario“:

Quelle: Danielle Gunther Photography

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