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Das ist eine gute Idee!

Neue Zahlen zu Vätern und ihrer Elternzeit – Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass immer mehr Männer nach der Geburt ihres Kindes Elternzeit in Anspruch nehmen. 2018 immerhin 35,9 Prozent der Väter – im Gegensatz zu 16 Prozent 2007, dem Jahr der Einführung der Elternzeit.

 

Neue Zahlen zu Vätern und ihrer Elternzeit – Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass immer mehr Männer nach der Geburt ihres Kindes Elternzeit in Anspruch nehmen. 2018 immerhin 35,9 Prozent der Väter – im Gegensatz zu 16 Prozent 2007, dem Jahr der Einführung der Elternzeit. Die Süddeutsche beruft sich dabei auf Zahlen des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Bisher entscheiden sich etwa 75 Prozent der Männer für bis zu zwei Monate Elternzeit, ein Viertel sogar für einen längeren Zeitraum. Eine weitere Feststellung der Wissenschaftler: nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit reduzieren die Väter ihre Wochenarbeitszeit um durchschnittlich 4,5 Stunden.

Zwei Monate Elternzeit also! Das ist ja schon ganz nett. Auf jeden Fall besser als gar nichts.Allerdings, warum eigentlich nicht beide sieben Monate? Nur so eine Idee, wegen Gleichberechtigung und so! Wobei ich gestehen muss, ich als Mutter hätte nicht nach sieben Monaten wieder arbeiten wollen. Womöglich noch Vollzeit! Den ganzen Tag ohne mein Baby? Da bricht mir doch das Herz.

Das dumme ist, vielen Vätern bricht auch das Herz! Aber so ganz ohne arbeiten geht es leider nicht, Rechnungen bezahlen sich nicht von alleine, irgendwer muss die Familie ernähren. Ein ganz schönes Dilemma! Aber, es gibt eine einfache Lösung: „Gleichberechtigung und Emanzipation, unbedingt, aber (!) ein Kind gehört zu seiner Mutter!“ – Ja, ja, so schnell kann’s gehen und längst überwundene Geschlechterrollen gewinnen an Attraktivität.

Und damit komme ich zu einem meiner Lieblingsthemen: Arbeitszeitreduzierung!

Denn das ist es, was mich an der Meldung am meisten gefreut hat, dass viele Männer im Anschluss an die Elternzeit ihre Wochenarbeitszeit reduzieren. Denn, ganz persönlich finde ich, dass die Entwicklung in diese Richtung gehen sollte. Dass also nicht einer (in der Regel der Mann) 40 Stunden arbeitet und der andere (in der Regel die Frau) so viele Stunden, wie die Kinderbetreuung zulässt, sondern dass beide Partner sich die Kinderbetreuung teilen, dabei jeder die Stundenzahl arbeitet, die ihm Freude bereitet, die ihm genug Zeit für sich und die Familie lässt und ganz nebenbei natürlich auch die Familie ernährt. Und nur die Lücke, die zwischen gewünschter bzw. notwendiger Arbeitszeit auf der einen Seite und der möglichen Betreuung der Kinder durch einen der beiden Partner sowie der für die Entwicklung des Kindes wichtigen Institutionen Kindergarten und Schule auf der anderen Seite klafft, sollte durch zusätzliche Betreuung ausgeglichen wird, also beispielsweise Krippe für Klein- und Kleinstkinder, Ganztagskindergarten, Hort… Generell sollte sich aber die Berufswelt den Bedürfnissen von Familien anpassen und nicht das System Familie sich an die Erfordernisse der Berufswelt. Es ist an uns, dies von unseren Arbeitgebern zu fordern!

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