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Diagnose Krebs: Leben mit einem Ewing Sarkom.

Unsere Persönlichkeit und der Character wurde durch die Schicksale jedes einzelnen Krebspatienten geformt. Wir haben Geschichten zu erzählen die nur das Leben schreiben kann. Wir haben überlebt – und darauf können wir verdammt stolz sein!

 

Meine Geschichte begann im Jahr 2016.  Mehr als sechs Ärzte übersahen ein Jahr lang einen 13 cm großen Tumor in meinem rechten Unterschenkel. Trotz monatlicher Vorstellung in der Notaufnahme und beim Ärztenotdienst in Düsseldorf. Ein MRT oder Röntgen wird erst ein Jahr später gemacht!

Seit 2016 kämpfe ich mit Schmerzen im rechten Wadenbein, Überwärmung, Schwellung und Rötung. Arbeiten wird immer schwieriger und im Oktober 16 werde ich wegen Schmerzen im rechten Bein in die Notaufnahme eines Düsseldorfer Krankenhauses eingeliefert. Nachdem die Ärztenotpraxis in Düsseldorf nicht mehr helfen konnte. Ganze sechs besuche in der Notaufnahme des Krankenhauses ergaben unterschiedliche Diagnosen. Von Thrombose bis Neurodermitis. Trotz Schmerzen, Schwellung und offenen eitrigen Bein, wird kein Röntgen oder MRT des Beines durchgeführt um die Ursache zu finden.  Ein schwerer Fehler und ein Spiel mit meinem Leben! 

Anfang 2017 werden die Schmerzen immer unerträglicher, mein Baby verliere ich in der 8. Schwangerschaftswoche.

Doch die Ärzte finden nichts. Verschiedene Diagnosen wurden gestellt: Ischiasleiden, Thrombose, Stresslevel und am Ende war es Neurodermitis. Anfang Juni 2017  war der letzte Besuch in der Notaufnahme des Krankenhauses in Düsseldorf. Das Bein eiterte, war geschwollen und ich konnte das Bein kaum mehr bewegen. Die Klinik verband das Bein, behandelte es mit Antibiotika und schickte mich zum Hautarzt. Etwas Dermatologisches, wahrscheinlich Neurodermits sagte die Ärztin. Sie verzichtete auf eine genau Untersuchung mittels Röntgen.

Es war Sonntag, Montag ein Feiertag. Erst Dienstag konnte ich zu meiner Hautärztin. Die Hautärztin reagierte sofort und überwies mich erneut in die Notaufnahme, dieses Mal in das Augusta Krankenhaus in Rath. Sie rettete mir damit das Leben!

Dort nahm man mich sofort stationär auf, führte das MRT und ein Röntgen durch. Eine Raumforderung war auf den Bildern sofort zu sehen. Von da an ging alles ganz schnell: Eine Biopsie wurde in der Uni Klinik Münster vereinbart.

Die Diagnose der Biopsie in der Uni Klinik Münster:

Ein bösartiges Ewing-Sarkom in der rechten proximalen Fibula (Wadenbein), das mittlerweile eine Größe von 13 cm erreicht hatte und Metastasen im Bauch. Mittels MRT und Röntgen ist eine Raumforderung sofort ersichtlich. Ohne Therapie führt diese Diagnose unmittelbar zum Tod. Das rechte Bein ist mittlerweile vom Knie abwärts gelähmt, ich bin auf einen Rollstuhl angewiesen. Hinzu kommen Schmerzen, die sich niemand vorstellen kann, ohne eine Morphin Schmerzpumpe war ein Leben nicht mehr möglich. Ein massiver Einschnitt in das Leben. Was es bedeutet das zu verlieren, mit dem man sein Lebensunterhalt verdient, vermag sich niemand vorzustellen.

Wie geht es weiter? Muss ich jetzt sterben? Ich muss doch arbeiten und Geld verdienen? Fragen über Fragen schossen mir durch den Kopf. Was die Diagnose bedeutet, realisierte ich erst Monate später​. Arbeitsunfähig und mit wenig Krankengeld versorgt, kommen auch finanzielle Probleme: Die Krankheit bringt mich in eine finanziell Katastrophale Lage, zumal es viele Geldgierige Menschen gibt. Diese Menschen stellen Geld über ein Menschliches Leben und nutzen den schlechten Gesundheitzustand aus. Die Welt ist schlecht, die Menschen sind schlecht dachte ich lange Zeit.

Wie viel ist ein Bein wert? Wie viel ist ein schmerzfreies Leben wert?

Am 15 Jänner 2018 wurde ich in Münster operiert. Und dann der nächste Schock!!! Ich erwachte ohne rechten Unterschenkel aus der Narkose. In einer 7 stündigen Operation mussten die Ärzte die harte Entscheidung treffen, mein Bein unterhalb des Knies zu amputieren. Ein Jahr und sieben kraftraubende Chemozyklen habe ich gekämpft! Trotz Amputation muss ich noch sechs Chemozyklen über mich ergehen lassen. Woher die Kraft nehmen? Wut! Verzweiflung! Angst!  Doch aufgeben kommt gar nicht in Frage!

 

„Ich wollte nur noch schreien, zumal es einige Personen in meinem privaten Umfeld nicht gut mit mir meinten. Durch diese Kombination war meine Existenzgrundlage futsch. Meine Finanzen katastrophal. Worum sollte ich nun kämpfen? Wo war der Sinn? Wozu noch weitere sechs Chemozyklen über mich ergehen lassen?“, so Sabine in einem Interview. „Weinen, schreien, kurz verzweifeln, aufgeben wollen… als ich am tiefsten Abgrund war; der schlimmste Moment in dem ich schon aufgeben wollte erinnerte ich mich an eines: Der Grund warum ich mein Unternehmen gegründet hatte!“

Der Grund um weiterzukämpfen und zu siegen. Der Krebs hat mich nicht getötet! Der Tausch: Ein Bein gegen ein Leben ist ein guter Deal. Und diese Zeit hat mich gestärkt, mir gezeigt wer meine Freunde und wer meine Feinde sind. Das Schicksal hat meine Persönlichkeit geformt und ich habe überlebt. 

Darauf bin ich stolz! Und jeder der selbst Betroffener ist kann stolz auf sich sein, auch wenn Ihr dafür ein Bein geopfert habt!

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