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Wie ich Youtuberin wurde – und warum sich mein Leben nun vor allem um gutes Essen dreht

Früher arbeitete Denise Loga als Politikberaterin, heute ist sie Youtuberin mit ihrem Kanal „The Better Plate“. Hier erzählt sie, wie das ging und was auf dem Weg dorthin wichtig war.

 

Ich und Youtuberin? Vor ein paar Monaten hätte ich gelacht!

Hätte
mir vor ein paar Monaten jemand gesagt ich würde bald Youtuberin sein, hätte
ich wahrscheinlich erst einmal laut gelacht. Dieser für mich damals weit entfernte Mikrokosmos aus „Dm hauls, „Schminktutorials“
und „Food diaries“ kannte ich lediglich aus den begeisterten
Erzählungen meiner kleinen
 (sieben Jahre
jüngeren) Schwester. Die natürlich längst auch mit eigenem Beauty-Kanal, unter
dem treffenden Namen „Fräulein Schminke“ ihre Expertise im World Wide Web etabliert hatte. 

Doch
auch wenn das erst einmal so gar nicht meine Welt und ich gefühlt auch viel zu
alt dafür war, habe ich mich mit der Zeit dabei erwischt, wie ich mir selbst bevorzugt
immer öfter unterschiedliche Videos für einen schnellen, informativen und
unterhaltsamen Überblick zu diversen Themen angeschaut hatte und mich aus diesem
Grund selbst dann auch für Youtube entschied. 

Gesagt,
getan? Wie baut man sich einen Youtube-Kanal auf?

Sobald
ich etwas beschließe, gehe ich die Dinge auch immer gleich an und schiebe nur selten etwas auf. Denn schließlich ist es viel erfüllender, seine Träume und Pläne direkt umzusetzen, anstatt nur über sie zu reden und dabei wertvolle Zeit zu verlieren.  

Da
ich nun aber ein mir bis dahin gänzlich unbekanntes Terrain betreten hatte, musste mein Tatendrang sich erst   einmal in Geduld üben. Bevor ich auch nur
irgendein Video hochladen konnte, bestand mein Alltag zunächst daraus, mir den
professionellen Umgang mit Kameraeinstellungen, Videoschnitt, MailChimp, WordPress,
LTE Datenvolumina und Logo Moodboards beizubringen – alles wichtige
Bestandteile der schönen, neuen Videoblogging-Welt.

Die Reaktion meines Umfeldes: „Toll,
wie mutig du bist“

Das ist
das Feedback, das ich sehr oft zu hören bekomme. Denn beruflich war ich die
Jahre zuvor ganz anders und zwar in den Bereichen strategische Politikberatung und
Nachhaltigkeitsmanagement (mit Fokus auf Umwelt und Klima), unter anderem in London,
Peking und Berlin, beschäftigt gewesen.

Als Beraterin für Internationale
Klimapolitik hatte ich die UN-Verhandlungen strategisch begleitet und war außerdem
als Projektmanagerin für den Klimaschutz und zum Ausbau erneuerbarer Energien
in diversen Entwicklungsländern (wie Bangladesch, Vietnam, Philippinen, Nepal, Peru,
Bolivien, China) verantwortlich gewesen. Basierend auf diesen internationalen
Erfahrungen und als passionierter und gesundheitsbewusster Genussmensch, hatte ich
lange aber auch einen weiteren Herzenswunsch gehegt: nämlich die Teller dieser
Welt gehaltvoller und zukunftsfähiger zu gestalten – für eine gesteigerte
Gesundheit von Mensch UND Umwelt.

Mutig? Ich finde es eher notwenig, seinen Leidenschaften zu folgen

Vielleicht
bin ich mutig, aber ich bin mir vor allem sicher, dass alles, was wir mit
Begeisterung und aus innerer Überzeugung machen, einfach nur gut und erfolgreich werden
kann – in welcher Form auch immer. Und vor dem Hintergrund unserer begrenzten
Zeit finde ich es ehrlich gesagt viel mutiger, ein Leben lang in einer
vermeintlich sicheren oder gewohnten Rolle zu verweilen, die einen nur teilweise oder
streckenweise erfüllt,  anstatt sich hin
und wieder zu trauen etwas Neues auszuprobieren.

Ich
ziehe im Leben die Ungewissheit der Unzufriedenheit vor und stecke meine
Energie daher überwiegend in Dinge, die mich
glücklich machen und begeistern. Dadurch, dass ich mich verändere und Risiken
eingehe, kann ich doch nur gewinnen – alleine schon durch die gemachten Lernerfahrungen.
Und selbst wenn es nicht so laufen sollte wie geplant (was sowieso der Regel entspricht
), so werde ich mir im
Anschluss trotzdem niemals vorwerfen können, es nicht wenigstens einmal ausprobiert
zu haben.

Natürlich ist nicht jeder Tag die pure Erfüllung und es wird immer
zahlreiche Herausforderungen geben. Aber gerade für diese bin ich dankbar, denn
an ihnen wachse ich und entwickle mich weiter. Ich kann daher nur jedem
empfehlen hin und wieder ins kalte Wasser zu springen und danach gestärkt und
erfüllt wieder aufzutauchen.

Kein Verzicht, sondern
bewusster Genuss 

Was also mache ich genau? Bei
meinem Online-Magazin und YouTube-Kanal führe ich
Interviews, porträtiere spannende Persönlichkeiten wie zum Beispiel Köche,
Gastronomen, Unternehmer und Erzeuger und erzähle individuelle Geschichten rund
um das Thema „Nachhaltige Ernährung“. Ich möchte aufklären, Bewusstsein schaffen,
Leidenschaften vermitteln und kulinarische Innovationen aufzeigen. Neben der
Wirkung von Ernährung, Produkten, Trends, Genussreisen und anderen
kulinarischen Inspirationen thematisiere ich außerdem auch Lifestyle-Trends aus
anderen Nachhaltigkeitsbereichen wie zum Beispiel Mode, Kosmetik und
Inneneinrichtung. Schaut gern mal vorbei. Denn ich freue mich über Feedback.


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