Foto: von mir selbst

F*** YOLO

Worum geht es im Leben oder anders gefragt: was machst du,
wenn du merkst, dass du ohne etwas nicht mehr sein willst?

 

Während ich mich mit ihm auf dem Bett wälze stelle ich mir die Frage, was ich hier eigentlich gerade will. Ich weiß, dass es jemand gibt, dieser jemand berührt mein Herz und dieser jemand ist ganz weit weg von mir.

Sie könnte am anderen Ende der Welt sein, ich würde keinen Unterschied davon
merken, denn sie ist weg. Ich will hier gar nicht anfangen in pathetischen
Reimen oder geschwollener Sprache von der einen Liebe zu reden, die ich mir
selbst verbockt und verloren habe. Und doch dreht sich alles genau darum und um die Frage, was das alles eigentlich ist, dieser Schlamassel, in dem ich mich
vom Gefühl seit Wochen winde und diesem nicht entwischen kann. Am einfachsten fällt mir noch, zu arbeiten, darin war ich immer gut. Mich auszupowern und Dinge abzuarbeiten. Oder auch faul in der Wohnung abzuhängen. Was ist das, was sie mit mir angestellt hat?

Da kommt mir dieser Satz in den Kopf: „You only live once,“ ganz getreu dem Motto: lebe bis zum Limit und nutze den Tag und die Nacht. Schlafen können wir auch noch, wenn wir tot sind, und so weiter. „Alles Bullshit!“schießt es mir plötzlich in den Kopf. Denn das hat alles gar keine Bedeutung, wenn sie weg ist. Und genau in diesem Moment beginne ich mich dafür zu verachten, dass ich mich emotional von jemandem abhängig mache. So ganz generell. Was macht das für einen Sinn? Ich stecke fest zwischen oben und unten, zwischen lachen und heulen und kann mich für nichts davon mit vollem Herzen entscheiden. Weil ich auf das Gefühl warte, was mir sagt, was ich will.

Und dann wird mir klar, ich weiß erst, was ich will, wenn ich vieles davon
ausprobiere, die Gegenbeispiele anteste und schaue, wie sie mir schmecken. Dabei hänge ich in der Luft und halte mir alle Türen offen und wunder mich dann, dass ich sowohl ne dicke Erkältung bekommen habe, als auch ne
saftige Verspannung in Nacken, Trapezmuskel und Rücken. Überall zieht und
zwickt es und ich kann mich nicht mal ausruhen, weil mir alles weh tut. Scheiß
Karma. Oder doch selbst daran schuld? Oder meinte man mit Karma, dass man alles zurückbekommt, was man sät? Aber wo verdammt bleibt dann die Liebe und Zuneigung, wenn ich davon doch so viel gesät habe? Bei ihr? Oder muss ich erstmal mich selbst lieben.?So ein scheiß.

Und dann fragt er mich, was auf einmal mit mir los ist, warum ich heulend auf seinem Bett sitze. Und ich muss gestehen: ich liebe jemanden anderes. Und ich weiß nicht, ob sie mich auch liebt. Und ich habe alles kaputt gemacht und überhaupt ist Karma scheiße, Karma verarscht mich dauernd und treibt Späße mit mir. Karma hat echt verdient, mal ordentlich in einen riesigen Scheißhaufen zu treten, so mitten vor der Haustür! Und er nimmt mich nur in den Arm und sagt, es wird alles gut, morgen ist auch noch ein Tag und wenn sie mich liebt wie ich bin, mit meinen ganzen Macken und verkorksten Ansichten und meiner Fähigkeit, Chaos zu verursachen und mir beim Aufräumen hilft, dann wird sie das schon noch merken. Und wird zurück zu mir kommen. Und wenn nicht, so war sie nicht die Richtige. Und obwohl das eine ganz simple Antwort war und keine meiner großen Fragen im Kopf wirklich beantwortet wurden, besänftigt mich der Gedanke, dass ich gerade nichts kann, als loslassen und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Damit alles wieder in Fluss kommen kann.

Und am Schluss fügt er noch hinzu: „Weißt du, wenn die Zeit reif ist, sind es die Dinge auch.“

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