Foto: Mihaela Noroc

Ein Fotoprojekt gewährt seltene Einblicke in das Leben von Frauen in Nordkorea

Keine Pressefreiheit, Internet nur für eine kleine Elite, Überwachung von ausländischen Besuchern: Der Fotografin Mihaela Noroc ist es trotzdem gelungen, in einem der isoliertesten Länder der Welt zu fotografieren.

 

Ein Atlas der Schönheit

Seit mehr als zwei Jahren reist die rumänische Fotografin Mihaela Noroc schon für ihr Projekt „Atlas of Beauty  mit dem Rucksack und ihrer Kamera um die Welt. Sie will weltweit Frauen in ihrer natürlichen Umgebung poträtieren – und so „die Diversität unseres Planeten durch Porträts von Frauen sichtbar machen“, schreibt Mihaela. Die jüngste Station ihrer Reise war eine besondere: Nordkorea – das Land, von dem kaum etwas nach außen dringt, das mit seinen bizarren Diktatoren Schlagzeilen macht und sich von der Außenwelt abschottet wie kein anderes Land dieser Erde.

„Wenn du nach Nordkorea kommst, betrittst du eine andere Welt“, so beschreibt es Mihaela Noroc. „Nordkoreanische Frauen haben keine Ahnung von globalen Trends, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht großen Wert auf ihr Äußeres legen würden“, schreibt sie weiter, und: Die Frauen hätten eine Leidenschaft für hochhackige Schuhe und trügen meistens klassische Outfits, immer ergänzt mit einem Pin auf der Brust, den ein Bild eines politischen Führers ziert. Während das benachbarte Südkorea laut Noroc die weltweit höchste Rate an Schönheitsoperationen hat, leben die Frauen in Nordkorea in einer völlig anderen Welt. Obwohl Reisen in Nordkorea nur zu bestimmten Orten und unter Einschränkungen möglich ist, war Noroc angenehm überrascht darüber, dass ihr fast alle Frauen offen begegneten und sich gerne von ihr fotografieren ließen.

Mihaela Noroc sieht ihren „ Atlas of Beauty“ als Spiegel unserer diversen Gesellschaften und als Inspiration für alle Menschen, die versuchen, authentisch zu bleiben. Sie will ihr Projekt fortführen und freut sich über Unterstützung. Ihr findet sie auf Facebook und Instagram.



Eine Kellnerin in Pjöngjang.

Angeln ist in der Hafenstadt Wonsan sehr beliebt.

Die Menschen in Nordkorea tragen Pins mit dem Porträt des „großen Führers“.



In einer Textilfabrik in Pjöngjang.




Eine Sängerin in Sinuiju, kurz vor dem Beginn ihrer Show.



Uniformen gehören in Nordkorea zum alltäglichen Straßenbild.




Eine Bücherei in Pjöngjang.

Alle Bilder: Mihaela Noroc




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