Foto: Ryan McGuire

„Hobbys: Lesen, Kino, Musik“? Langweilig!

Fünf Dinge, die im Lebenslauf wirklich nichts verloren haben.

 

Zwei Seiten voller Fettnäpfchen

Dafür, dass es sich um ein Dokument von gerade mal ein oder zwei Seiten handelt, gibt es gemeinerweise ganz schön viele Gelegenheiten, mit dem Lebenslauf für Irritationen bei Personalern zu sorgen. Jenseits einiger klassischer No-Gos (Bewerbungsbild im Bikini) gibt es einige Informationen, die in einem Lebenslauf absolut nichts verloren haben.

„Mutter: Hausfrau, Vater: Elektroingenieur bei Siemens“

Nein, wir befinden uns nicht mehr im Jahr 1955. Und trotzdem gibt es heute noch Leute, die den Beruf ihrer Eltern in den Lebenslauf packen. Manche tun das vielleicht, weil sie denken, sie könnten Eindruck schinden, wenn der HR-Chef sieht, dass Papa Professor und Chef der Universitätsklinik Düsseldorf ist. Das tut aber genau so wenig zur Sache wie der eigene Familienstand und die Anzahl der Kinder.

„1987-1990: Michael-Ende-Grundschule Köln“

Und davor Waldkindergarten „Kleine Strolche“ und davor „Pekip“-Klasse mit Petra im Familienzentrum „Adlerhörstchen“? Auch das hat im Lebenslauf nichts verloren. Als Berufseinsteiger sollte man die zuletzt besuchte Schule samt Datum des Abschlusses und Abschlussnote nennen, später kann man auch das unbesorgt weglassen.

„06/2013 – 09/2013: Selbstoptimierungsperiode“

Lieber die gar nicht so unangenehme Wahrheit aussprechen: Man ist vier Monate durch die Karibik getrampt und war verdammt nochmal heilfroh, sich mal nicht mit dem ganzen Bewerbungsquatsch beschäftigen zu müssen. Mittlerweile gelten ja nicht ganz geradelinige Lebensläufe fast schon als schick – hätte man den Karibiktrip nicht gemacht, müsste man ihn womöglich erfinden – also keine Scheu, eine Auszeit oder eine Reise auch so zu nennen. Und „Familienmanagement“ darf „Elternzeit“ heißen.

„Arabisch: Verhandlungssicher“

Auch wenn immer wieder zu lesen ist, dass ein bisschen Bluffen im Lebenslauf nicht schadet: lieber nicht bei den Sprachkenntnissen. Allein die Vorstellung von dem, was passieren könnte, wenn der Gesprächspartner plötzlich die Sprache wechselt, lässt einen wünschen, der Boden möge sich auftun. Nur wer wirklich in der Lage ist, eine Konversation in der jeweiligen Sprache zu führen, sollte das auch behaupten („verhandlungssicher“) – besonders dann, wenn die Sprachkenntnisse in der Stellenanzeige verlangt werden, denn gerade dann ist davon auszugehen, dass das während des Gesprächs in irgendeiner Form überprüft wird.

„Hobbys: Lesen, Kino“

Laaangweilig! „Hobbys“ ist ohnehin eine Rubrik, die im Lebenslauf nichts verloren hat. Schon besser: „Interessen“ oder „Engagement“. Da aber nur Sachen aufzählen, die in irgendeiner Weise inhaltlich relevant für die ausgeschriebene Stelle sind oder sonstwie auf eine Erweiterung des eigenen Horizonts hinweisen. Wer schon in der Schule eine Charitygala für Tschernobyl-Opfer auf die Beine gestellt hat, soll das ruhig erwähnen. Doch nochmal zurück zu den persönlichen Interessen: Irgendwas Exotisches, ist oft zu lesen, käme immer gut an. Man sollte aber auch nicht wie ein Freak wirken. Dass man Taschenkrebse züchtet und leidenschaftlich Hacky Sack oder Fingerboarding betreibt, behält man lieber für sich. Und übrigens: Unangenehme und demütigende Nebenjobs im Studium, etwa der, das man als Huhn verkleidet für „Kentucky Fried Chicken“ in der Fußgängerzone herumlungerte, um Flyer zu verteilen, müssen ganz und gar nicht verschwiegen werden – im Gegenteil. Sich während der Ausbildung sein eigenes Geld zu verdienen, verdient immer höchsten Respekt – fast egal, wie das passiert ist!

„Seit 09/2013: Mitglied der Jungen Liberalen im Bezirk Soest-West“

Politisches Engagement und Religion haben im Lebenslauf absolut nichts zu suchen. Außer natürlich, eine Parteimitgliedschaft oder Religionszugehörigkeit ist von Vorteil oder sogar erwünscht, etwa bei einer Bewerbung in der Fraktion, einer parteinahen Stiftung oder bei der Bewerbung bei einer katholischen Bildungseinrichtung. Ansonsten gilt es, die eigene Neutralität zu wahren.

– In eigener Sache –

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