Foto: Depositphtos

Ganz miese Idee: Fast jeder Zweite geht krank zur Arbeit

Eigentlich fühlt man sich schlapp, der Kopf schmerzt, die Nase läuft und dennoch geht man zur Arbeit – so hat das fast jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland im Jahr 2016 schon einmal entschieden. Nur halb so schlimm?

 

Krank? Ach, das geht schon!

Der Kopf schmerzt, die Nase läuft und man fühlt sich insgesamt schwach, weil ganz deutlich eine dicke Erkältung im Anrollen ist. Und dennoch entschied sich in dieser Situation im vergangenen Jahr fast jeder Zweite im Jahr 2016 mindestens einmal dazu, trotzdem zur Arbeit zu gehen, wie eine repräsentative Studie des Marktforschungsunternehmens GfK mit 600 Beschäftigten im Auftrag der Zeitschrift „Hausarzt“ kürzlich zum Ergebnis hatte. 

Die Teilnehmer wurden dazu befragt, an wie vielen Tagen sie in den vergangenen zwölf Monaten zur Arbeit gegangen sind, obwohl sie sich krank gefühlt haben. Die Antwort: 46 Prozent der Befragten sind im Jahr 2016 nicht konsequent zuhause geblieben, wenn sie sich krank gefühlt haben. Davon ging jeder Zehnte an ein bis drei Tagen zur Arbeit, auch wenn er sich krank fühlte und noch einmal zehn Prozent an vier bis fünf Tagen. 13 Prozent gingen an sechs bis zehn Tagen zur Arbeit, obwohl sie sich nicht fit fühlten, etwa zwölf Prozent gingen an mehr als zehn Tagen mit Unwohlsein zur Arbeit. Nur etwa jeder Fünfte blieb nach eigenen Angaben bei einem Krankheitsgefühl zu Hause. Etwa 30 Prozent haben sich dagegen im vergangen Jahr gar nicht krank gefühlt.

Gibt es dafür einen guten Grund?

Welche Gründe die Befragten für den Gang zur Arbeit hatten, obwohl sie sich krank fühlten, zeigen die Ergebnisse nicht. Und hierfür mag es sicherlich vielfältige Faktoren geben. Einerseits fühlen viele Arbeitnehmer bei Fehltagen Druck durch das Unternehmen oder aber haben zumindest das Gefühl, auch durch Krankheit zu fehlen, sei nicht in Ordnung. Andere machen es auch aus einem falsch verstandenen Pflichtbewusstsein, um ihre Kolleginnen und Kollegen oder auch die Führungperson nicht „hängen zu lassen“ – oder aber haben Angst, dass ihnen die Kollegen das Fehlen krumm nehmen könnten. Und wieder andere nehmen den eigenen Körper ganz einfach nicht ernst und denken, sie könnten auch mit einer Erkältung zur Arbeit gehen. „Das bißchen Schnupfen!“.

Doch ganz gleich, welcher Beweggrund es ist, grundsätzlich bringt es einfach nichts, krank zur Arbeit zu gehen. Denn damit geht man nicht nur das Risiko ein, auch noch andere Menschen aus dem Team anzustecken, sondern es passieren erkrankten Mitarbeitern ganz simpel mehr Fehler, was wiederum den Arbeitgeber mehr kostet als dass ihm die Arbeitskraft hilft. Zudem trägt man so dazu bei, dass auch Kolleginnen und Kollegen sich nicht wohl fühlen, wenn sie krank zuhause bleiben. „XY geht auch immer krank zur Arbeit – wenn ich nun zuhause bleibe, wird das sicher als geringerer Engagement gewertet!“. Damit stärkt man, wenn auch vielleicht unbewusst, eine Unternehmenskultur, die am Ende allen schadet.

Zudem, und das sollte eigentlich sowieso an allererster Stelle: Die eigene Gesundheit muss immer wichtiger als der Job sein, alles andere ist fahrlässig sich selbst gegenüber. Also bitte, liebe Lesende: Bleibt einfach zuhause, wenn ihr krank seid und kuriert euch gut aus. Und an alle Chefs: Schafft ein Umfeld, in dem eure Mitarbeiter keine Sorgen haben, wenn sie sich krankmelden – das ist immer auch im Interesse des Unternehmens, denn nur wenn sie fit sind, können sie auch gute Arbeit leisten.

Mehr bei EDITION F

Schluss mit dem Kollegen-Bashing: Wer krank ist, kann nichts dafür! Weiterlesen

Wieso wir nicht arbeiten sollten, wenn wir krank sind und es trotzdem machen. Weiterlesen

Immer mehr Eltern melden sich im Büro ab, wenn ihr Kind krank ist – doch was bedeutet das? Weiterlesen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

About Zeen

Power your creative ideas with pixel-perfect design and cutting-edge technology. Create your beautiful website with Zeen now.

Weitere Beiträge
800.000 Follower auf Instagram: Was macht „Our Food Stories“ so erfolgreich?