Foto: Bustle

Harry Potter and the Philosopher’s Stone

Das erste Buch von Harry Potter ist in dieser Woche vor genau 20 Jahren erschienen. Die Bücher, die ursprünglich für Kinder und Jugendliche geschrieben wurden, genießen inzwischen Kultstatus über fast alle Generationen hinweg. Das mag daran liegen, dass es J.K. Rowling gelungen ist, eine Form von „Straßen-Philosophie“ zu kreieren: Ihre Geschichten sind aktuell, modern, cool, spannend und gleichzeitig hochphilosophisch.

 

Mit über 500 Millionen verkauften Büchern und Übersetzungen in 73 Sprachen – u.a. auch in Sprachen wie Koreanisch, Armenisch, Ukrainisch, Urdu, Hindi, Bengali, Latein oder Altgriechisch – trägt Rowling großflächig dazu bei, dass sich Menschen mit Themen wie Machtmissbrauch, Gewalt, Hass, Vorurteile, Verlust aber auch Mut, Freundschaft, Gerechtigkeit, Freiheit und Liebe auseinandersetzen. Und dennoch sagt die Autorin, dass für sie diese Materien immer intrinsischer Teil der Geschichte sind, und es ihr nicht liegen würde, diese Fragestellungen ihren Lesern aufzuoktroyieren.

Harry Potter, Lord Voldemort und Albus Dumbledore werden zu Orpheus, Prometheus und Admetos und befassen sich damals wie heute mit dem Tod. Vor allem Voldemort’s Obsession den Tod zu besiegen und seine Suche nach Unsterblichkeit um jeden Preis, umschreibt unser aller Angst vor dem Sterben und führt uns Memento mori vor Augen. Die Auswirkungen von Gewalt und Tod auf die Menschheit als Gesamtes wird ebenso anschaulich dargestellt, wie die Überwindung von schier unmöglichen Hindernissen.

Doch im Grunde nutzt Rowling, wie sie selbst sagt, ihre Bücher als Appell gegen Engstirnigkeit und für mehr Toleranz. Sie ermutigt, Dinge zu hinterfragen und der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Sie zeigt auf wie unsere Entscheidungen zeigen wer wir wirklich sind – viel mehr als unsere Fähigkeiten – und erläutert, dass wir alle immer die Wahl haben, zwischen dem rechten und dem einfachen Weg. Und dass, letztendlich Tyrannei da ansetzen kann, wo Menschen apathisch den einfacheren Weg nehmen um dann in einem Realität-gewordenen Albtraum zu erwachen.

Die Fragen was Realität und Illusion sind, bleiben ebenso die Frage danach was Liebe ist, und warum sie der mächtigste Zauber der Welt ist.

Nina Schmid, Juni 2017

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