Foto: Clem Onojeghuo | Unsplash

Mit dieser Funktion will Instagram jetzt bei psychischen Erkrankungen helfen

Instagram – ein Ort der perfekten Bilder: Von #Foodporn bis zu den malerischsten Naturkulissen, die die Welt je gesehen hat. Aber trügt der schöne Schein etwa? Die Macher der App haben nun eine neue Funktion herausgebracht, die Menschen mit psychischen Erkrankungen dabei unterstützen soll Hilfe zu finden.

 

Psychologische Hilfe via Instagram

Laut der Weltgesundheitsorganisation leiden 350 Millionen Menschen weltweit an Depressionen. Dass dieses Thema endlich aus der Tabuzone herausgeholt werden muss und wir viel mehr darüber sprechen sollten, steht nicht zur Diskussion. Der Social-Media-Riese Instagram hat deshalb eine neue Funktion eingeführt, die Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung oder Essstörungen leiden, helfen soll, professionelle Hilfe zu bekommen. 

Demnächst wird es möglich sein, Fotos von anderen Personen zu markieren, wenn man das Gefühl hat, dass diese Person an einer Depression oder Essstörung leidet – natürlich anonym. Derjenige, der das Bild veröffentlicht hat, bekommt von Instagram eine Nachricht:

„Jemand hat einen deiner Posts gesehen und denkt, dass du gerade eine schwere Zeit durchmachst. Wenn du Support brauchst, würden wir dir gerne helfen”

Nachdem der Nutzer diese Nachricht erhalten hat, bekommt er verschiedene Optionen angeboten, wo er sich professionelle Hilfe holen kann. Hierfür arbeitet Instagram zum Beispiel mit der National Eating Disorders Association oder der National Suicide Prevention Lifeline zusammen. 

Probleme in einer perfekten Welt

Instagram ist eigentlich bekannt für Oberflächlichkeit und Perfektionismus. Wenn man durch die Bilder scrollt überkommt einen oft der Gedanke, dass man sein Leben gerne gegen eines der zahlreichen Blogger und professionellen Instagrammer eintauschen möchte. Wohin das Auge reicht bekommen wir Urlaubsbilder, gutes Essen, die neuesten Modetrends kredenzt – können dabei psychischen Erkrankungen überhaupt erkannt werden? Ja, meinen die Macher der App. Oft würden psychische Erkrankungen in der Realität einfach übersehen oder gar nicht wahrgenommen werden, deshalb sei so eine Funktion auf dem Social Media-Kanal sehr wichtig. Die Nutzer würden so erkennen, dass sich jemand Sorgen um sie macht und sie nicht alleine sind. 

Ein gefundenes Fressen für Trolle?

Es ist fraglich, ob es wirklich jemanden dazu bringt, sich aktiv professionelle Hilfe zu suchen, nur weil Instagram das nun im Fall der Fälle vorschlägt. Auch könnte die Benachrichtigungen, dass jemand sie als krank einstuft, für Menschen, die sich eigentlich pudelwohl fühlen, verletzend sein. Eine psychische Erkrankung ist eine sehr persönliche Sache, mit der umsichtig umgegangen werden muss. Ob Instagram der richtige Ort ist, Menschen mit Erkrankungen zu helfen, wird sich wohl noch herausstellen müssen.

Wir sind sehr gespannt, ob die Neuerung den gewünschten Effekt mit sich bringt – was natürlich sehr wünschenswert wäre. Ebenso ist zu hoffen, dass die Funktion nicht von „Trollen” ausgenutzt wird und sich diesen so eine weitere Chance bietet, andere zu ärgern und zu verletzen – und das auch noch anonym. 

Vorerst wird es die Funktion nur in den USA geben. Sie soll aber demnächst auch in Deutschland und weiteren Ländern eingeführt werden.

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