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Deshalb sind so viele intelligente Menschen unglücklich

Irgendwie sucht doch jeder das vollkommene Glück. Gerade intelligente Menschen haben es aber sehr schwer, dieses zu finden und das liegt meistens an ihnen selbst.

Du bist doch intelligent, warum bist du dann nicht glücklich?

Bildung, Reichtum und Intelligenz — all diese Faktoren sind keine Garantie für Glück. Warum selbst die intelligentesten Menschen zum Großteil unglücklich sind, hat ein Professor der Universtiy of Texas analysiert und die Ergebnisse in seinem Buch „If You’re So Smart, Why Aren’t You Happy?“ festgehalten.

In einem Interview mit Joe Pinsker von „The Atlantic“ spricht Marketing Professor Raj Raghunathan über seine Forschungen. Nathalie Gaulhiac von unserem Partner Business Insider hat die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

Vergleicht euch nicht mit den anderen

Menschen haben zwar ein Gefühl dafür, was sie glücklich macht, gehen aber falsch an diese Dinge heran. Schlüsselbegriff ist hierbei der soziale Vergleichungsprozess. „Das bedeutet, der Beste in etwas sein zu wollen“, erklärt Raghunathan. Dieser Ansatz bringe viele Probleme mit sich. Zum einen sei es schwierig, Maßstäbe für den Erfolg zu setzen. Wie definiert man, „der Beste“ zu sein?

Will man beispielsweise der beste Professor sein, gibt es zahlreiche Kriterien, an denen man den Erfolg festmachen kann: Die Bewertungen der Schüler, die Erfolgsrate der Schüler in Tests, das Gehalt oder auch die Anzahl an Auszeichnungen. Laut Raghunatan sei die Gefahr hierbei, dass sich Menschen häufig falsche Ziele setzen. Ein gutes Gehalt sagt nämlich kaum etwas darüber aus, ob man tatsächlich ein guter Professor ist.

Zum glücklich sein gehört die richtige Weltansicht

Können, Zugehörigkeit und Selbstständigkeit allein genügen nicht — zum glücklich sein gehört die richtige Weltansicht. Auch hier geht Raghunatan auf die richtige und falsche Herangehensweise ein.

Viele Menschen haben eine eingeschränkte Weltansicht und wünschen sich parallel zum eigenen Sieg die Niederlage ihrer Mitmenschen. Das Prinzip der Knappheit soll noch vom Beginn der Evolutionsgeschichte in unseren Köpfen eingebrannt sein: „Ich denke, dass wir als intelligente Wesen erkennen müssen, dass uns einige Spuren unserer evolutionären Neigungen zurückhalten könnten.“ In der Arbeitswelt wird zum Beispiel häufig der Maßstab für Erfolg dorthin gesetzt, besser als seine Kollegen zu sein.

Bei der optimalen Weltansicht tritt der Knappheits- und Konkurrenzgedanke hingegen in den Hintergrund. Stattdessen lässt man seinen Mitmenschen den nötigen Raum zu wachsen. Unternehmen wie Google setzen auf diese Weltansicht und legen ihren Fokus darauf herauszufinden, was ihre Mitarbeiter wirklich begeistert. Denn so groß wie die Freude über eine Gehaltserhöhung auch sein mag — nach wenigen Monaten hat man sich daran gewöhnt und ist unglücklich mit dem, was man hat. Also sucht man sich immer wieder ein neues Ziel und ist niemals mit dem zufrieden, was man hat.

Tut das, wofür ihr euch wirklich interessiert

Wer nicht das Bedürfnis verspürt, sich mit anderen Menschen zu vergleichen, fühlt sich automatisch zu Dingen hingezogen, die er instinktiv gut kann. Wer sich bewusst macht, was er wirklich kann und was einem Spaß macht, wird auf Dauer Erfolg und Geld als Nebenprodukt ernten.

„Mach dir keine Gedanken um das Ergebnis, sondern genieße den Prozess.“

Dass das ständige Vergleichen nicht langfristig glücklich macht, beobachtete der Professor bei seinem eigenen Sohn: „In meinem Buch spreche ich darüber, wie wir meinem Sohn ein kleines mechanisches Auto gegeben haben als er ungefähr drei Jahre alt war, weil er gesehen hatte, dass ein Nachbar das Auto bekommen hat. Er hat sich ungefähr drei Tage lang mit dem Auto beschäftigt. Danach wollte er mit der Box spielen, in der das Auto angekommen war. Es war bloß eine Box“, beschreibt der Forscher. „Er hatte keine Ahnung dass das Auto mehr kostete und technisch fortgeschrittener war. Er mochte die Box, weil er einen TV-Charakter der Show ‚Hamilton the pig‘ gesehen hat, der in einer Box lebt.“

Aber wie kann man sich auf das richtige Denken programmieren? „Man muss etwas tun, das man für bedeutungsvoll hält, und in das man sich auf täglicher Basis verlieren kann“, erklärt Raghunatan. Kleine Details können ausschlaggebend sein: Gesten wie ein Spaziergang mit seiner Familie zu unternehmen anstatt vor dem Fernseher zu sitzen, können im Gesamtbild Großes bewegen und das Leben insgesamt glücklicher machen.

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