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Kaffee, Teilzeit und Scheidung mindern die Rente

Heiraten ist keine Altersvorsorge. Dennoch scheinen sich viele Frauen auf den Partner zu verlassen, wenn es um die finanzielle Zukunft geht. Kinder alleine erziehen, Teilzeitjobs und teure Scheidungen mindern die Rente zusätzlich. Leidtragende sind oft die Frauen. Tipps, wie das Geld im Alter trotzdem reicht.

 

Tipp 1: Lass dich beraten – und zwar unabhängig

Vom Riester-Vertrag über die Rürup-Rente zum Aktienfonds. Es gibt verschiedenste Modelle, um die private Altersvorsorge zu regeln. Welches Produkt hier das Richtige ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Für Selbstständige sieht es anders aus als für Arbeitnehmer und für Singles anders als für eine Mutter mit Kindern. Versicherungen möchten natürlich möglichst ihre Produkte verkaufen, daher hilft ein Beratungstermin, bei einer unabhängigen Stelle, rät Finanzexperte Dieter Homburg. Der Autor des Buchs „Altersvorsorge für Dummies“ weiß, dass es auch Berater gibt, die speziell Frauen beraten.

Es ist vor allem wichtig, einmal einen Zugang zum Thema Altersvorsorge zu bekommen. Denn laut aktueller Studie, ist jungen Menschen ihr Latte Macchiato wichtiger als ihre Rente. Die amerikanische Mikro-Investment App Acorns fand heraus, dass 45 Prozent der 18- bis 23 Jährigen mehr Geld für Kaffee als für die Rente ausgeben. Bei den 24- bis 35 Jährigen sind es immer noch 35 Prozent, denen ein Besuch im Café wichtiger ist, als der Lebensabend.

Tipp 2: Bau deine Schulden ab

Es kommt die Zeit oder sie ist schon da, da müssen Kredite aufgenommen werden. Für das eigene Häuschen, das Startup oder sonstige Freuden des Lebens. Wer seine Schulden abbaut, dem bleibt mehr Geld, das in die Altersvorsorge wandern kann. Andererseits ist ein abbezahltes Eigenheim, in dem man auch im Alter solange wie möglich wohnen bleibt, eine gute Variante um die Rente nicht für Mietausgaben verwenden zu müssen. Selbständigen raten Finanzexperten besonders vorzusorgen: Eine Berufsunfähigkeits-Versicherung ist Pflicht. Außerdem: Ein laufender Betrieb reicht als Altersvorsorge meistens nicht. „Frauen können es sich nicht leisten,
sich
nicht um ihr Geld und die finanzielle Vorsorge zu kümmern“, heißt es beim unabhängigen Frauen-Finanzportal hermoney.

Tipp 3: Vermeide Ausfälle

Wenn die Kinder erst mal da sind, ist es meist die Frau die sich um die Betreuung kümmert. Außerdem sind Frauen oft in Branchen tätig, in denen weniger bezahlt wird. Auch die Gender Pay Gap ist ein Grund, warum Frauen im Alter häufiger arm sind, als Männer. Doch aufgepasst: Auch während der Kindererziehungszeit solltet ihr die Altersvorsorge nicht vernachlässigen. Denn Ausfälle führen zu massiven Kürzungen der Rente. Lange Laufzeiten ohne Unterbrechungen sind das Wichtigste bei der Einzahlung in die Altersvorsorge. „Je länger Sie zögern, sich mit der Rente zu beschäftigen, desto weniger bekommen Sie im Alter“, so der Autor.

Tipp 4: Bindet eure Familie mit ein

Ist die Elternzeit vorbei, nehmen Frauen oftmals Teilzeit- oder Mini-Jobs an. Mit diesen Löhnen wird es schwer, Geld in die private Altersvorsorge zu stecken. Hier kann ein Familienrat helfen. Eventuell ist der Mann bereit, sein Pensum zurückschrauben und der Frau so zu mehr Prozenten zu verhelfen. Ist am Stand der Frau nichts zu erhöhen, sollte zumindest mehr Geld aus der Familienkasse in die private Rente der Frau fließen. Dabei können auch Einmalzahlungen nützen. Staatliche Förderung gibt es für Familien. In den ersten drei Jahren nach der Geburt des Kindes gibt es beim Riester-Vertrag besonders attraktive Konditionen. Und auch danach bezahlt die Regierung für jedes Kind bares Geld aufs Rentenkonto.

Tipp 5: Sei und bleib unabhängig

So hart es auch klingt. Das perfekteste Leben kann sich ändern und dann steht frau alleine da. Bei einer Scheidung ist der Mann nicht automatisch verpflichtet Unterhalt an seine Ex-Frau zu zahlen. Umso wichtiger die Vorsorge: Wer im Alter von 20 Jahren beginnt, muss nur 85 Euro im Monat zurücklegen, um mit 67 Jahren eine Rente von 500 Euro zu bekommen. „Gerade junge Frauen können bevor der Nachwuchs da ist besonders viel zurücklegen“, sagt Homburg. Wer mit 30 beginnt, braucht schon 135 Euro im Monat und so weiter. Frauen, die bislang kaum gearbeitet oder gespart haben, sollten die fünf Mindest-Beitragsjahre für den Rentenanspruch notfalls nachträglich auffüllen.

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