Foto: Screenshot – Youtube

Lady Gagas bewegendes Statement gegen sexualisierte Gewalt

Lady Gaga hat die Bühne der Oscars 2016 für ein wichtiges Thema genutzt. Ihr Song „Til it happens to you“ thematisiert, wie Opfer von sexualisierter Gewalt sich fühlten und betont, dass die Beseitigung dieser Gewalt die ganze Gesellschaft betrifft.

 

Aufmerksamkeit für ein wichtiges Thema

Die Performance von Lady Gaga wurde bei der gestrigen Preisverleihung der Oscars mit Standing Ovations gefeiert – Tränen gab es auch. Die Künstlerin widmet ihren Song „Til it happens to you“ all denjenigen, denen sexualisierte Gewalt erfahren ist. Für den Auftritt holte sie einige dutzend Jugendliche, die im Laufe ihres Lebens genau das erlebt haben, auf die Bühne – stellvertretend für die unzähligen anderen, die von sexualisierter Gewalt traumatisiert worden sind.

Nicht nur der Auftritt bei dem Medienereignis, das überall in der Welt verfolgt wird, verlieh dem Thema besonders Gewicht. Angesagt wurde die Sängerin von Vize-Präsident Joe Biden, der im Namen der Regierung noch einmal betonte, dass Betroffenen niemals das Gefühl gegeben werden dürfte, Schuld zu tragen, wenn sie Gewalt erfahren.

Nach dem Auftritt bedankte sich Kesha über Twitter. Zuvor war gemunkelt worden, Lady Gaga würde sie sogar auf die Bühne holen. Kesha behauptet aktuell, ihr Produzent Lukasz Gottwald habe sie vergewaltigt. Sie möchte daher ihren Vertrag beenden, doch darf das aus rechtlichen Gründen nicht. Weil Kesha sich nun nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten will, kann sie derzeit keine neuen Songs veröffentlichen.

Viele Stars, wie auch Lady Gaga, haben sich mit Kesha solidarisiert, nachdem ein New Yorker Gericht ihren Antrag auf einstweilige Verfügung abgewiesen hat.

Lady Gaga gewann zwar nicht den Oscar für den besten Filmsong – ihr Auftritt am gestrigen Abend wird jedoch hunderttausende Teenager und Erwachsene in Erinnerung behalten. Das ist vielleicht noch sehr viel mehr wert.

Hier seht ihr die Performance:

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Teresa Bücker arbeitet, schreibt und spricht zu gesellschaftspolitischen Fragen der Gegenwart und Zukunft. Auf Konferenzen, im Fernsehen und in Workshops diskutiert sie über den Wandel der Arbeitswelt (New Work, Leadership, Diversity), digitale Strategien für Journalismus und Politik, über Partizipation und Aktivismus, Gerechtigkeit, Repräsentation, Macht und sexuelle Selbstbestimmung. Immer aus einer feministischen Perspektive. Immer mit Blick auf Gestaltungsmöglichkeiten und Lust auf Veränderung. Für ihre Arbeit als Chefredakteurin für Edition F wurde sie 2017 als „Journalistin des Jahres“ ausgezeichnet. Seit Juni 2019 arbeitet sie als freie Journalistin und Beraterin.

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