Foto: Jennifer Fey

Lea Lange: „Wir wollten eine bezahlbare Alternative zum Mainstream schaffen“

Wer auf der Suche nach bezahlbarer Kunst ist, schaut früher oder später bei Juniqe vorbei. Ein Gespräch mit Mitgründerin Lea Lange.

 

Gute Kunst muss nicht teuer sein

Kunst, die für jeden bezahlbar ist und trotzdem abseits des Mainstreams passiert. Das war der Ansatz für die Gründung des Online Shops Juniqe im Jahr 2014. Nach gut 15 Monaten können sich Lea Lange,  Sebastian Hasebrink und Marc Pohl über ein wachsendes Unternehmen freuen. Das Ziel? Die Nummer 1 auf dem Markt zu werden.

Wie sich die drei Gründer kennengelernt haben, warum ein gutes Team so wichtig ist und wie die auf Juniqe verkaufte Kunst entsteht, erzählt Lea Lange im Interview.

Was genau passiert bei Juniqe?

„Juniqe ist der Online-Shop für handverlesene Kunst. Bei Juniqe haben wir die große Vision, den Massenmarkt für Kunst zu revolutionieren, indem wir eine kreative und trotzdem noch bezahlbare Alternative zum Mainstream schaffen. Das Besondere ist, dass hinter jedem Kunstwerk auf Juniqe ein Künstler oder eine Künstlerin steht. Sie alle wurden von uns persönlich ausgesucht und werden individuell betreut. Unsere Kunden können sie in unserem Magazin durch Interviews, Studiotouren und in Videos näher kennenlernen. Gleichzeitig ist alles absolut bezahlbar. Wir sind für jeden, der mehr sucht als ein Poster, aber nicht der absolute Kunstexperte ist.“

Wann habt ihr Juniqe gegründet?

„Wir sind Ende Januar 2014 live gegangen; wir bieten also seit guten 15 Monaten eine kreative Alternative zum Mainstream.“

Kunstdruck von Davies Babies.

Was war bisher euer größter Erfolg und worauf bist du besonders stolz?

„Besonders stolz bin ich auf unser tolles Team. Mir bringt es unglaublich viel Spaß, mit jedem Einzelnen zusammenzuarbeiten, um unserem gemeinsamen Ziel ein bisschen näher zu kommen: Juniqe zu der Nummer 1 im europäischen Markt für bezahlbare Kunst zu machen. Vor allem, wenn ich Bobbie, der Leiterin unseres Kundenservices zuhöre, mit wie viel Leidenschaft sie bei der Arbeit ist, weiß ich genau, wieso ich das mache, was ich mache.“

Wie habt ihr drei euch kennengelernt und was habt ihr vorher gemacht?

„Marc und ich haben vorher zusammen bei Casacanda und später bei Fab.com gearbeitet, wo Marc die Logistik für Europa aufgebaut und geleitet hat. Sebastian und Marc kennen sich aus dem Studium, Sebastian war vorher bei Roland Berger in Dubai.“

Wie sehr interessierst du selbst Dich für Kunst?

„Ich bin nicht bei jeder Vernissage und kenne nicht alle Namen, aber ich liebe es, am Sonntag durchs Museum zu spazieren oder beim Gallery Weekend ganz viel Neues auf einmal zu sehen. Die letzte Ausstellung, in der ich war, war „Jahrhundertzeichen“ im Martin-Gropius-Bau. Dort sind Werke aus dem Tel Aviv Museum of Modern Art zu sehen. Ich fand es sehr schön, zwischen Klassikern wie Rothko auch ganz aktuelle israelische Kunst zu entdecken – damit hatte ich mich vorher noch nie befasst. Was die Kunst auf Juniqe betrifft – ich bin immer auf dem Laufenden, welche Künstler als nächstes bei uns zu sehen sind und verfolge auch, was die sonst so machen. Wasted Rita oder Ale Giorgini zum Beispiel sind sehr umtriebig und haben immer irgendwo eine Ausstellung oder ein neues Projekt am Laufen.“

Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Künstler aus?

„Unser Einkäufer findet die Künstlerinnen und Künstler auf unterschiedlichsten Wegen. Über Empfehlungen, über persönliche Kontakte, durch Recherchen im Netz und in der Berliner Kunstszene. Viele bewerben sich auch bei uns und wir wählen dann aus, wen wir in unser Portfolio aufnehmen. Unser Einkaufsteam besteht inzwischen aus drei Leuten, die permanent mit den Künstlern in Kontakt sind. Vieles läuft per E-Mail und Telefon, aber in letzter Zeit kommen auch immer mehr mal im Büro vorbei, wenn sie in Berlin sind. Es macht total Spaß, die Künstler ganz persönlich kennenzulernen.“

Foto: Jennifer Fey

Woher kommen eure Künstler?

„Wirklich aus der ganzen Welt. Von Neuseeland über Malaysia und Russland bis Berlin, London, New York und Buenos Aires. Eine absolut internationale Community.“

Werden eure Künstler von euch persönlich betreut und beraten?

„Ja. Unser Buying-Team besteht aus drei Leuten, die die Künstler aussuchen, die Zusammenarbeit organisieren und als Ansprechpartner für Fragen und Feedback zur Verfügung stehen. Im Content-Bereich arbeiten wir auch viel mit ihnen zusammen. Wir stellen sie in Interviews vor, machen Videos, lassen sie unseren Instagram-Account für einen Tag bespielen… es macht total Spaß, zu sehen, wie sie da ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Jetzt wird es Sommer, das bedeutet, sehr viele Leute kommen nach Berlin zu Besuch und schauen dann auch bei uns im Office vorbei.“

Poster von Davies Babies.

Was unterscheidet eure Produkte von dekorativen Bildern, wie zum Beispiel von Ikea?

„Erstens gibt es bei uns natürlich viel mehr individuelle Auswahl. Es gibt Kunst in verschiedensten Stilen für alle möglichen Geschmäcker, gleichzeitig ist jedes einzelne Design wirklich von uns kuratiert. Es gibt keinen Einheitsbrei. Wir sind außerdem stolz darauf, dass hinter jedem Bild ein Künstler steht, dessen Geschichte wir unseren Kunden erzählen. Auch davon kann man sich inspirieren lassen, welche Prints man sich für die Wohnung aussucht. Die Künstler verdienen an jedem Kauf.“

Wo werden eure Produkte produziert?

„Alle unsere Produkte werden in Deutschland bedruckt. Dieses Qualitätsmerkmal ist uns und einem großen Teil unserer Kunden sehr wichtig.“

Gibt es Juniqe auch im Ausland?

„Juniqe liefert momentan in 14 europäische Länder und wir arbeiten natürlich permanent daran, mehr Länder beliefern zu können. Die Seite ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar. Man munkelt aber, dass bald auch eine französischsprachige Texterin bei uns anfängt…“

Poster von Keri Bevan.

Wie wichtig ist Berlin als Standort für euch?

„Berlin ist aus verschiedenen Gründen wichtig für uns: Es gibt hier sehr viele spannende Startups, also ein sehr enges und spannendes, internationales Netzwerk aus Gründern, kompetenten Mitarbeitern und relevanten Partnern. Aber Berlin ist für uns natürlich auch als Kunst- und Lifestyle-Metropole interessant. Hier gibt es immer was Neues zu entdecken und wir lassen uns gern von allem inspirieren, was hier passiert. Das Feedback von einem solchen Umfeld ist extrem wertvoll für uns.“

Immer häufiger sieht man jetzt die Kombination aus Café und Galerie, oder Ladenlokal und Galerie – wie sieht Deiner Meinung nach die Galerie der Zukunft aus?

„Das stimmt. Ich denke, auf diese Weise nähern sich Kunst und Käufer weiter an. Die Menschen haben weniger Berührungsängste, in einen Laden oder in ein Café zu gehen und dort Kunst auszusuchen, als in einer klassischen Galerie. Kunst kaufen wird so einfacher und bezahlbarer für alle – das ist ja auch unser Ansatz. Ich glaube, die Galerie der Zukunft wird eine sehr starke Online-Präsenz haben. Der Online-Kunstmarkt wächst rasant.“

 

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