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Leben am Limit – nicht mit mir

Lebst du noch oder webst du nur noch vor dich hin?

 

#achtung Ironie – bloß nicht die Finger verbrennen

Überleben im Jungel des Lebens

Willst du das erreiche, arbeite bis zum Umfallen? Selbstoptmierung, Selbstsabotage, Selbsthass, Selbstzerstörung, eine wunderbare Kette der eigenen Endlosspirale im Namen der (beruflichen) Entwicklung. Willst du das kaufen können, solltest du dieses Gehalt verdienen. Willst du das verdienen, solltest du auch mal bereit sein, Überstunden zu machen. Ja klar, 10 Stunden pro Tag exklusive Pause, klar kein Problem. Und natürlich auch gerne mal am Wochenende. Ich beschneide mein eigenes Leben, denn ich lebe für den Job. Wer was will muss auch in die Zitrone beißen und aus ihr ruckizucki bittersüße Limonade machen. Aber bitte nur mit Süßungsmittel, weil durch das viele Sitzen die Bewegung zu kurz kommt. Nicht, dass du noch fett wirst!

Hat da nicht jemand mal was von ausreichend Schlaf gesagt, was das Gehirn benötigt, um richtig arbeiten zu können? Ist das nicht sogar wissenschaftlich belegt? Aber egal, ich bin jung und brauche kein Leben. Lieber viel Geld, um mir die geilsten Sachen zu genehmigen und auf den angesagten Partys der Stadt zu dänzen. Auf gehts, ab gehts, 3 Tage wach, es gibt ja schließlich genug, was ich dafür nehmen kann.  Ich habs ja, für was bitte arbeite ich denn auch sonst?

Wie, ich bin egoistisch, weil ich mich nicht tot arbeiten will? Oder worum geht es wirklich?

Also halten wir mal den Ball flach, ich arbeite gerne. Vorausgesetzt, ich kann den Sinn dahinter erkennen. Stumpfsinniges Arbeiten, um zu zeigen, wie arbeitswillig ich bin, indem ich dauerhaft Überstunden wie am Fließband absolviere und mich dann mit meiner erschöpften überarbeiteten Miene vor meinen Freunden auszuheulen, ne, das is nicht meins. Wo ist die gemütliche Langsamkeit hin? Die Stunden, in denen wir aus dem Fenster schauen, oder uns mal unterhalten, ohne, dass es direkt irgendwo hin führen muss? Bin ich alt geworden? Oder langweilig, spießig oder faul? Und warum überhaupt muss ich mich direkt erklären oder in eine Schublade stecken? Und überhaupt, was hat Selbstschutz mit Egoismus zutun? Ist es nicht so, dass wir erst zu kreativen Lösungen kommen können, wenn wir einmal Abstand zu all dem verrückten (Arbeits-)Alltag eingenommen haben?

Eine Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss – Wofür möchte ich leben?

Mit meinen weisen 30 Jahren *hust* habe ich schon viel erlebt und in den verschiedensten Bereichen gearbeitet. Gleichzeitig waren viele Zeiten dabei, in denen ich fauler hätte nicht sein können. Und doch, trotz vieler Erfahrungen ist da diese Neugier, Neues zu erkunden und mein Wissen auszubauen und zu verbreitern. Und dann sind da noch diese Schubladen, die mir seit jeher zu wider waren und denen ich mich immer wieder neu zu entledigen versuche. Von den ganzen Schubladen im Arbeitsleben gibt es da ja noch solche: Bist du etwa Poly? Oder BI? Oder wie ist das, wenn du zwar keine Beziehung führst aber dann doch mehr als eine Perosn liebst? Und überhaupt, dieses Lieben, was genau heißt das für dich? Ist es nicht vielleicht nur so, dass DU DICH NICHT ENTSCHEIDEN KANNST?

Alter! Da fang ich an zu fluchen und wie son Jungspunt von 20 Jahren zu kreischen: „Ey alter, geh mir net uff den Sack“, schön das Hessisch mit Berlinerisch verbunden, damit och jeder sich in jewisser Weise anjesprochen fühlt, gelle?

Eine zauberhafte Erkenntnis nach all dem Rumgeirre: Tue, wonach dein Herz verlangt

Bei all dem Überangebot an abertausend scheinbaren Möglichkeiten, von denen am Ende nur ein geringer Kaffeesatz tatsächlich passt ist es wichtig, schnell zu entscheiden. Passt es zu mir oder kann es weg? Also: wofür möchte ich leben? Wofür bin ich nicht nur bereit, meine Zeit zu opfern, nein, ich möchte sie vielmehr investieren. Quasi die Samen meiner Erkenntnis in gesunde Erde pflanzen, regelmäßig gießen, den Wetterbedingungen entsprechend absichern, tiefe Wurzeln schlagen und am Ende jene Früchte ernten.

Schauen wir uns die Natur an, Bäume mit tiefen Wurzeln, so müsste doch eigentlich klar sein, wie gesundes Wachstum funktioniert: Mit Ruhe, Gelassenheit, Bewusstsein, Geduld und einem gesunden Fundament, frischer Luft, ausreichendem Wasser. Und nicht zuletzt Weggefährten und Freunde, ein Netzwerk, was in stürmischen Zeiten bestehen  bleibt. Und all das lässt sich mit keinem Geld der Welt erkaufen. Sondern nur mit Bedacht und Weitsicht sachte und bewusst entwickeln.

Also: Tschakka!

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