Foto: Lucie Marshall

Mein Sohn wird Vegetarier. Fast.

Essen bei Kindern ist ja sowieso so ein Thema. Aber wenn sie schon mit sieben Vegetarier werden wollen, ist man als Mutter so richtig gefordert.

Kannst du mir für die Schule nur Karotten und Gurke einpacken,
Mama?“, bittet mich Sam und ich frage mich, ob ich schon fremde Stimmen
höre.

„Was hast du gesagt?“, hake ich ungläubig nach. Er bestätigt: „Karotten und Gurke. Und ein Stück Brot.“

„Und soll auf das Brot Kinderwurst oder Leberwurst oder Teewurst?“, frage ich wie immer.

„Nein, Mama, nur Brot, weil ich bin jetzt Vegetarier!“ Oha.

„Wann ist das denn passiert?“, frage ich. Grundsätzlich habe ich
nichts gegen Vegetarier. Auch nicht, wenn mein Sohn einer ist. Nur, er
ist keinen Käse („Ich habe eine Allagie, ich SCHWÖRE!“) und da ist die
Auswahl von Brotbelägen einfach irre eingeschränkt.

„Ich will einfach kein Fleisch mehr essen. Das ist nicht gut“,
doziert er. Und ich nicke, will ihn nicht abbringen, aber schwitze bei
dem Gedanken, wie ich ihn satt kriegen soll.

Er anscheinend auch, denn 5 Minuten später sagt er: „Oder ich esse eine Woche kein Fleisch und eine Woche Fleisch.“

Ich nicke wieder: „Gute Idee!“

„Und heute ist die Woche, in der ich Fleische esse!“, führt er weiter aus.

Ich nicke nochmal. Bloß keinen Fehler machen. Ich habe keine Lust, ein hungriges Kind zu haben.

„Haben wir Würstchen, Mama?“ Ja, haben wir.

Sehr erleichtert, dass die vegetarische Phase gleich mit der
Fleischwoche beginnt, sitzen wir beim Abendbrot. Für die vegetarische
Woche schicke ich ihn dann zu der Oma. Oder zu den Nachbarn. Oder ich
verreise.

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