Foto: Ed Ivanushkin – Flickr – CC BY-SA 2.0

Habt Mut zum Schreiben!

Manchmal herrscht einfach nur Tohuwabohu im Kopf – Fragen, Sorgen und Ideen, alles wirbelt ungeordnet hin und her. Linda Leichel erzählt davon, wie ihr das Schreiben in diesen Situationen hilft.

 

Schreiben? Das kannst du doch gar nicht!

Für mich kam es früher nie in Frage, meine Gedanken und Ideen niederzuschreiben. Als Kind hatte ich keine Tagebücher, und auch als ich älter wurde, habe ich zum Schreiben nie einen Zugang gefunden. Mein Kopf bombardierte mich mit Gedanken, wie: Du kannst doch gar nicht Schreiben! Wen soll der Quatsch denn überhaupt interessieren? Lass es lieber gleich bleiben! So war das. Ständig. Also hakte ich die Idee immer wieder ab. Schreiben ist eben nichts für mich – das war dann mein Leitsatz. Und ich glaube, mit dieser Vorstellung bin ich nicht alleine.

Doch dann habe ich meine selbst eingeredete Schreibblockade ganz natürlich gelöst. Und zwar mit diesen zwei simplen Argumenten, die ich mir bei Aufkommen immer wieder selbst vorsage:

1. Du kannst schreiben. Du schreibst ständig – und sei es nur, deinen Namen zu Papier zu bringen. Und das machst du fast täglich. Ergo: du hast gar keine Ausrede. 

2. Es hat niemanden zu interessieren was du schreibst. Wenn du schreibst, dann machst du das nur für dich. Was du schreibst, ist deins. Du kannst entscheiden was du damit machst: für immer in der Schreibtischschublade verschwinden lassen: Prima! Eine Veröffentlichung in einem Magazin oder auf einem Blog: Perfekt!

Schreiben? Keine Ausreden mehr!

Immer noch nicht davon überzeugt, dass jeder schreiben kann? Mir hat es geholfen, bewusst darüber nachzudenken WIE ich gerne schreibe. Und auch WANN. Es sind ruhige Momente und Tage an denen nicht gleich der nächste Termin auf den anderen folgt. Ich gehe in mein Lieblingscafé und nehme meinen Computer. Für mich die beste Möglichkeit, schnell meine Gedanken loszuwerden. Und das Beste: ich kann alles auch gleich wieder löschen und verschwende nicht so viel Papier. Am besten ist dafür ein Programm, das mir nur eine weiße Seite bietet und keinen Formatierungs-Schnick-Schnack verlangt. Denn dann hat mein Kopf keine andere Möglichkeit als sich nur mit meinen Gedanken zu beschäftigen. 

Und das tut meist verdammt gut, denn:

…Schreiben hilft Gedanken zu ordnen

Es mag widersprüchlich klingen, aber einfach drauf loszuschreiben ist die beste Methode um Gedanken zu ordnen. Der Kopf macht ganz automatisch mit, bringt Struktur rein und lässt Themen deutlicher erscheinen. Speziell wenn ich unruhig bin und mich etwas beschäftigt, ich es aber nicht richtig greifen kann, dann hilft mir das Schreiben zu entdecken, was eigentlich in mir vorgeht. Nicht selten kommen dann Themen zum Vorschein, die ich gar nicht wirklich auf dem Schirm hatte.

Schreiben rückt Sorgen in die richtige Perspektive

Oft beschäftigen mich klitzekleine Sachen, die eigentlich gar nicht wirklich wichtig sind – aber in dem Moment riesig groß und maßgebend erscheinen. Wenn ich sie aufschreibe, werden diese ‚großen‘ Gedanken auf einmal ganz klein. Sie werden Worte, mit denen ich umgehen, mich auseinandersetzen und in die richtige Perspektive rücken kann.

Schreiben hilft dabei, runterzukommen

Es gibt Tage, da fühle ich mich als ob die ganze Welt gegen mich ist. Die Frau im Supermarkt ist total unfreundlich. Die Chefin hat mal wieder was zu meckern. Das Projekt läuft überhaupt nicht – und ich möchte dann manchmal einfach nur dastehen und alles aus mir herausschreien. Da ist es für meine Umwelt verträglicher, wenn ich meinen Computer mit all den bösen Schimpfwörtern und frustrierten Sätzen zumülle. Und für mich wahrscheinlich auch. 

Falls es euch so geht, wie mir: springt über die imaginäre Hürde und findet Mut zum Schreiben! Die Liste der Gründe,  warum man das machen sollte, wird dann bestimmt noch länger. Denn manchmal tut es einfach nur gut, mit sich selbst zu kommunizieren.

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