Foto: Ezgi Polat

800.000 Follower auf Instagram: Was macht „Our Food Stories“ so erfolgreich?

Laura und Nora sind die Köpfe hinter dem Blog „Our Food Stories“. Wir haben mit ihnen über ihren Erfolg, Genuss und das Arbeiten als Paar gesprochen.

 

„Wir haben nie daran gezweifelt, dass wir es schaffen werden“

Wenn man von gluten- und histaminfreien, vegetarisch und veganen Rezepten spricht, mögen immer noch viele Menschen nicht glauben, dass man es dabei mit Hochgenuss zu tun haben könnte. Ein grober Fehler, wie Laura Muthesius und Nora Eisermann mit ihrem Foodblog „Our Food Stories“ beweisen – überzeugt haben sie damit schon fast 800.000 Follower auf Instagram, Tendenz steigend.

Was genau ist ihr Geheimnis, was essen zwei Food-Bloggerinnen eigentlich, wenn es mal ganz schnell gehen muss und wie arbeitet es sich als Paar? All das haben uns die Fotografin und die Designerin im Interview erzählt.

Wie habt ihr beiden euch kennengelernt und wann war klar: Wir wollen damit auch was Eigenes aufziehen?

Nora: „Wir haben uns bei einem Filmdreh einer gemeinsamen Freundin kennengelernt. Ich hatte mein Atelier in einer der Locations, in der gedreht wurde und Laura hat Behind-the-Scenes-Fotos gemacht und die Crew und das Equipment durch ganz Berlin gefahren. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und in einander verguckt und sind nach einiger Zeit zusammengekommen.

Laura hatte damals durch viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Schwierigkeiten essen zu gehen. Wir haben also viel selber gekocht und waren immer auf der Suche nach neuen Rezepten, haben aber nicht viel gefunden, was uns so richtig angesprochen hat. Also haben wir einfach beschlossen unsere eigenen Rezepte zu teilen und einen Blog zu starten. Wir haben schnell gemerkt, dass wir uns auch in beruflicher Hinsicht gut ergänzen und eine große Leidenschaft für das Thema Food-Fotografie und -Styling haben. Als Lauras Fotografie-Studium sich dann dem Ende zugeneigt hat, haben wir beschlossen uns ganz darauf zu konzentrieren.“

Auf Instagram habt ihr fast 800.000 Follower – seid ihr gleich zu Beginn so durchgestartet?

Laura: „Das hat sich eigentlich sehr stetig gesteigert. Wir geben immer viel Leidenschaft und Arbeit in unsere Fotos und Rezepte und posten vor allem regelmäßig. Außerdem versuchen wir nach wie vor, auf viele der Kommentare unter unseren Bildern zu antworten und mit den Followern zu interagieren, das ist uns sehr wichtig.“

Könnt ihr eigentlich von eurem Blog leben?

Nora: „Wir leben nicht hauptberuflich vom Blog, es ist ein Zusammenspiel von Blogkooperationen, Instagram und Freelance-Foto- und Styling-Aufträgen. Wir finden diese Mischung perfekt und sind sehr zufrieden damit.“

Wenn ihr mal zurückdenkt: Wie hat sich euer Blog entwickelt, was hat sich verändert? Was habt ihr zu Beginn vielleicht gemacht, das ihr heute nicht mehr machen würdet?

Laura: „Am Anfang haben wir noch viel in unserer Wohnung gearbeitet und eher hellere, cleane Fotos gemacht. Dann haben wir uns unser Studio auf dem Land, nicht weit von Berlin, eingerichtet und so hat sich unser Stil ganz natürlich in eine rustikalere Richtung entwickelt. Das Licht dort war nicht so direkt und wir haben einfach viel von unserer Umgebung in unsere Fotos integriert – Blumen, alte Holzuntergründe etc. Mittlerweile haben wir unser Studio in Berlin, aber lieben diesen rustikalen Stil noch sehr und arbeiten nach wie vor auch oft noch auf dem Land, gerade im Sommer.“

Nora, du bist Food-Stylistin – wie wird man das eigentlich und was ist die wichtigste Eigenschaft, um gut in diesem Job zu sein?

Nora: „Soviel ich weiß gibt es momentan noch keine konkrete Ausbildung, bei mir hat es sich einfach in die Richtung entwickelt. Ich liebe es, Dinge schön anzurichten und ich denke man muss sehr geduldig, konzentriert und neugierig für diesen Job sein und sollte natürlich eine Leidenschaft für gutes Essen haben.“

Und Laura, du bist die Fotografin und für die Fotos bei euch zuständig. Heute glauben ja viele, dank Smartphone und diverser Filter, sie hätten automatisch auch gute Foto-Skills – nervt dich das?

Laura: „Eigentlich nicht. Ich finde es eher schön, dass jeder die Möglichkeit hat sich mit diesem Medium auseinanderzusetzen und wichtige und schöne Momente für sich einfangen kann. Und beruflich merkt man glaub ich schnell, dass zur Fotografie mehr dazugehört als ein schöner Filter.“

Ihr beide habt echte Traumjobs. Habt ihr vor allem Glück und Mut gehabt, oder war es vielmehr harte Arbeit, dass ihr heute da seid, wo ihr steht?

Laura: „Wahrscheinlich gehört immer eine Portion Mut dazu, sich selbstständig zu machen und kein festes Einkommen zu haben. Wir haben aber einfach nie daran gezweifelt, dass es klappen könnte und hatten keine Angst vor dem Schritt, sondern viel Zuversicht und haben vor allem hart gearbeitet. Am Anfang hieß das kein Wochenende und oft auch 16-Stunden-Tage. Mittlerweile haben wir da eine bessere Balance gefunden, aber ich denke am Anfang muss man einfach bereit sein, viel zu geben.“ 


Wie sieht eigentlich ein typischer Arbeitstag bei euch aus, wenn ihr etwas Neues für euer Blog vorbereitet?

Laura: „In der Regel stehen wir gegen 7 Uhr auf, frühstücken und machen einen Spaziergang mit dem Hund. Dann wird die Einkaufliste abgearbeitet, die wir im besten Fall am Vortag schon zusammengestellt haben und dann geht es ins Studio in die Küche. Nora bäckt oder kocht dann erstmal eine Weile und in der Zeit beantworte ich Mails, bearbeite Bilder oder bereite schon mal das Setting vor, wobei wir das meist eher zusammen machen. Wenn der Kuchen oder das Gericht fertig ist, beginnt das Shooting und das läuft bei uns sehr intuitiv ab.

Manchmal haben wir vorher schon eine ungefähre Farbwelt im Kopf und beispielsweise schon die passenden Blumen gekauft, manchmal wählen wir Keramik, Untergrund und Leinentücher auch erst spontan aus, wenn der Kuchen fertig ist. Zum Schluss ist meist alles in ein riesiges Chaos verwandelt und es bleibt ein Berg Abwasch. Oft haben wir aber auch Freunde und Familie, die nach dem Shooting vorbei kommen und mit denen wir den Kuchen dann zusammen genießen und die lieberweise beim ein oder anderen Abwaschberg helfen (lacht).“

Ist es für eure Arbeit von Vorteil, dass ihr ein Paar seid oder sorgt das auch mal für Stress, den ihr sonst nicht hättet? 


Nora: „Es ist auf jeden Fall ein riesen Vorteil! Wir wissen genau was der andere denkt und fühlt und sind so perfekt auf einander eingespielt. Wir lieben es einfach Zeit miteinander zu verbringen und dass wir das auch noch im Job können ist sehr schön!“

Hand aufs Herz: Ihr habt doch sicherlich manchmal auch keine Lust zu kochen, oder? Was gibt’s dann bei euch? Tütensuppe?

Laura: „Wir lieben einfach gutes Essen und eine Tütensuppe wäre auch in stressigen Situationen nicht unsere erste Wahl (lacht). Wenn man nach einem langen Shooting Tag mal keine Lust zu kochen hat, gibt es entweder einen großen Salat, Nudeln mit Pesto oder (glutenfreies) Brot mit Käse, Hummus, Avocado und Oliven.“ 


Selbst euer Notfall-Essen klingen sehr lecker! Was bedeutet euch eigentlich Genuss? 


Nora und Laura: „Sich Zeit zu nehmen und Dinge bewusst zu erleben.“

Und wo lasst ihr euch im Netz inspirieren? Welche (Food-) Blogs mögt ihr ganz besonders und warum?

Laura und Nora: „Oh, da gibt es einige! Wir lieben etwa Call me Cupcake, Foodbandits, Adventures in Cooking, Cashew-Kitchen, the food club… nur um einige zu nennen, die Liste ist auf jeden Fall lang (lachen).“

Alle Artikelbilder: Our Food Stories | Instagram |@_foodstories

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