Foto: Photo von Greg Rakozy aufUnsplash

Programmieren lehrt so einiges

Wie ich nach drei Monaten meine erste Homepage bauen kann und so einiges gelernt habe

 

Es ist Mitte Dezember und ich besuche eine Weiterbildungsmesse. Ein neuer Job ist noch nicht in Sicht und ich möchte etwas für meinen Kopf tun. Direkt am Eingang spricht mich diese nette Dame des Institutes an. Wir unterhalten uns und nach 10 Minuten habe ich ein Paket für Online Marketing Management.

Es ist Mitte Februar und die Weiterbildung beginnt. Erst HTML5/CSS3 und danach soll es mit Online und Mobile Marketing weitergehen. Ich merke jedoch schnell, dass mir dieses Skripten und ansatzweise Arbeiten in Programmiercode gefällt. 

Nach weiteren drei Wochen wechsel ich von Marketing in den Bereich Webentwicklung. Der erste Kurs, der dann folgt, ist Java Script. Ich habe vorher in meinem Leben nur einmal eine minimale Berührung mit Turbo Pascal gehabt. Das war zu Schulzeiten, damals war ich so schlecht und habe das Programm verflucht. Es hat nicht gemacht, was ich wollte, sondern nur Fehler ausgespukt.

Nun, in dem Java Script Kurs wird mir schnell bewusst: Es ist echt schwierig, ich lerne eine neue Sprache, die Welt sieht plötzlich ganz anders aus, ich verstehe, was im Web wirklich abgeht, ICH WILL MEHR!!

Nach den ersten zwei Wochen mit Java Script dreht sich mein Kopf, ich habe mehr Hunger als sonst und bin sehr müde und gleichzeitig mental tief zufrieden. Außerdem verstehe ich: Fehler sind super, denn sie helfen dir, alles besser zu vestehen! Außerdem: Alles schön langsam machen, Pausen einplanen, lieber mit Puffer planen, der Intuition vertrauen, durchhalten, dran bleiben, nicht aufgeben.

Das Programmierlernen erinnerte mich sehr stark an meine Zeit im Mathe Leistungskurs, in dem ich mich zeitweise ebenfalls so gequält habe. Gleichzeitig entfachen schwierige Aufgaben und Herausforderungen mein inneres Feuer, immer wieder, egal, wie hart es vorher war. So auch mit Java Script.

Dann in der vierten Woche mit JS das erste Projekt. Was für eine Achterbahn! Dachte ich am Anfang, ich schaffe nie, was ich mir vorgenommen habe, bin ich am Ende selbst von mir begeistert, was ich gecoded habe. Und der Stolz wächst, in dem Moment, als ich meinen Kommilitonen das Programm erkläre.

Dann kommt der dritte Block: HTML Advanced/Java Script. Der Höhenflug am Ende des Einsteigerkurses wird sehr schnell durch die neue Lernkurve im Erweiterungskurs gebremst. An manchen Tagen verstehe ich alles, an anderen habe ich quasi ein Brett vor dem Kopf. Ich bin frustriert und will am liebsten weinen und schreien. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin, lehrt mit das Programmieren besonders: nur mit Ruhe erreicht man das Ziel. Denn Zeitdruck und Unkonzentriertheit verschlimmern die Fehler und verlängern deren Suche. Programmieren ist schließlich Gehirnarbeit, Konzeptieren, Analysieren, Strukturieren. Das benötigt Ruhe und Gelassenheit, mal von dem ganzen Wissen und Unwissen abgesehen.

Nun stehe ich vor dem Ende des dritten Blocks und bin fasziniert, erstaunt und auch sehr stolz. Ich hätte vor drei Monaten nie gedacht, so viel in solch einer kurzen Zeit zu lernen.

Die Welt fügt sich neu zusammen, lernen wir etwas ganz Neues. Und ich weiß, ich werde weiter an meinen JS-Skills arbeiten. Denn diese Sprache „sprechen zu können“ reizt und fasziniert mich sehr. Und ich kann nur jeder Person sagen: Wenn du etwas spannend findest, dann fang an es zu lernen! Dabei lernst du so viel, was du niemals für möglich gehalten hättest. Nicht nur Wissen, sondern auch über dich selbst. Und ganz ehrlich: Gibt es etwas Tolleres, als neue Welten entdecken und verstehen zu können?

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