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unsagbar beschissen!

„Be so happy that when others look at you, they become happy too.“

 

Es ist der 24.03.2016.

Donnerstag, ein Tag vor Karfreitag.
„Kar“ stammt aus dem althochdeutschen „Kara“, was so viel wie „Klage“, „Kummer“ oder „Trauer“ bedeutet.
Am Karfreitag wurde Jesus gekreuzigt. Für die evangelische Kirche
stellt er den höchsten Feiertag dar (neee, nicht Weihnachten, Tod zieht
mehr!).

2 Tage nach dem Anschlag auf Brüssel.

Heute vor
einem Jahr, am 24.03.2016, ist die Germanwings mit Flugnummer 9525 in den
französischen Alpen abgestürzt. Ich war gerade auf einem Workshop, als
die Meldung kam. Wir standen alle vor diesem großen Flachbildschirm und
haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. 150 Personen kamen
dabei ums Leben. Eine davon war die Frau eines Kollegen. Einfach weg.

Früher
war ich nie so unglaublich getroffen von solchen Ereignissen. Ich habe
es als schlimm empfunden, aber es war alles so weit weg.

Mittlerweile
ist mir selbst einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben genommen
worden. Urplötzlich, ohne Vorwarnung…und ich wusste nicht einmal, ob
mein Vater wirklich tot war. Ich musste 72 Stunden mit der Ungewissheit
leben und ausharren, bis ich seinen kalten Körper in der Leichenhalle
auf einer Bahre sehen konnte (Die „Leichenschau“ wurde mir dann auch
prompt in Rechnung gestellt).

Ich musste seine leblose Hülle ein letztes Mal berühren, um wirklich realisieren zu können, dass er es war und keine schlechter Scherz. Erst dann
konnte ich ihn gehen lassen. Das war unsagbar beschissen, aber auch gut.

Ich konnte abschließen (Stimmt gar nicht, damit schließt man nie ab.
Die Lücke wird sich nie schließen. Nie, aber es wird besser mit der
Zeit).  Manchmal müssen einfach unsagbar beschissene Dinge („unsagbar
beschissen“ hat ganz schön viel Wumms oder?) passieren, damit man
realisieren kann, was man eigentlich an diesem Leben hat. Es ist nämlich
unsagbar toll.

Lass‘ doch noch so viel Scheiße passieren, aber
das Leben ist schön! Fahr‘ doch jetzt mal mit dem Fahrrad los, lass es
regnen, lass Dir den Wind um die Ohren sausen, aber spür‘ doch mal die
Luft und das Leben, die Geräusche! Unsagbar!

Ja, Nazis sind
scheiße, Pegida ist scheiße, Tierquälerei ist scheiße, Müll ist scheiße. Es gibt so viel Scheiße, aber konzentrier‘ Dich doch mal auf die
schönen Dinge!

Nein, das heißt nicht, dass Du mit Scheuklappen
durch die Welt gehen sollst, aber Du kannst ja einfach mal versuchen das
Positive zu sehen. Nur ein bisschen öfter als sonst.

Das macht Spaß und fühlt sich gut an. Wie sagt man? 

“Be so happy that when others look at you, they become happy too.“

Einen schönen Tag!

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