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Vom ersten Date und gemeinsamen Finanzen – Geld als Schlüssel für eine höhere Beziehungsqualität

Missverständnisse aufgrund von mangelnder Offenheit in Geldangelegenheiten sind in vielen Beziehungen an der Tagesordnung – doch das muss nicht sein! Mit dem Partner über Geld reden ist total unromantisch? Sehen wir nicht so. Im Gegenteil. Kommunikation über Geld ist das A und O in jeder Beziehung – am Besten von Anfang an.

 

Über Geld, das nicht vorhanden ist, wird in Deutschland viel geredet. Jeder verdient zu wenig und keiner hat genug. Konkrete Aussagen über die tatsächliche Gehalts- oder Vermögenshöhe sind Tabuthemen. Selbst in vielen Beziehungen wird nicht offen über Geld geredet.

Wer hat was und wie könnte das Vorhandene gemeinsam vermehrt
werden? Wie und ab wann spricht man in einer Beziehung denn überhaupt über
Geld?

Auf diese Fragen haben in unseren Kreisen die wenigsten eine
Antwort! Wie wollt Ihr Eure Zukunft planen, wenn Ihr Eure Möglichkeiten nicht
kennt?

Wir haben drei Beispiele mitgebracht:

Die ersten Dates

Wer kennt sie nicht?

Die unangenehme Situation am Ende eines schönen Abends.

Die Bedienung kommt mit der Rechnung und den Worten „Getrennt oder zusammen?“ an den Tisch – schweigen, verstohlene Blicke, ein leises „getrennt“ oder „ich übernehme das“.

Wer sollte es übernehmen? Der Mann? Die Frau? Abwechselnd? Jeder für sich?

Wir zahlten zu Beginn getrennt – kein Gefühl gekaufter Verpflichtung oder stiller Diskussionen. Dass wir einander gegenseitig einladen, begann erst deutlich später in unserer Beziehung.  

„Menschen sind bereit für ein (ungewolltes) Geschenk ein Vielfaches zurückzugeben. Die Geste des Einladens würde (indirekt) den Verlauf des Abends bestimmen. Da Geld nicht unsere weiteren Stunden bestimmen sollte, bauen wir keine Schuld auf.“

Das war sie – unsere erste Unterhaltung über Geld beim ersten Date!

Und was wäre passiert, wenn wir nicht von Anfang an, offen miteinander vereinbart hätten, dass jeder für sich verantwortlich ist?

Entweder wir hätten das Thema ignoriert, uns innerlich aufgeregt oder uns irgendwann gestritten. Denn üblicherweise zahlt der Mann, mehr Geld hatte bei uns aber die Frau und fair wäre beides nicht gewesen.

Die erste gemeinsame Reise

Für mich ist in den Urlaub fahren lebenswichtig und ich möchte dabei nicht auf‘s Geld schauen. In allen anderen Lebensbereichen bin ich ein Sparbrötchen – für Reisen bin ich bereit große Teile meines Ersparten auszugeben.

Bei ihm ist das anders. Er mag das Reisen, achtet dabei aber deutlich mehr auf‘s Geld. Zudem ist er mit deutlich weniger Urlauben oder Reisen zufrieden.

Was mir am Anfang nicht klar war – er hat als (damals) selbstständiger Trainer deutlich höhere Kosten als nur die Anreise, das Hotel und eventuelle Ausgaben vor Ort. Für ihn spielte auch der Dienstausfall eine große Rolle. Er hatte keine bezahlten 30 Tage Urlaub, die mir zur Verfügung standen. Wenn er nicht arbeitete, keine Trainingsstunden gab, bedeutete dies auch kein Geld zu verdienen.

Wir hatten unterschiedliche Investitionen zu tätigen – für denselben, gemeinsamen Urlaub.

Gerade in Bezug auf Finanzen schafft das Reden ein enormes Verständnis für die Situation des anderen.

„Nein, das kann ich mir nicht leisten“

oder

„Schau Mal, bei mir entstehen noch weitere Kosten, sodass mich der Urlaub fast das Doppelte kostet. Wie können wir das fair lösen?“

Beiden Aussagen unterliegt dasselbe Motiv, verlaufen in der Diskussion allerdings komplett unterschiedlich. Mit letzterer Art entsteht mehr Verständnis für den anderen und bildet die Basis für eine gemeinsame Perspektive auf Geld.

Unsere erste Reise nach knapp 1,5 Jahren Beziehung und vielen Gesprächen im Vorfeld zeigt, dass das Reden über Geld zu mehr Verständnis für den Partner und damit zu einer besseren Beziehungsqualität führt.

Gemeinsame Zukunft

Alle Dinge, die wir für unsere gemeinsame Zukunft anstreben sind viel leichter zu erreichen, wenn wir über das Finanzthema offen miteinander sprechen. Sei es Familie, beruflicher Erfolg oder die Altersvorsorge. Auch die Abhängigkeit einer dritten Partei wie dem Arbeitgeber oder dem Staat wird reduziert oder gar aufgehoben.

Wir beide bringen sehr unterschiedliches Startkapital mit in die Beziehung. Finanzieller Erfolg und Sicherheit bedeuten für mich etwas Anderes als für ihn. Nur durch das miteinander über Geld und unsere Ziele zu sprechen, schaffen wir eine gemeinsame Basis.

Wie sieht es mit Eurer Familienplanung aus? Vielleicht steigt einer von beiden eine gewisse Zeit aus dem Beruf aus oder durch die Kinderbetreuung entstehen enorme Kosten. Diese im Vorfeld zu besprechen und eine Einigung für einen gemeinsamen Weg zu finden, ist elementar für eine glückliche Beziehung ohne gegenseitige Schuldzuweisungen.

Wenn alles im Vorfeld geklärt ist, keiner sich zurückgesetzt oder hintergangen fühlen muss, ist es möglich die neue Lebensphase gemeinsam (ohne ewige Gelddiskussionen) als Familie genießen zu können.

Fazit

Uns beiden ist Unabhängigkeit für die gemeinsame Zukunft sehr wichtig – mag bei anderen anders aussehen. Dass wir in unserer gemeinsamen Zukunft von niemandem abhängig sein werden ist für uns eines unserer Hauptziele unserer Investitionstätigkeiten. Dieses Ziel können wir nur erreichen, wenn wir miteinander über Geld sprechen. Es ist essentiell, dass wir unsere Ausgangslage kennen, uns gegenseitig helfen und wissen, wann der andere Probleme bekommen könnte.

  1. Wir wissen, wie
    lange wir ohne Job von unseren Ersparnissen leben können.
  2. Wir wissen, wie
    viel jedem von uns im Monat zur Verfügung steht.
  3. Wir wissen, was
    finanziell möglich ist – für jeden einzelnen und für uns gemeinsam.

In einer glücklichen und langanhaltenden Beziehung ist Geld täglicher Gesprächsstoff.

Und jetzt Hand auf’s Herz: Wie oft habt Ihr Euch über Geld gestritten? Und wie oft offen darüber geredet?

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