Foto: Pexels: Tobi Dami

Was zu dir gehört, bleibt auch, wenn du gehst

Freundschaft – eine besondere Form von Liebe

 

Heute hat ein wichtiger Mensch in meinem Leben Geburtstag. Und das möchte ich zum Anlass nehmen, einen Gedanken etwas genauer auszuformulieren: Nähe kann durch die größte (räumliche) Distanz entstehen und bewahrt werden.

Es begann im Jahr 2013. Wir lernten uns im Nebenjob kennen. Wir freundeten uns an. Dann zog sie weg, für ein Studium in einer weit entfernten Stadt. Wir haben uns vor ihrer Abreise um die 10 Mal getroffen. Als sie dann fort war, hatte ich das Gefühl, so etwas wie Liebeskummer zu empfinden. Obwohl wir „nur“  befreundet waren. Das war neu für mich. Was war da los?

Nach anderthalb Jahren zog sie zurück in meine damalige Heimatstadt und wir konnten uns wieder öfter treffen. Da wir beide jedoch sehr viel zutun hatten, kam es, dass unsere Treffen trotz der räumlichen Nähe nur bedingt öfter vorkamen, als in Zeite räumlicher Distanz.

Es war 2016 und ich begann mit meinem Bewerbungsmarathon. Irgendwann Ende 2016 entschied sich dann Berlin für mich. Und ich war mir in dem Moment, als ich mich ebenfalls für Berlin entschied im Klaren darüber, dass dieser Schritt bedeuten würde, dass erneut eine räumliche Distanz entstehen würde, diesmal größer, als zuvor in unserer Freundschaft. Als wir dann die letzten Kisten gepackt und in den Umzugswagen verstaut hatten, wurde mir flau im Magen.

Wahre Liebe überwindet jede Distanz

Man könnte erwarten, dass eine Distanz problematisch für bis dato bestehende Beziehungen sein könnte. Tatsächlich schien sie immer mal wieder wie ein Schlag in die Magengrube zu wirken, da ich die Einsamkeit besonders nach einem Umzug sehr stark spürte. Und doch, trotz der Distanz war es mir möglich dieses Gefühl von Verbundenheit zu empfinden.

Kann Distanz heilsam sein?

Bis heute berührt es mich zu erkennen, wie beständig und stärkend eine Verbindung zu einer Person sein kann, die ich zwar kaum spreche, geschweige denn mit ihr schreibe und doch diese Nähe nach wie vor in mir spüre. Das muss sowas wie Liebe sein. Heute kommt es dann, dass mir bei dem Anruf, um ihr zu ihrem Geburtstag zu gratulieren, die Tränen über das Gesicht laufen. Nicht nur, weil ich sie vermisse, sondern auch, weil mich der Umstand derart berührt, dass selbst die Distanz etwas, was zusammengehört, nicht auseinanderbringen kann. Dass ich meinen Weg gehen kann, sie ihren Weg geht und diese Tatsache nichts an der Nähe ändert, selbst, wenn sich die Wege im Sinne der räumlichen Gegebenheiten zeitweise nicht kreuzen.

Diese Erkenntnis, dass zusammenhält, was zusammenpasst, gibt mir Mut und Kraft, meine Ziele und Träume zu verfolgen und ungedachtet dessen die Liebe zu Menschen wie ihr empfinden zu können, die mich begleitet, egal, wo ich bin. Eine Perspektive, die in schwierigen Phasen sehr heilsam wirkt und mich bestärkt, durchzuhalten und für das einzutreten, was ich liebe.

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