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Wie du mit Mitte 20 die Weichen stellst, um mit 40 nicht frustriert zu sein.

Ich habe Klientinnen in meinen Kursen, die mit Vierzig scheinbar alles geschafft haben. In Führungspositionen arbeiten, den Schrank voller teurer Kleidung, eine schicke Wohnung, das schöne Haus, tolle Urlaube. Und unglücklich sind. Weil sie falschen Leitbildern nachgelebt haben, Werten, die nicht ihre sind. Weil sie geglaubt haben, dass wenn sie nur fleißig sind und Karriere machen, Familien gründen und es in der Lebensmitte „geschafft haben“, das alles genießen zu können und glücklich zu sein. Und die dann deprimiert sind, weil das nicht eingetroffen ist. Sie fragen sich hilflos und verwirrt nach dem Sinn und was sie falsch gemacht haben. Die gute Nachricht: Man kann verhindern, dass man da rein gerät. Und man kommt auch wieder raus.

 

Rauscht dein Leben auch an dir vorbei? 

Mit neunundzwanzig Jahren vegetierte ich in einer Werbeagentur vor mich hin, schrubbte siebzig Stunden Wochen und saß in Meetings, in denen mein Chef allen Ernstes sagte: „Wir bewegen etwas in der Welt.“ Ich dachte „Ja, ich mich gleich auf´s Klo“. Dabei wollte ich doch Abenteuer erleben. Richtig LEBEN! Statt dessen war ich auf einer Autobahn ohne Abfahrt gelandet. Das Leben rauschte an mir vorbei. Bis ich eines Tages einen Anruf der Leukämie Stiftung bekam und erfuhr, dass ich eventuell als Spender in Frage käme. Mein erster Gedanke: „Dann hat meine Leben endlich einen Sinn.“ 

Das erschreckt. 

Wie sinnlos fand ich mein Leben, wenn das mein erster Gedanke war?

Ich schmiss alles hin, reiste um die halbe Welt, verliebte mich in Australien in einen Cowboy, verlor meinen Lebenstraum, stürzte – zurück in Deutschland –  in Depressionen und machte – um mich selbst zu retten – zig Coaching Ausbildungen. Und habe jetzt Klientinnen um die Vierzig vor mir sitzen, die nicht das Glück einer knallharten und frühen Lebenskrise hatten.

Bitte? Das Glück einer frühen Lebenskrise?

Solange es nach oben zu gehen scheint, stellen wir unsere Lebensentwürfe nicht in Frage. Glück wird der Lohn sein nehmen wir an. Das bekommen die meisten aber nicht. Ganz im Gegenteil. Das glänzenden, farbenprächtige Idealbild, das sie angestrebt haben, entpuppt sich als verblasstes Pappbild. Lebenskrisen entlarven das schnell.

Sie fragen sich

Ich habe alles – warum bin ich nicht glücklich? 

Wann komme ich endlich an im Leben?

Welchen Sinn hat mein Leben? 

Was sind meine Werte? Wonach handle ich? 

Wer bin ich eigentlich, wenn alles Andere wegfällt? 

Wie mache ich endlich was ich wirklich will? 

Was kann ich Sinnvolles mit meinem Leben tun? 

Was soll jetzt noch kommen– was will ich noch erreichen im Leben? 

Wie verändere ich mein Leben?

Die Qual der Wahl.

Menschen um die Vierzig sind die eine Gruppe. Die zweite Gruppe, die ich beobachte, sind junge Leute, die ich auf Veranstaltungen treffe. Wenn ich denen sage, dass es doch toll ist, dass sie so viel Möglichkeiten haben und so viel Auswahl, kommt oft die gleiche Antwort: „Oh Gott nein, das ist total furchtbar. Ich weiß gar nicht was ich machen soll.“ 

Sie sind dabei in die gleiche Falle zu tappen, wie damals Gruppe eins. Weil sie gar nicht genau wissen, wer sie sind, was sie bewegen und wo sie hin wollen, machen sie das, was alle tun und folgen der Norm. So, wie es ihnen vorgelebt wird.

Wir haben alles und sind nicht glücklich. 

Eine Klientin (41) beschreibt es so: „Im Grunde habe ich doch alles, die meiste Zeit habe ich es auch im Griff. Ich müsste dankbar sein, für alles was ich habe. Immerhin wollte ich das alles. Ich habe hart dafür gearbeitet und mir Mühe gegeben. Ich dachte, wenn ich das alles erreiche, werde ich zufrieden und glücklich sein. Bin ich auch manchmal. Aber dann kommen die Momente, in denen kriege ich Panik und ich will nur noch schreien. Da ist ein Gefühl von Leere und ich denke: So kann es nicht weiter gehen. Mache ich die nächsten vierzig Jahre so weiter und falle dann einfach ins Grab? “

Willkommen im echten Leben.

Sie ist wie die Viele einer Vorstellung – einem Leitbild – hinterher gelaufen, das sie nie in Frage gestellt hat. Es ging ja – wenn auch manchmal holprig – immer bergauf, dem Ziel entgegen. Wenn du nur fleißig bist, dir Mühe gibst, dann hast du es irgendwann geschafft und kannst genießen und dich ausruhen. Fehlanzeige. Wenn du Mitte zwanzig bist: Glaube das bitte nicht.

Die Frage ist also für die erste Gruppe:

Wie komme ich aus dem Schlamassel wieder raus und was können die Chancen dabei sein? 

Und für die zweite. Wie vermeide ich es da rein zu rutschen und was muss mir dafür klar sein?

Die Krux mit den Leitbildern.

In Unternehmen ist es zum Beispiel wichtig ein Leitbild zu haben, denn es hilft schnellere Entscheidungen treffen, Chancen zu erkennen, Kurs zu halten und Orientierung zu geben, wichtige Herausforderungen zu meistern, Veränderungen umzusetzen und Widerstände aufzulösen. Das „Feuer“ für die gemeinsame Sache zu entfachen.

Es setz sich zusammen aus:

Den Werten

Welche Werte steuern das tägliche Handeln, den Umgang mit Menschen, die mit dem Unternehmens zu tun haben, wie beeinflussen sie die Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft?

Der Vision 

Wohin wollen wir?

Wo sehen wir uns in der Zukunft?

Welches Bild zeichnen wir von uns in drei, fünf, zehn Jahren?

Was wollen wir mit unseren Unternehmungen erreichen?

Der Mission

Wie beschreiben wir unser Geschäftsmodell?

Was können wir gut? Was ist unser Zweck? Warum gibt es uns?

Womit verdienen wir unser Geld?

Was ist unser Kerngeschäft?

Ähnlich ist es für unser Privatleben.

Ein Leitbild ist eine Art Zielvorgabe. Ohne Ziele erreichen wir nichts. 

Ich habe die Parallele zu Unternehmen gezogen, weil viele in der Lebensmitte merken, dass sie noch mal etwas ganz Anderes machen wollen als bisher. Drehen sich damit aber oft für lange Zeit im Kreis und kommen zu keiner Idee oder zum Entschluss anzufangen. Woran liegt das?

Uns fehlt der Sinn.

Eine Klientin schildert das so: „Ich bin mit meinem Traum – zum Teil – gescheitert. Ich brauche neuen Sinn aber mir fehlt ein neues Konzept. Ich weiß gar nicht wie ich mich fühle. Was ist noch da, was will ich behalten, was brauche ich neu? Und wonach entscheide ich das?“ 

Eine weitere Klientin, die den vorgegebenen Lebensweg bereits hingeschmissen hat, sagt: „Das war ein Befreiungsschlag. Aber jetzt habe ich Panik, weil die Leitplanken weg sind. Da ist ein riesiger Horizont an Möglichkeiten aber ich sehe keinen Weg, keine Klarheit.“ 

Ein Klient: „Ich habe mich getrennt, weil meine neun Jahre jüngere Freundin sich fragte, welche neue Tasche sie braucht und zu welchem Konzert sie will während ich mich frage, was mein neuer Lebensentwurf sein soll.“

Frage dich: Was ist deine Lebensvision?

Leitbilder sind also wichtig aber warum laufen die oft schief?

Die meisten Menschen kopieren nur das Leben, das sie vorgelebt bekommen haben oder versuchen – falls die Kindheit nicht so toll war – eine überhöhte Idealvorstellung davon zu leben.  

Das Konzept an sich, wird selten in Frage gestellt. Es entspricht ja der Norm.  

Wir übernehmen als Kinder und in der Jugend unreflektiert, was uns vorgelebt wird. Was die Werte dahinter sind und was uns damit versprochen wird, stellen wir nicht in Frage.  

Denn es scheint ja zu funktionieren. Wir werden von klein auf, auf Leistung getrimmt. Mit der Aussicht auf Belohnung. Und jetzt kommen wir mit Leistung nicht weiter. (Kinder in die Welt zu setzen scheint als Sinn oft nicht zu reichen)

Der Ehrgeiz besteht auch darin, das Idealbild möglichst perfekt zu erreichen. 

Die Medien, Facebook und Instagram erhöhen schön den Druck. bei allen anderen sieht das Leben perfekt aus. Niemand scheint sich dabei zu fragen, was Perfektion bedeutet. 

A) Es gibt sie nicht – du hast nie alle Informationen (z. B. bei Entscheidungen). Sobald etwas – scheinbar – Perfektes existiert, zerfällt es auch schon.

B) Wenn etwas perfekt ist, ist es statisch. Man kann auch sagen: tot. Und perfekt ist es nie. Die anderen haben oft nur die bessere Fassade, hinter der das angestrebte Glück verrottet.

Das Wesen von Menschen ist auf Entwicklung ausgelegt, auf Erkenntnis, auf Wachstum.

Je näher man dem Idealbild kommt, desto statischer wird es also (Gefühle von Gefangen sein, Blockiert sein, Langeweile, Unzufriedenheit, Ruhelosigkeit, Zweifel tauchen auf) und am Ende die Enttäuschung, dass man mit all der Anstrengung nicht bekommen hat, was versprochen wurde.

Und keinen Plan B hat. Und versagt hat. Jetzt wo du alles hast, solltest du es doch eigentlich genießen dürfen. (Und im übrigen dabei noch perfekt dabei aussehen. Auf keinen Fall altern. Das geht gar nicht). Dass man noch Bilanz zieht, hat viel damit zu tun, dass man merkt: 

Die erste Hälfte des Lebens ist vorbei.  

Mein Vater hatte im Winter einen Herzinfarkt. Das war ein Schock. Mir war vorher sein Alter nicht bewusst, so verrückt, wie sich das anhören mag. Das schob auch bei mir eine erneute Kurskorrektur an, weil ich mir wieder die Frage stellte: 

Willst du das so wirklich? Oder steuerst du gerade wieder auf eine Wand zu? Rennst du dem schönen Schein nach? 

Das tat ich tatsächlich. Ich war dabei mich von meinem obersten Wert– Freiheit – weg zu bewegen. Unsere Werte sind unser Kompass und Anker im Leben. ich hatte meine aus dem Augen verloren.

Frage dich: Was sind meine Werte?

Die wenigsten Menschen könnten aus dem Stegreif ihre Top 3 Werte aus 350 nennen. Hier ist eine Übung, die dir dabei helfen wird.

Wir treffen oft falsche Entscheidungen – oder noch schlimmer – wir treffen gar keine, wenn uns unsere Werte nicht bewusst sind. Neben Werten, die nicht unsere eigenen sind, lassen uns unbewusste Muster immer wieder in die gleiche Falle tappen lassen,

Wir rennen gegen die Stäbe eines unsichtbaren Käfigs an.Als Kinder können wir noch nicht reflektieren. Um mit schwierigen Situationen, umzugehen, entwickeln wir Muster. Das können gute aber auch hinderliche sein, wenn wir erwachsen sind. Es sind regelrechte Steuerungsprogramme, die unbewusst ablaufen und nach denen wir handeln. Sie sperren uns ein. Woher sie kommen, wissen wir nicht aber wir spüren die Auswirkungen, weil sie uns 

immer wieder gegen die gleiche Wand laufen lassen. Sie heraus zu finden, ist ohne Hilfe sehr schwer. Da es regelrechte Überlebensstrategien sind, hält unser Ich mit Zähnen und Klauen daran fest.

Frage dich: Was steuert mich im Leben?

Lerne und leiste was, dann bekommst du deine Belohnung in Form von beständiger Zufriedenheit und Glück. 

Ich höre die Stimme meiner Eltern noch im Ohr. Wem wurde das nicht versprochen? Wenn es nicht so kommt, hast du was falsch gemacht oder warst nicht fleißig genug. So empfinden das Viele. 

Und vergessen dabei: 

A) Vieles liegt außerhalb deiner Kontrolle. Leben funktioniert nicht nach dem Ursache-Wirkung Prinzip. B) Das einzig Beständige ist die Veränderung. 

Die Dinge sind ständig im Wandel. 

Wenn wir also versuchen anzukommen, verstoßen wir gegen ein grundlegendes Lebensprinzip. Ankunft ist Stagnation.  

Ankommen kannst du nicht irgendwo sondern nur in dir. 

Die meisten verstehen das aber nicht und versuchen im Außen anzukommen oder bei irgendjemand anderem. Und bestätigt der dann nicht permanent das Ego und stopft brav die Leere, ist man enttäuscht. Der Nächste bitte. Wenn wir jung sind, verstehen wir die eigenen Verantwortung für unser Glück nicht. 

Wir suchen jemanden, der uns glücklich macht. 

Das funktioniert leider nicht. Aber immerhin ist der Partner dann jemand auf den man die Schuld schieben kann. Wäre Er oder SIE anders, dann wäre man glücklich. Das ist ein Irrtum. Es liegt an dir ob du glücklich bist. Denn im Grunde hast du immer die Wahl. Zu bleiben oder zu gehen. Die Frage ist, ob du den Preis zahlen willst wenn du gehst. Oder wie hoch er ist, wenn du bleibst. 

Es geht nicht um das Idealbild, um die Fassade. 

Die Klienten, die zu mir kommen, sind am Anfang sehr geknickt und fühlen sich orientierungslos und unfähig. Sie bekommen von mir erst mal die gute Nachricht, dass sie zu den Wenigen gehören, die den Mut haben, sich selbst und ihr Lebenskonzept zu hinterfragen. Auch wenn sie Angst davor haben, dass da erst mal keine Antwort ist. 

Dass das ein Zeichen von echte innerer Stärke ist, ist den meisten, die zu mir kommen gar nicht klar. Denn es gibt auch andere Reaktionen auf die Zweifel. Dazu gleich mehr.

Viele haben ein schlechtes Gewissen, weil sie gesagt bekommen: „Du hast doch alles. Was willst du noch?“ Dabei geht es hier nicht um noch mehr. Es geht oft sogar um Weniger. Um Anders. 

Das Leben ist kein Erkenntnis Drive In. Happiness to go gibt´s nicht. 

Statt weiter an der Fassade zu basteln, muss man den Mut zu haben, diese abzureissen und genau auf die Teile zu schauen. Herauszufinden, was weg kann, was man behalten will. Um etwas Echtes daraus zu bauen, das nicht permanent von der Bestätigung im Außen abhängt. 

Vom Aussehen, vom Partner, vom beruflichen Erfolg, der Position im Leben. Das ist oft schmerzhaft und anstrengend und oft schafft man das nicht ohne Hilfe.

Was soll ich mit meinem Leben anfangen?

Wenn das brodelnde Gefühl, dass es so nicht weiter gehen kann, erst mal explodiert ist, ist die Frage also jetzt: 

Wohin? Wie kann ein Neuanfang aussehen? 

Muss der radikal sein? Oder Schritt für Schritt? 

Muss ein ganz neues Konzept her? 

Oder habe ich nur vergessen, was meines wirklich mal war?

Da hilft oft ein Blick in die Kindheit und wieder Kontakt mit dem jüngeren Ich aufzunehmen. 

Frage dich: Was hast du als Kind geliebt?

Das Gefühl für sich selbst, haben Viele oft verloren.

Weil wir darauf trainiert sind, alles mit dem Verstand zu lösen. Der Kopf ist vom Körper regelrecht abgetrennt. Frage dich: Was denkst du? Wie fühlst du dich damit?

„Was habe ich falsch gemacht?“ Das fragen sich Viele.

Du hast nichts falsch gemacht. Der Weg war als Entwicklung nötig, um zu der Erkenntnis zu kommen, die du jetzt hast. Du bist da, wo du gerade bist, immer richtig. Und – oft gehört aber nicht weniger wahr deswegen – der Weg ist das Ziel.

Ist das nicht spannend?

Wir haben alle blinde Flecken in der Wahrnehmung von uns selbst. Aber nur nach einem sehr ehrlichen und möglichst realistischen Blick auf sich selbst, kann etwas echtes, Neues entstehen. 

Du hast die Chance deine Persönlichkeit zu entwicklen

Ein großer Anteil daran haben unsere unbewussten Steuerungsprogramme (die tatsächlich unser Handeln steuern), denen man auf die Schliche kommen muss, damit sie einen nicht weite sabotieren. Sie sind wie die unsichtbaren Stäbe eines Käfigs, gegen den man immer wieder anrennt. 

Es ist wichtig überkommene Werte und Dogmen loszulassen und Fähigkeiten an sich zu entdecken, von denen man gar nicht wusste, dass man sie hat und wirklich bei sich zu sein, ist die Basis. 

Auf der entsteht Klarheit, mit der man viel sicherere Entscheidungen treffen, Grenzen setzen und seine Kräfte gezielt einsetzen kann. 

Schxxxx stinkt, ist aber warm und gemütlich. 

Bis zur Lebensmitte schaffen es die Meisten sich Dinge noch schön zu reden. Es geht den Anderen ja auch so. Das ist normal. Irgendwie geht es schon. Irgendwie hält man es aus.  

Es kommen ja auch gute Abschnitte dazwischen. Es muss schon Einiges passieren, damit Menschen aus der Komfortzone gehen. Aber die kleine Stimme im Inneren wird bei Vielen immer Lauter: 

„Was bewegst du in der Welt?“ 

Frage dich: 

  • Welche Bedeutung hat dein Beitrag?
  • Was trägst du überhaupt bei?
  • Was ist deine Vision? 
  • Deine Mission? 

(Meine innere Stimme hat mich am Ende praktisch angebrüllt).

Hier ist ein Video mit einer Übung .

Die eigenen Zweifel werden von Vielen weggedrückt. Man lebt das überkommene Leitbild einfach noch mal. Sind sie mit dem ersten Anlauf gescheitert, wird das Konzept einfach wiederholt. Man macht mehr vom Selben. Nur noch toller. Die Protagonisten und die Dekoration werden ausgetauscht. Noch mehr Arbeitseifer der Anerkennung bringt. Ein neues Haus, der noch tollere Urlaub. Der noch attraktivere Partner oder jüngere Partnerin. Es wird weiter an der Fassade gebastelt. Ein bisschen anders. 

Von der Aida aufs Traumschiff

Statt Segel zu setzen zu neuen Abenteuern und Ufern, gehts von der Aida aufs Traumschiff. Aber die gleiche Route. Und man hofft wieder, dass dann alles ganz, ganz toll ist. Interessanterweise entpuppt sich auch der ausgetauschte Partner –der am Anfang so ganz anders erschien als der davor – als das exakt Gleiche, das man schon hatte und eigentlich nicht mehr wollte.

Du wolltest keinen Ja-Sager, Macho oder kein Klammeräffchen mehr? Kriegst du aber wieder. Solange du dich nicht änderst, ziehst du das Gleiche immer wieder an. Logisch oder? 

Alles ist im Wandel. Dazu gehört auch zu altern. Mag aber keiner. 

Damit kommen Viele nicht klar. Wer sich sehr über die äußere Attraktivität definiert, versucht panisch sie zu erhalten . B. z. w. definiert diese auch gerne über die der jüngeren Partnerin. (So nach dem Motto – solange ich die noch kriegen kann, ist das Grab noch etwas weiter weg). 

Weiter gut aussehen zu wollen ist ja ok, aber wenn man ständig dem nachtrauert, wie man mal aussah, schätzt man viele andere Aspekte seiner selbst nicht genug. Da fehlt es an echtem Selbstwert.

Gekennzeichnet ist das meist dadurch, dass Menschen übertrieben frei von Zweifeln zu sein scheinen. Die werden nicht mal ansatzweise zugelassen.  

Aber in stillen Minuten alleine, in denen andere mal nicht bestätigen und ablenken, fühlst du dich müde. Weil du immer noch dem Gleichen nach hetzt. 

Es ist gut sich den Gefühlen zu stellen, sie anzunehmen. Statt dessen betäuben sich viele. Mit Shoppen, neuen Beziehungen, Affären, Drogen, Rauchen, Alkohol, Fernsehen, schlafen, essen u. s. w.. Oder versuchen die Gefühle „weg zu machen.“ Was nicht funktioniert.

 

Die Chance endlich nach deinen eigenen Regeln zu leben. 

Das innere Chaos zuzulassen, Bilanz ziehen, die Ruhe- und Ratlosigkeit auszuhalten, die Unsicherheit und Angst, wenn das Alte geht, man loslässt. Aber das Neue noch nicht da ist. Das hat nichts mit gescheiterten Lebensentwürfen zu tun. 

Eine Freundin sagte zu mir kürzlich: „Ich habe gemerkt, dass mich viele Dinge gar nicht mehr interessieren. dafür aber andere. Ganz plötzlich.“ Da ist Raum, selbst Neues zu definieren. Neue Regeln aufzustellen.

Echter Mut entsteht aus Selbsterkenntnis

Denjenigen, die zu mir kommen, geht es um Tiefgang nicht um die Oberfläche. Es geht darum die Schnittmenge aus den gemachten Erfahrungen, Fähigkeiten, Erkenntnissen und Wissen zu finden und zum besten Nutzen einzusetzen. Für sich selbst und andere.

Die Lebensmitte ist die Chance zu merken, dass viel Ziele nicht mehr stimmen oder der Preis – an Zeit, Anstrengung u. s. w. – dafür vielleicht zu hoch ist. Es ist die Chance zu merken, was uns wirklich wichtig ist, was echte Zufriedenheit bringt und wer wir als Menschen sind. Wenn man wirklich mal schonungslos hinschaut. Man kann es als spannendes Abenteuer begreifen. 

Das ist wirklich mutig. 

Und daraus entsteht echte Freiheit. 

Denk dran: Dein Leben. Deine Regeln. 
Jeanette

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