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Disney-Prinzessinnen: Wenn der Hals dicker als die Taille ist

Die Hauptfiguren in Zeichentrickfilmen sind für viele Kinder Vorbilder. Das Problem dabei: Die dort vermittelten Körperbilder sind nicht nur absolut unrealistisch, sonderrn auch sehr ungesund. Was macht das insbesondere mit Mädchen?

 

Disney und seine ungesunden Vorbilder

Immer öfter werden Kinderfilmproduzenten in den Medien stark kritisiert: Es fehle an Vielfalt in den Filmen und Merchandise-Produkten, die Disney und Co. hervorbringen. Da sich Kinder die Zeichentrick-Helden oft als Vorbild nehmen, sei es gefährlich, dass so unrealistische und ungesunde Frauenkörper präsentiert werden.

Die amerikanische Youtuberin Loey Lane hat nun dafür plädiert, dass es eine Plus-Size-Prinzessin geben sollte. Die bisherigen Prinzessinnen würden jungen Mädchen ganz einfach vollkommen falsche Schönheitsideale vermitteln.

Aber ist es wirklich so, dass gerade im Kinderprogramm die Vielfalt fehlt und die Kleinsten somit sehr früh einer Perfektion nacheifern, die gar nicht erreicht werden kann? Medienpädagogin Maya Götz sagt: „Ja!” und erläuterte gegenüber T-Online:

„Zwei von drei Mädchenfiguren im Fernsehen sind dünner als Barbie – und selbst ihre Figur könnte eine normale Frau nur haben, wenn man ihr eine Rippe entfernt.”

Und ja, wer sich einmal die Reihe der Disney-Prinzessinnen genauer ansieht, erkennt, dass sie alle etwas gemeinsam haben: wunderschöne Haare, einen überaus schlanken Körper, kleine Nasen und große Augen. Realistische Körper sehen anders aus. Die Illustratorin Loryn Brantz hat den berühmtesten Prinzessinnen normale Körper gezeichnet. Wer diese Zeichnungen im direkten Vergleich mit den Originalen sieht, bemerkt erst, wie krank die Disney-Ladys eigentlich aussehen. So ist etwa die Taille von Belle, aus „die Schöne und das Biest”, dünner als ihr Hals.

Besserung ist nicht in Sicht

Zwar gab es in den letzen Jahren eine Bewegung, die das Frauenbild in manchen Filmen veränderte, zum Beispiel ist Merida aus dem Film „Merida – Legende der Highlands” (2012) eher eine Abenteurerin als eine klassische Prinzessin, das künstliche Körperbild ist allerdings immer noch dasselbe. Nur das Image der Hauptrollen zu ändern und mit dem klassischen Glitzerkleidchen-Image zu brechen, ist zwar ein Ansatz für mehr Vielfalt, allerdings noch lange keine Lösung für das eigentliche Problem: Kleine Mädchen wollen oft genauso sein und aussehen wie die Zeichentrick-Prinzessinen aus ihren Lieblingsfilmen. Ein sehr ungesunder Wunsch, der auf lange Sicht gefährlich werden kann. Eine Veränderung des weiblichen Körperbildes in den Zeichentrickfilmen wäre erforderlich, ist aber trotz aller Kritik erst einmal nicht in Sicht. 


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