Foto: Julia M Cameron | Pexels

Fünf Ideen für die Zukunft der Bildung

Die Corona-Pandemie hat schmerzlich gezeigt, wie weit unsere Gesellschaft von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit entfernt ist. Verena Pausder setzt sich seit Jahren leidenschaftlich für diese Themen ein. Nun ist ihr Buch erschienen: „Das Neue Land“ – darin erklärt sie, wie unsere Zukunft aussehen könnte und wie wir sie konkret mitgestalten können.

Wie werden wir in Zukunft lernen? Wie werden wir im Alter leben? Welche Unternehmen werden wir gründen? Kurz: Wie sieht die Zukunft aus? Wie schnell es gehen kann, dass all unsere Pläne für die Zukunft über den Haufen geworfen werden, hat uns die Corona-Krise gelehrt. Die vergangenen Monate haben aber auch gezeigt, wie wichtig es trotz Ungewissheit ist – oder gerade deswegen – die Zukunft im Blick zu haben. Ob Hyperloops, virtuelle Sprechstunden, mitdenkende Kleidung oder Steaks aus dem Labor, an Ideen für das Morgen fehlt es trotz Krise nicht. Aber wie können wir sicherstellen, dass aus Ideen Konzepte und Handlungsvorschläge werden, die sich realisieren lassen? Wie wird unsere Gesellschaft zukunftsfähig?

Verena Pausder hat ein Buch veröffentlicht, das als Antithese zu all den abstrakten Zukunftsszenarien verstanden werden kann: Es ist konsequent, klar und mutig. Die Expertin für digitale Bildung hat während der Corona-Pandemie eine Plattform ins Leben gerufen, die Kinder und Eltern beim Homeschooling unterstützen soll. In ihrem Buch stellt sie sich jetzt die Frage: Welche konkreten Ideen für die Zukunft gibt es, wieso setzen wir sie nicht einfach mal um? Und vor allem: Wie könnte es aussehen, das Neue Land der Zukunft? Ihre Antwort verfasst sie als eine Art Rede in Buchform. Sie spricht über eine wöchentliche Zukunftsstunde für Familien, über die richtige Aufteilung von Verwaltung und Gestaltung in der Politik und von einer Frauenquote in der Nachwuchsförderung. Die Autorin arbeitet sich dabei an den großen Pfeilern unserer Gesellschaft ab: Bildung, Arbeit, Familie und Politik. Pausder entwirft ein Bild von einem Neuen Land für unsere Zukunft, das mehr ist als nur ein Fantasiegebilde.

Für alle, die noch etwas Schwierigkeiten bei der Vorstellungskraft haben, wie so ein Neues Land aussehen könnte, hier fünf konkrete Ideen für die Zukunft aus Verena Pausders Buch:

Startupteens

Unternehmerisches Denken kann man in den Genen haben. Aber man kann es auch lernen, man sollte es ausprobieren dürfen, so früh wie möglich. Egal, woher man kommt. Junge Menschen sollten nicht nur nach Sicherheit suchen, sie sollen etwas riskieren, etwas unternehmen dürfen. Mit gemeinnützigen Initiativen, wie Startup Teens, fördern wir unternehmerisches Denken und Handeln schon in der Schulzeit.

E-Mail-Adressen für alle

Das klingt banal, aber wenn mehr kommuniziert werden soll, braucht es Kanäle. In der Coronazeit haben wir gesehen, dass vielen Menschen so etwas Einfaches wie eine E-Mail-Adresse fehlte. Sie waren schlichtweg nicht erreichbar, besonders gravierend, dass eine Vielzahl an Lehrer*innen keine schuleigene E-Mail-Adresse hatte. Das ist nun wirklich nicht schwierig, aber wir müssen dringend die Erreichbarkeit von Kolleg*innen organisieren.

Wählen ab 16

Das Wahlalter auf 16 abzusenken, ist ein Signal, dass Politik nicht nur für Ältere gemacht wird, es bringt die Politik überdies dazu, sich viel mehr mit jungen Menschen, mit deren Interessen und Bedürfnissen zu beschäftigen. Oder einfach: sie ernst zu nehmen. Das würde auch dazu führen, dass sie von der Wirtschaft und Wissenschaft mehr gehört und in Gremien berufen würden.

Co-Generationenviertel

Leben ist Austausch. Und um den Austausch zwischen den Generationen zu organisieren, müssen wir stadtplanerisch neu denken. Die Ideen von Co-Working und Co-Living werden nun zusammengeführt, nicht nur für eine urbane Elite, sondern für Menschen aller Generationen und Herkünfte. In neuen Co-Generationenvierteln können Ältere sich einbringen, am Leben teilhaben. Gewohnt wird flexibel, je nach Lebens- und Arbeitssituation, starre Abgrenzungen gehören der Vergangenheit an.

Zukunftsstunde

Ganz einfache Idee, kann jede Familie sofort umsetzen. Einfach am Sonntag hinsetzen, zum Beispiel zwischen 17 und 18 Uhr, und die Familie probiert aus, was in den Geräten, in den Smartphones und Laptops noch steckt, sie entdecken gemeinsam neue Programme und Tools: Stop-Motion-Filme, Programmierkurse, digitale Spiele, alles möglich.

Verena Pausder: Das Neue Land: Wie es jetzt weitergeht!, Murmann Verlag, 2020, 20 Euro.

Das Buch ist selbstverständlich auch bei lokalen Buchhändler*innen eures Vertrauens zu finden. Support your lokal Book-Dealer!

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