Foto: Liisa Hättasch

5 Gründe warum wir alle mit dem Joggen beginnen sollten – und wie es gelingt

Na? Wer hat sich vorgenommen, jetzt endlich mehr Sport zu machen? Und wer von Euch befürchtet, diesen guten Vorsatz wieder nicht umzusetzen? Mir ging es genauso.

 

Joggen für alle

Mehr Sport, das wäre was. Doch meist bleibt der Wunsch ein Vorsatz. Mir ging es jahrelang genau so. Vor allem nach der Geburt meines zweiten Sohnes war der Ofen ganz aus. Ich habe jahrelang keinen Sport mehr getrieben.

Vor anderthalb Jahren hat es dann gefunkt. Und zwar richtig. Beim Joggen im Park in Berlin Weißensee. Hier sind meine 5 Gründe warum wir alle Joggen sollten und fünf Tipps wie die Regelmäßigkeit endlich gelingt.

1. Mittendrin statt schnell vorbei

Auf einmal ist das Haus auf dem Weg zur Haltestelle fertig gebaut? Plötzlich sind die Blätter der Bäume am Straßenrand rot verfärbt? Warum haben wir das gar nicht mitbekommen?

Im Alltag hetzen wir an der Natur vorbei und nehmen Veränderungen um uns herum kaum wahr. Wenn wir alle paar Tage joggen, verpassen wir nichts mehr: Mittendrin sehen wir, wie die Natur sich verändert und erleben hautnah wie die Temperaturen sinken, die Babyschwäne groß werden oder das Hochhaus gebaut wird – jeder Fortschritt wird bemerkt, weil man beim Joggen nichts tut außer schauen und denken. Das tut gut. Man bekommt endlich das Gefühl, durch das Leben freiwillig zu laufen statt planlos geworfen zu werden. Burnout hat so keine Chance.

2. Stark sein bedeutet schön sein

In Skandinavien ist es schon lange ein Schönheitsideal bei uns kommt es erst langsam an. Wer stark und selbstbewusst ist, ist schön. Beim Hobby-Sport interessiert nicht der Brust- oder Bauchumfang, nicht die Form der Nase und schon gar nicht geht es um Perfektion. Es geht darum, langsam aber sicher Stärke aufzubauen. Schon nach den ersten Trainingswochen bekommt man ein anderes Körpergefühl, weil man auf einmal seinen Bewegungsapparat kennen und schätzen lernt. Was man alles schaffen kann! Erst eine Runde um den See im Wechsel Gehen/Rennen, dann plötzlich zwei nur joggend und nach ein paar Monaten lächelt man noch nach der vierten Runde. Das macht stark, glücklich, stolz. Ausstrahlung und Schönheit kommen da ganz von allein und zwar auf eine neue, sinnvolle Art.

3. Durchhalten lernen und im Job davon profitieren

Natürlich gibt es Momente beim Laufen, in denen fangen die Beine an zu brennen oder man hat das Gefühl, jetzt doch dringen eine Sauerstoffmaske zu benötigen – dann heißt es Zähne zusammenzubeißen, tief Luft zu holen und durchzuhalten. Wenn man so lernt, sich selbst zu überwinden und Grenzen damit zu verschieben – das mag jetzt esoterisch klingen ist aber meine praktische Erfahrung – fällt es einem viel leichter, auch im Job harte Phasen zu überstehen und eigene Maßstäbe zu setzen. Es ist, als ob man ein ganz neues Rüstzeug geschenkt bekommt. Die zusätzlichen Muskeln und das erlernte Durchhaltevermögen richten einen äußerlich wie innerlich auf, bieten einem mehr Rückgrat beim Gespräch mit dem Chef und im nächsten Meeting eine dickere Haut. Gerade Frauen lernen so endlich, auch im übertragenden Sinn, ihre Muskeln spielen zu lassen.  Das ist eine großartige Erfahrung!

4. These shoes are made for running

 Als ich neben meinem Sohn einmal mit hohen Absätzen herging, ergab sich folgendes Gespräch. „Warum trägst Du solche Schuhe?“ „Mm, ich finde sie schön.“ „Aber du kannst damit doch nicht Fußball spielen.“ „Da hast du absolut Recht.“ Die Unvoreingenommenheit meines Sohnes hat mir so mal wieder die ganze zweischneidige Problematik vorgeführt, eine attraktive Frau in dieser Gesellschaft und gleichzeitig Feministin zu sein. In Schuhen mit hohen Absätzen bin ich eingeschränkt, ich kann damit nicht wirklich rennen und Fußballspielen schon gar nicht. Kommen Männer womöglich immer noch viel schneller in der Karriere voran als Frauen, weil sie mit bequemen Schuhen sicherer auftreten und schneller große Schritte machen können? Womöglich! Andererseits liebe ich es, durch Absätze größer zu sein und im traditionellen Sinne weiblich aufzutreten. Aber das tolle am Frausein ist ja, das wir alles tragen dürfen. Ein Mann in Pumps geht leider immer noch gar nicht, was die geringe gesellschaftliche Stellung der Frau schmerzhaft deutlich macht. Aber eine Frau kann zum Glück derbe Boots tragen und Sneaker sowieso. Womit wir wieder beim Thema wären: denn mit das Schönste am Rennen und damit ein sehr guter Grund damit anzufangen, ist das Gefühl, mit richtig guten Schuhen fest aufzutreten, leicht voranzukommen und erhobenen Hauptes auszuschreiten. Was wir nach dem Sport an unseren Füßen tragen? Ist unsere freie Entscheidung. WIR dürfen alles.

5. Ein Date mit der Freiheit

Diesen Punkt werden vor allem Eltern nachvollziehen können. Wie oft flitzen wir mit Einkäufen für die Familie, den im Kitagarten gesammelten Stöcken und Steinen unserer Kinder, Wickeltasche und Handtasche beladen durch den Alltag? Bleiben stehen, weil die Kinder einen zerhackten Regenwurm entdeckt haben oder hingefallen sind oder einfach beschlossen haben, keinen Schritt weiterzugehen. Wie wunderbar ist es da zu wissen: morgen früh renne ich ohne Stopp und ohne Ballast durch den Park. Das ist ein Date mit der Freiheit!

 5 Tipps wie der Sport-Vorsatz umgesetzt wird

1. Morgens laufen

Der einfachste und effektivste Trick, um wirklich regelmäßig laufen zu gehen ist der, morgens direkt (!) nach dem Aufstehen die Sportsachen anzuziehen, die man sich abends schon bereit gelegt hat. Wer zieht schon die Sportsachen wieder aus ohne Sport gemacht zu haben? Eben. Nach einem leichten Frühstück rennt man dann los. Die Kinder müssen in die Kita? Dann lässt man sich joggend mit dem Laufrad begleiten, gibt das Kind ab und rennt noch ein bisschen weiter. Danach kurz duschen und gut gelaunt zur Arbeit fahren.

2. Be a material girl!

Der Klassiker der Motivation ist natürlich eine gelungene Belohnung. Bei mir ist das ein furchtbar teures und unfassbar gut riechendes Duschgel samt passender Bodylotion. Diese Produkte ‚darf’ ich nur benutzen, wenn ich joggen war. Der Duft begleitet mich durch den Tag und raunt mir ins Ohr: kein Wunder dass Du Dich so gut fühlst, Du warst heute Morgen ja so sportlich! Außerdem leiste ich mir regelmäßig neue Sportklamotten. Natürlich nur, wenn ich wieder weiter regelmäßig dabei geblieben bin. Je länger man dranbleibt umso hübscher die Auswahl an Outfits und Accessoires.

3. „Muskelkater ist doch was Schönes!“ Genieße ihn.

Wenn ich mich als Teenie zu Hause über Muskelkater nach dem Schulsport beschwert habe, hat mein Vater – passionierter Marathonläufer – gesagt: „Stell dich nicht so an. Muskelkater ist doch was Schönes!“ Heute weiß ich was er meinte. Bei jedem schmerzenden Schritt wird man an das Erlebnis des Joggens erinnert und daran, dass man was für sich getan hat und es vor allem bald wieder tun wird.

4. So lonely? Zum Glück!

Normalerweise steht in jeder Motivationsfibel, dass man sich zum Sport verabreden soll und möglichst einem Lauftreff beitreten soll. Ich sage: um Gottes Willen – nein. Gerade beim Joggen kommt es darauf an, sein eigenes Tempo herauszufinden, auf sich allein zu hören. Und sonst niemanden. Es ist motivierend zu wissen: beim Joggen erwartet mich keine Konkurrenz, keine Kompromisse und ich muss keine Erwartungen erfüllen außer meiner eigenen. Wunderbar.

5. Konditioniere dich mit Musik

Mit Music Flats wie Spotify, Deezer und Co ist es ganz einfach, Playlists zusammen zu stellen, herunter zu laden und sich auf den Genuss beim nächsten Run zu freuen. Zu oft wechseln sollte man übrigens nicht! Wenn ich den Anfang von Madonnas ‚Jump’ höre, bekomme ich vor lauter Vorfreunde, dass ich jetzt loslaufe, Schmetterlinge im Bauch. Man konditioniert sich so auf angenehme Weise und die besagten Schmetterlinge werden zum extrastarken Motivator.

Hier meine Playlist.

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