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Ihr dürft nicht im Home Office arbeiten? Das hat einen simplen Grund

Manche Dinge müssen bei den Vorgesetzten schwer erkämpft werden. Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit für Home Office gehören dazu. Doch warum tun sich viele Unternehmen immer noch so schwer damit?

 

Eine Medaille mit zwei Seiten

Home Office – die einen lieben es, weil ihnen der Gedanke an Jogginghose, Bett und laute Musik die Arbeit versüßt. Die anderen hassen es, weil sie sich von all dem viel zu schnell ablenken lassen. 

Ich persönlich gehöre ganz eindeutig zu der zweiten Sorte. Für eine Zeit lang mag meine Disziplin und Konzentration durchhalten, aber irgendwann gelange ich an den Punkt, an dem alles andere interessanter ist. Was haben wir eigentlich noch im Kühlschrank? Sollte ich nicht noch eine Wäsche anstellen? Was gibt es Neues auf Youtube? Und: Oh, der Postbote klingelt. Ist da vielleicht ein Päckchen für mich dabei?

Kurzum: Home Office ist definitiv nichts für mich. Das Geld, das ich im Monat für einen Arbeitsplatz im Coworking Space bezahle, hole ich locker dadurch wieder rein, dass ich dort um ein Vielfaches produktiver bin. Dort ist mein Schreibtisch leer und ablenkungsfrei – dort schaffe ich so viel wie nirgendwo sonst.

Weniger Kontrolle

Aus wirtschaftlicher Sicht ist Home Office für viele Unternehmen interessant. Ein kleineres Büro genügt, der Verbrauch von Wasser und Elektrizität sinkt, es wird kein Toilettenpapier oder Spülmittel verbraucht – ja, auch das summiert sich auf Dauer. 

Trotz finanzieller Vorteile gibt es eine Sache, die den Unternehmen Sorgen bereitet. Je mehr die Mitarbeiter außerhalb des Büros arbeiten, sei es nun Zuhause oder in einem Café, desto weniger Kontrolle haben sie darüber, was die Mitarbeiter wirklich machen. Ob sie nebenbei den Fernseher laufen lassen. Ob sie ihre Mittagspause ausweiten. Ob sie anderen Dingen Vorrang geben. Und das führt wiederum zu einem Gefühl, das, wie es Liz Ryan auf Forbes schreibt, nicht nur die Manager oder Projektleiter lähmt, sondern auch die Teamarbeit und Kreativität der Mitarbeiter, sobald sie es zu spüren bekommen: Angst. 

Let it go!

Angst, die Kontrolle zu verlieren, ist noch schlimmer als der Gedanke, ständig die Kontrolle haben zu müssen. Denn wie soll ein Manager neues Personal einstellen, wenn sie nicht mal den bisherigen das nötige Vertrauen schenken können? Wie wollen sie anderen Leuten das Gefühl vermitteln, ihnen vertrauen zu können, wenn sie dazu selbst nicht in der Lage sind? Vertrauen innerhalb des Teams und zu den Teamleitern ist wahnsinnig essentiell, um produktiv miteinander arbeiten zu können und gemeinsam voran zu kommen. Und das sollten sich Chefs und Chefinnen immer wieder wirklich bewusst machen.

Es ist an der Zeit, loszulassen. Es ist an der Zeit, den Mitarbeitern den Freiraum zu lassen, zunehmend selbst über ihre Arbeitszeiten und den Arbeitsort entscheiden zu können. Manager sollten ihre Ängste vergessen und stattdessen die Flexibilität, die sie ihren Mitarbeitern durch das Home Office gewährleisten, Früchte tragen lassen. Denn: Wer das Gefühl hat, dass einem Vertrauen geschenkt wird, dass man selbst seinen Arbeitstag einteilen und auch mal Remote arbeiten kann, ist nicht nur glücklicher, sondern auch dankbarer und dem Unternehmen mehr verbunden. Home Office bedeutet eine Freiheit, die sich also auf vielen verschiedenen Ebenen lohnen kann.

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