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Arbeitsalltag: Mach‘ mal Pause

Keine Lust oder einfach zu viel um die Ohren: Viele Mitarbeiter verzichten auf ihre Mittagspause. Das schadet nicht nur Ihrer Gesundheit. Wir zeigen Ihnen, welchen Nutzen Mittagspausen haben und wie Sie die wichtigsten Minuten des Arbeitstages effektiv nutzen.

 

Im Zuge der sogenannten Arbeitsverdichtung und zunehmenden Anforderungen verlieren (Mittags-)Pausen nicht selten an Bedeutung. Pause machen, das wirkt in diesem Kontext fast wie ein Luxus, der hinter den realen Gegebenheiten des Arbeitslebens seinen Platz hat. Doch dabei ist eine kurze Erholung so wichtig für den Körper.

Pausenlos — Immer mehr Arbeitnehmer verzichten auf ihre Mittagspause

Etwa ein Fünftel der Erwerbstätigen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren arbeiten in Deutschland häufig ohne Pause. Dieses Ergebnis fasst die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einem Faktenblatt zusammen , welches sich auf eine repräsentative Erhebung unter 3.200 Menschen stützt. Dabei begründet etwa die Hälfte der Befragten den Verzicht auf die Pause mit der zu bewältigenden Arbeitsmenge. Ein Drittel aller Befragten erklärt, dass sich Pausen nicht in ihren Arbeitsablauf integrieren lassen.

Arbeitspausen — wichtig und richtig!

Und auch wer glaubt, dass Pausen dem Arbeitgeber schaden, weil dabei Zeit verloren ginge, in der auch gearbeitet werden kann, liegt falsch. US-amerikanische Studien beweisen das Gegenteil: Pausen erhöhen sogar die Produktivität. Und was sind schon fünf Minuten aus-dem-Fenster-Schauen an einem Arbeitstag mit acht oder mehr Stunden? Zudem kann sich der Verzicht auf die Mittagspause auch negativ auf Ihre Gesundheit auswirken. Leistungsabfall, Gereiztheit, Frust und Hoffnungslosigkeit, Übermüdung und Verspannung, Überforderung und das Risiko zu erkranken sind mögliche Folgen von zu wenig Arbeitsunterbrechungen mit Erholungscharakter. Seien Sie sich bewusst: Ihr Körper benötigt zwischen all den Arbeitsbelastungen Phasen der Entspannung und Erholung. Wie und ob man sich am besten bei der Arbeit erholt, hängt aber von jedem selbst ab.

Besser kürzer, dafür häufiger

  • Generell gilt, dass sich die wenigsten Menschen länger als 90 Minuten auf eine Sache konzentrieren können. Machen Sie deshalb in regelmäßigen Abständen eine kurze Pause.
  • Besser kürzer, dafür häufiger: Der Arbeitsrhythmus 52-17 sieht die optimale Verteilung von Pausen und Arbeitsphasen.
  • Setzen Sie sich feste Rituale: Eine Obstpause am Vormittag oder eine Kaffeepause am Nachmittag sorgen für ein kurzes “Abschalten”.
  • Warten Sie nicht mit Ihrer Pause bis zur ersten Ermüdungserscheinung. Rechtzeitige Erholungsphasen — etwa nach Abschluss einer Arbeit — sind wichtig.

So nutzen Sie Ihre Mittagspause sinnvoll

  1. Räumliche Auszeit

    Die Mahlzeit am Arbeitsplatz einnehmen und “nebenbei” ein paar Mails checken — klingt nach Zeitersparnis, ist aber alles andere als klug. Nehmen Sie sich während Ihrer Pause auch eine räumliche Auszeit.

  2. Soziale Aktivitäten

    Mittagspausen ermöglichen auch die Teilhabe an sozialen Aktivitäten. Wer ständig durcharbeitet, vernachlässigt auch den zwischenmenschlichen Kontakt. Nutzen Sie die Mittagspause sinnvoll, indem Sie sich beispielsweise zu einem gemeinschaftlichen Essen mit den Kollegen verabreden.
  3. Frische Luft

    Acht Stunden durchgehend im Büro sitzen und kreativ arbeiten? Unmöglich! Idealerweise verbinden Sie Ihr Mittagessen mit einem Spaziergang um den Block. Frische Luft regt die Durchblutung an und sorgt dafür, dass Sie wieder konzentriert und effizient arbeiten können.
  4. Leichte Mahlzeiten

    Auch wenn zur Mittagszeit der Magen knurrt: Es muss nicht immer die fettige Pizza vom Lieferdienst sein. Ernähren Sie sich stattdessen gesund, steigern Sie nicht nur Ihr Leistungsvermögen. Ergänzend zu einer leichten Mahlzeit wie beispielsweise einem Salat wirken sich vor allem kleine Snacks (Hummus, Knäckebrot oder Trockenobst) positiv auf Stoffwechsel und Blutzuckerspiegel aus.
  5. Ein kurzes Nickerchen

    Es soll Mitarbeiter geben, die neue Energie vor allem aus einem kurzen Nickerchen schöpfen. Ideal ist dabei ein Schlaf von der Dauer von zehn bis maximal 20 Minuten. Selbstverständlich sollte es an Ihrem Arbeitsplatz jedoch die notwendigen Voraussetzungen dafür geben.

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