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Dress for Success: Mit dem richtigen Outfit zum Erfolg?

„Dress for Success“, so lautet der Titel der Stilbibel von Edith Head, die in diesem Jahr 118 geworden wäre. Und was man da so liest, stimmt manchmal immer noch – und anderes, sollten wir schwer überdenken.

 

„Du kannst alles haben, was du möchtest, wenn du dich nur
passend dafür anziehst.“

Wenn jemand in der Zeit der 30er bis 70er Jahren wusste,
wie man sich für eine bestimmte Situationen anziehen sollte, um angenehm
aufzufallen, dann war das Edith Head – die mit acht Oskars bis heute am häufigsten
ausgezeichnete Kostümbildnerin Hollywoods, die in rund 1000 Filmen für das
richtige Outfit sorgte. Darunter „Frühstück bei Tiffany“, „Vertigo“ und „Das
Fenster zum Hof“.

Und so lag es auch nicht fern, dass Head sich irgendwann
daran machte, die vielen Tipps rund um die Garderobe der Frau in einem Buch
zusammenzufassen. Herausgekommen ist die Stilbibel „Dress for Success – Das
kleine Buch für die erfolgreiche Frau“ erstmals im Jahr 1967 – und nun wurde es
noch einmal neu aufgelegt. Wir haben uns mal angesehen, was davon aktuell
noch brauchbar ist, und was wir glücklicherweise schon überstanden haben.

Stimmt die Verpackung, kommt der Rest von alleine?

Erst einmal muss man vorweg nehmen, dass man das Buch vor
allem in seiner kulturgeschichtlichen Aufgabe betrachten sollte. Genau das habe ich mir vorgenommen, und trotzdem
fällt es mir beim Vorwort fast vor Lachen aus der Hand. Nämlich, als ich
folgende Worte lese: „Es gibt Dutzende, Hunderte, Tausende Frauen wie Sie, in
allen Größen und Formen, und sie alle sind auf Erfolg aus – in vielen Fällen
auf den selben Erfolg, den Sie anstreben. Und in diesem harten Wettbewerb
entscheidet häufig die richtige ‚Verpackung’ darüber, wer zum Ladenhüter wird
und wer im gut bestückten Supermarkt des mordernen Lebens gefragt und rasch
ausverkauft ist.“ Und dann kommt noch ein schöner Vergleich mit einer Dose
Erbsen, auf den ich hier verzichte.

Was soll man sagen: geschenkt. Edith Head schreibt von einer
anderen Zeit, in der die Waffen einer Frau, wie man es so schön nennt, tatsächlich vor allem mit dem Aussehen verknüpft wurden. Schönerweise wissen wir heute: Grips, Eigensinn, Selbstständigkeit und all diese Dinge, sind auch ganz schön sexy. Nun ja, früher zählte das noch nicht so ganz und so verpackte man die Tipps eben in viele bunte Worte und legte dezente
Vergleiche von Frauen, Schönheit und dem netten Begriff „Produkt“ an. Aber welche Tipps
hat Head denn vielleicht gegeben, die wir heute wirklich immer noch
unterschreiben können?

Eine gute Garderobe? So geht das.

Dafür sollte man sich weniger das Kapitel „Die richtige
Kleidung, um sich einen Mann zu angeln… und ihn zu behalten“ rauspicken – oh ja, in Heads Buch ist der private „Erfolg“, wenn man eine Ehe damit verknüpfen möchte (die armen Single-Frauen..“.) ein riesen Thema. Und
unglücklicherweise finden wir auch nichts, in jenem Kapitel, das mit „Die richtige Kleidung für
Erfolg im Beruf“ betitelt wurde, denn hierbei geht es ausdrücklich um die Garderobe jener
Frauen, die das Berufsleben nur als Station vor der Ehe sehen – und die mit
ganz viel Glück den Chef abstauben! Das wollen wir Edith Head und uns zulieben
auch ausklammern. Nein wir nehmen uns das Kapitel „Wie man eine erfolgreiche
Garderobe aufbaut.“ Denn oh ja, da steht viel drin, was heute auch noch bestand
hat.

„Ich habe nichts zum Anziehen“: Wie man diesen Satz
vermeidet

1. Drei Outfits für alle Fälle

Was jede Garderobe braucht? Nach Edith Head: Ein Kostüm,
eine Kombi aus einem Lieblingskleid und einem passenden Mantel sowie ein
einfaches schwarzes Kleid. Und hier können wir sagen: Jap, das ist eine
ziemlich gute Idee. Auch wenn wir das Kostüm vielleicht mit dem
Hosenanzug ergänzen könnten und das schwarze Kleid mit einem schwarzen Overall – das soll ja jeder von uns selbst überlassen sein. Aber grundsätzlich hat sie Recht: Mit diesen drei Outfits im Schrank, ist man schon für fast jede
Situation im Business-Kontext gewappnet.

2. Was immer hilft: Ausmisten

Ja, liebe Edith, auch hier müssen wir dir Recht geben. Denn
wenn man gefühlt nichts zum anziehend hat, hat man mit Sicherheit eigentlich
zu viel im Schrank – und komplett den Überblick verloren. Und wer die zwölfte schwarze
Seidenbluse kauft, der gestaltet das morgendliche Anziehen auch nicht unkomplizierter – außer, man
hat sich die schwarze Bluse zur täglichen Bürouniform gemacht. Wer entspannter in den Tag kommen will, und sich beim nächsten Einkauf vielleicht auch
wirklich mal nur auf Teile beschränken möchte, die nicht schon in X-facher Ausführung
da sind, der sollte ausmisten. Dringend.

3. Alles eine Frage der Accessoires

Auch hier können wir abnicken. Wer grundsätzlich gerne
Accessoires wie Schmuck, Schals, Hüte oder oder benutzt, der hat die
Möglichkeit, auch etwas ältere Sachen neu wirken zu lassen, seine eigene
Persönlichkeit auszudrücken und jedes Outfit leicht up- beziehungsweise downzudressen. Aber auch
hier lassen wir wieder Edith zu Wort kommen: „Lieber zu wenig als zu viel.“

4. Langlebigkeit übertrumpft Trends

Ja, sich in Mode und mit Mode auszuprobieren, macht Spaß –
und den sollte man sich um Gottes willen nicht nehmen lassen. Aber
grundsätzlich macht es keinen Sinn sich einen Trend überzugießen, der einfach
nicht zu einem passt – denn genau so sieht das ja dann auch aus. Im Grunde
wissen wir immer ziemlich schnell, ob sich ein Outfit gut und richtig anfühlt.
Wer sich davon leiten lässt, kann ja gar nicht viel falsch machen.

5. Kleidung ist nicht nur was zum anschauen, sondern sollte auch
im Alltag funktionieren

Viele mögen es, sich ab und an – oder auch etwas öfter – ein wenig aufzubrezeln. Aber wenn wir mal ehrlich sind, dann gehen
12-Zentimeter-Absätze eben nicht so oft und zu viel Pailletten können das
Gegenüber im Büro dann doch ungewollt blenden. Manchmal tut es auch der Pulli, die
lässige Hose und der Sneaker. Ach, eigentlich tuen es die sogar ganz oft.

Das Fazit

Was zu sagen bleibt? Bei einem müssen wir Edith Head absolut
Recht geben: Mode ist duchaus ein starkes Instrument, um sich auszudrücken und
vielleicht in eine Rolle zu schlüpfen, die man spielen will oder spielen muss.
Beim Vorstellungsgespräch zieht man sich eben an wie jemand, der sich bewirbt
und nicht jemand, der auf ein Hockey-Spiel geht. Und wer sich da selbst
vertraut, wird schon viel richtig machen. Ein ganz easy Tipp, wenn man sich mal
doch unsicher ist: Frag Freunde, von denen du weißt, sie werden ehrlich
antworten. Oder schau dir Frauen (oder Männer) in deinem (beruflichen) Umfeld an, die du für
besonders gut gekleidet hälst. Und stell dir die Frage: Was genau sieht denn immer so gut aus und welche
Wirkung hat das ? Es schadet ja nicht, sich ab und zu etwas abzukupfern.

Denn ja, natürlich machen Kleider Leute. Wir alle wissen, wie Kleider die Wirkung auf andere verändern kann. Und vor allem wissen wir, wie wir uns damit auch selbst, im positiven Sinne, manipulieren können. Stichpunkt: Selbstsicherer Auftritt. Und genau deshalb macht es auch so viel Spaß und tatsächlich auch Sinn, sich mit Mode zu beschäftigen. Ausarten muss das allerdings nicht.

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