Foto: Sarah Neighbour

Warum es falsch ist, eine Glaubensgemeinschaft für Terror verantwortlich zu machen

Paris hat uns alle schockiert. Doch nun ist es sehr wichtig, dass wir aus den Attentaten nicht die falschen Schlüsse ziehen. Sieglinde Bach schreibt, warum wir nur Frieden schaffen können, wenn wir alle zusammenhalten.

 

Uns gehen alle Terror-Akte an – ganz gleich, wo sie geschehen

Es sind keine muslimischen Terroristen. Es sind Terroristen, die sich als Muslime ausgeben, weil sie glauben, dadurch ein Fundament für ihre abscheulichen Taten zu haben. Terroristen haben keinen Zugang zu Religion, Ethnie oder Zivilisation. Hass hat keine Religion oder Zugehörigkeit. Wir müssen endlich begreifen, dass Terror nicht erst dann existiert, wenn er sich in unser Leben geschlichen und Unheil angerichtet hat.

Wir teilen uns alle diese Welt, was auch bedeutet, dass die Ereignisse auf aller Welt nicht unterteilt werden sollten in Ost, West, Nord oder Süd. Wir sind schockiert und pikiert darüber, wenn vor unserer Haustür gemordert wird, aber in anderen Ländern sehen wir das tägliche Morden und die Bombardierungen als so etwas wie

normal an. Warum sollte es dort normal sein? Sind das nicht auch Menschen mit Empathie, Schmerzen, einem Gedächtnis, welches sich an diese schlimmen Taten erinnert?

Wir können keine Glaubensgemeinschaft für Paris verantwortlich machen

Es ist furchteinflösend, was seit dem 13.November zu Frankreichs Geschichte gehört. Wir müssen uns jedoch klar machen, dass das nicht dazu führen darf, Hass zu schüren und Menschen sich selbst zu überlassen. Es ist schlichtweg falsch, eine ganze Glaubensgemeinschaft dafür zu verurteilen und vor allem die zu verurteilen, die genau vor solch bestialischen Angriffen geflohen sind. Es kann nicht sein, dass eine Nation oder eine Religion für die Taten einzelner Fanatiker an den Pranger gestellt werden. Denn genau das ist es, was sie bezwecken: Hass verbreiten und die Menschen spalten. Damit bekommen sie noch mehr Zulauf. Wir dürfen das nicht zulassen. Es gibt in solchen Momenten keinen Grund zur unachtsamen Verurteilung von Menschen, die nicht zum Terror gehören.

Wir müssen in solchen Moment viel mehr sein, als Kritiker, Politiker, Medienschaffende oder Betroffene. Wir müssen Mensch sein und dazu gehört es, aufzuklären, miteinander statt gegeneinander, Trost zu spenden und sich gemeinsam gegen den Terror einzelner Misanthropen zu stellen. Vor Terroristen sind wir alle in Gefahr. Nicht nur wir, die das Privileg der Sicherheit genießen, sondern auch die, die ohne jeglichen Staatsschutz jeden Tag auf eine Veränderung hoffen. Nur gemeinsam können wir die Welt zusammenhalten.

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