Foto: My Pale Skin | You look disgusting | Youtube

Meine Haut, der Feind?

Die Beautybloggerin Em Ford hat Akne. Mit einem bewegenden Video zeigt sie nun, welche Häme sie aushalten muss, seitdem sie das öffentlich machte.

 

Auf den ersten Blick verurteilt

Wir haben alle Hautprobleme. Die einen mehr, die anderen weniger. Jene, die mehr davon haben, wissen wie es verunsichern kann, wenn man bei jedem Blick des Gegenübers denkt, er gleite nun über all die kleinen Makel, statt zuzuhören. Sie kennen den Moment, in dem sich das Gefühl den Rücken hochschleicht, nur noch aus den Hautunreinheiten zu bestehen und alles andere, das einen ausmacht, auf einmal in den Hintergrund rückt.

Also beginnt man sich hinter Make-up zu „verstecken“. Oder besser gesagt: Sich durch Make-up die Freiheit zurückzuerobern, nicht mehr der Mensch mit den Pickeln, sondern wieder nur noch der Mensch zu sein.

Genauso ging es auch der Beautybloggerin Em Ford. Doch sie wollte sich nicht länger verstecken und hat vor einiger Zeit begonnen, Bilder von sich im Netz zu veröffentlichen, die sie ohne Schminke zeigen. An sich keine große Sache. Doch Em hat nicht nur kleine Pickelchen, sondern Akne. Und wer nun denkt, dass das mutig ist, der kann sich den Mut nicht vorstellen, den es braucht, wenn die Hater auf der Bildfläche erscheinen. Natürlich passierte genau das auch bei Em Ford. Doch statt das still zu ertragen, hat die Bloggerin ihre Kommentare über drei Monate gesammelt und sie in ein bewegendes Video integriert.

Das Netz: Spaß an Häme

Das Video zeigt den perfiden Spaß an Häme, die sich im anonymen Netz auch und gerade über jenen ausschüttet, die ihre Makel ganz offen zeigen. Aber damit nicht genug: Legt Em Ford ihre unzähligen Make-up Schichten wieder auf, so gehen die Kommentare von vorne los. Darunter ist Beifall für ihre Schönheit – aber auch ganz klassisches Slut-Shaming, und der Aufruf, dass sie sich für den Gebrauch von Make-up schämen soll.

All das macht einmal mehr deutlich, wie bigott das Netz manchmal sein kann. Em Ford ist nur ein Beispiel dafür, dass es vielen nicht um einen kritischen, fruchtbaren oder gemeinschaftlichen Austausch geht, sondern sie sich einfach nur daran ergötzen, andere schlecht fühlen zu lassen.

Das gesamte Video gibt es hier.

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