Foto: Annie Leibovitz for Pirelli

Frauen wie du und ich – wie der Pirelli-Kalender 2016 verändert, was als schön und sexy gilt

Ganz natürlich, mit Speckröllchen und auch mehr Stoff. Zum ersten Mal werden die Frauen im Pirelli-Kalender nicht mehr nur auf ihre Sexiness reduziert, sondern ihre Persönlichkeit in den Vordergrund gestellt. Wer sagt schon, dass schöne Frauen immer gleich makellos sind?

 

Keine Hollywood-Traumkörper

Langhaarige Frauen mit gebräunter, glatter Haut, die sich im Wasser räkeln, an Felsen lehnen oder inmitten weißer Laken verschmitzt in die Kamera schauen. Schweiß, weibliche Kurven und glänzende Körper – das, woran sich die Männerherzen im Pirelli-Kalender bislang erwärmten, ist mit der diesjährigen Ausgabe vorbei.

Unsere Redakteurin Lisa hatte bereits angekündigt, dass sich Pirelli mit der Fotografin Annie Leibovitz von der Strategie „Sex sells“ entfernen und mit Serena Williams oder Amy Schumer auf authentische Frauenbilder setzen wollte. Nun wurden die Hüllen fallen gelassen und die ersten Fotos veröffentlicht. Wir sehen: weniger nackte Haut, weniger Photoshop, weniger Makeup – dafür umso mehr Authentizität, starke Frauen und Persönlichkeit. 

Mit einem ernsten und einem halb lachenden Auge betrachte ich Amy Schumer, die mit einem Spitzenhöschen bekleidet auf einem Hocker sitzt, in der einen Hand einen Kaffee-to-go-Becher hält und nicht versucht, ihre Fettpölsterchen zu verstecken. Oder Serena Williams, die zwar in Unterhose posiert, jedoch lediglich ihren Rücken entblößt. Oder Rockstar Patti Smith und Schauspielerin Yao Chen, die anstatt auf perfekt inszenierte Hollywood-Körper einfach nur auf einen starken Ausdruck setzen. 

Die neuen „Kalendergirls“

Ob das Lachen daher rührt, dass es – trotz aller Natürlichkeit – ein wenig gewollt „echt“ wirkt, weil die Kombination aus Highheels, Spitzenhöschen und Kaffeebecher einfach skurril ist, weil es mich an die „Kalendergirls“ Helen Mirren und Julie Walters erinnert oder, weil es einfach wohltuend ist, zu sehen, dass niemand wirklich perfekt ist? 

Fest steht jedenfalls: Die pure Beschaffenheit der Kalenderfrauen tut der positiven Resonanz keinen Abbruch. Zwar werden nicht alle in den Fotos eine „Bereicherung“ sehen, doch ist das erste Mal, dass Pirelli die Definition einer „perfekten“ Frau auf eine andere Ebene bringt und zeigt: Frauen sind nicht nur sexy, sondern vor allem stark. Der Kalender 2017 wird dann zeigen, ob dieser Wertewandel mehr ist als eine einmalige Marketing-Aktion.

Die Pirelli-Kalenderfrauen diesen Jahres.  Quelle aller Bilder: Annie Leibovitz für Pirelli 

Mehr bei EDITION F

Die Revolution des Pirelli-Kalenders: Annie Leibovitz fotografiert starke Frauen statt halbnackter Models. Weiterlesen

Was zur Hölle ist eine echte Frau? Weiterlesen 

Sexismus in Hollywood: Die beste Antwort darauf hat Helen Mirren. Weiterlesen 

Anzeige

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.