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Menschen, die in der Schule schlecht in Mathe waren, sind womöglich Genies

Wenn der Gong zur Mathestunde ertönt, beginnt für viele Schüler die schlimmste Zeit des Tages. Vielleicht habt auch ihr eine Bildungskarriere mit Dreien, Vieren oder sogar Fünfen hinter euch. Dass ihr trotzdem Mathegenies sein könntet, erklärt euch Business Insider.

Habt ihr Bruchrechnen und Expontentialgleichungen auch so gehasst? Saßt auch ihr vor vollkommen realitätsfremden Textaufgaben, bis die Buchstaben vor euren Augen verschwommen sind?

Womöglich habt ihr euch die ganze Zeit als Versager gefühlt. Dabei lag eure Schwäche in Mathe gar nicht an euren Fähigkeiten. Im Gegenteil: Mit eurem Verstand ist alles in Ordnung. Es könnte sogar sein, dass bis heute unerkannte Genialität in euch schlummert.

Talent in Mathe ist ein Mythos

Eine angeborene Begabung im Fach Mathe gibt es nämlich gar nicht. Es gibt nur allgemeine Intelligenz, wie das hessische Kulturministerium feststellt. Und das bedeutet: Wenn ihr gut in Deutsch, Französisch oder Erdkunde seid, habt ihr das Potential, auch in Mathe gute Leistungen zu erzielen.

Alle Menschen sind mit einem evolutionär bedingten Zahlensinn ausgestattet, wie Elsbeth Stern, Professorin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, in einem Aufsatz erklärt. Das heißt, sie erkennen, wenn eine Menge größer ist als die andere.

Wenn ein Schüler also nur im Fach Mathe Probleme hat, ist sehr wahrscheinlich das Bildungssystem schuld. „Eine überdurchschnittlich oder gar sehr hohe Intelligenz kann nur bei gutem, verständnisorientiertem Unterricht für die Entwicklung mathematischer Kompetenzen genutzt werden“, schreibt Stern.

Eine echte Rechenschwäche, die sogenannte Dyskalkulie, sollte dabei natürlich ausgeschlossen werden. Sie hängt mit der Verarbeitung von Informationen im Hirn zusammen und kann von einem Arzt diagnostiziert werden. In den allermeisten Fällen haben schlechte Noten in Mathe allerdings andere Ursachen.

Lehrer trichtern den Schülern laut Stern oft Routinen ein, statt bei ihnen ein echtes Verständnis für die Mathematik zu erzeugen. Sie berichtet von einem erfolgreichen Experiment, bei dem Schüler Addieren und Multiplizieren nicht nacheinander, sondern gleichzeitig lernten.

Die Schüler begriffen viel schneller das Prinzip hinter den Rechnungen und konnten es auf andere Aufgaben anwenden. Alle Schüler zeigten danach bessere Leistungen.

Die 10.000-Stunden-Regel

Eine andere Studie hat sogar ergeben, dass Intelligenz im Fach Mathe eine untergeordnete Rolle spielt. Übung ist viel wichtiger. Talent beruht gar nicht so sehr auf genetischen Veranlagungen, wie wir immer denken.

Wenn Sportler, Künstler oder Wissenschaftler auf einem Gebiet Höchstleistungen erbringen, verdanken sie das keiner Gabe, sondern jahrelangem Training. Der Autor und Unternehmensberater Malcolm Gladwell erklärt das mit seiner „10.000-Stunden-Regel“: Sie besagt, dass 10.000 Stunden Übung einen Menschen zum Experten machen — egal auf welchem Gebiet. Anders ausgedrückt: Euch trennen nur noch 10.000-Stunden davon, zum Mathe-Ass zu werden.

Ausschlaggebend ist, welche Interessen ihr als Kinder entdeckt habt und auf welchem Gebiet ihr gefördert wurdet. In diesen Bereichen könnt ihr das Leistungsniveau eines Genies erreichen. Vielleicht habt ihr das schon längst.

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