Foto: Rawpixel

Warum wir der Welt erzählen müssen, wie gut wir sind

Was nützt es, zu wissen, welches Potenzial wir und unsere Produkte haben, wenn es keiner erfährt? Ein Plädoyer für Mut zum Eigenmarketing.

 

Du bist gut, also erzähl es allen!

Im Laufe unseres Lebens geraten wir alle immer mal wieder in Situationen, in denen wir uns gegen Konkurrenz behaupten müssen. Sei es als Angestellter, wenn es darum geht, unseren Posten zu verteidigen, oder als Selbstständiger, dessen Produkte oder Dienstleistung sich von der Konkurrenz abheben sollen.„Warum sind Sie die passende Person für uns?“, oder „Warum sollten wir Ihr Angebot annehmen?“, sind Fragen, die wir regelmäßig überzeugend zu beantworten haben.

Und, fällt euch spontan eine Antwort auf diese Fragen ein? „Weil mein Produkt gut ist, weil ich gut bin!“, ist die übliche Antwort. Aber reicht es aus, gut zu sein? Wird unsere Neugier geweckt, wenn ein neues Produkt mit dem einfachen Attribut „gut” auf den Markt gebracht wird? Ich glaube kaum. Es sind andere Werbeslogans, die unser Interesse wecken.

Werbung kann man auch für sich selbst machen

In der Welt der Werbung warten die „besten”, „schönsten”, „leckersten” Dinge darauf, von uns entdeckt zu werden. In der Produktbeschreibung wird fast ausnahmslos vom Außergewöhnlichen gesprochen. Wenn es aber darum geht, auf uns selbst oder unsere Leistungen aufmerksam zu machen, so sprechen wir schlicht nur davon, gut zu sein. Besonders Frauen neigen dazu, sich kleiner zu machen, als sie es tatsächlich sind. Sie scheitern an sich selbst, denn der eigene Anspruch perfekt sein zu müssen, bringt sie ins Straucheln. Phrasen wie: „Ich glaube …”, „Ich hoffe …”, „Ich denke …”, nehmen ihnen den Schwung.

Aus der Sicht der Unternehmerin, muss ich sagen: Unternehmer wollen nicht einfach „nur” gute Mitarbeiter, sie wollen die besten, die sie bekommen können. Auch wenn es hart klingt, einen Job gut zu beherrschen, das ist für mich selbstverständlich. Um uns von anderen abzuheben und andere von uns oder unseren Produkten zu überzeugen, braucht es deshalb ein Alleinstellungsmerkmal. Gut ist in diesem Falle nichts Besonderes. Wir sollten uns durch besondere Fähigkeiten oder Leistungen von der Konkurrenz abheben und dadurch sichtbar und interessant werden. Gute Leistung wird gut entlohnt, besondere Leistung sollte besonders entlohnt werden.

Wir brauchen mehr Mutige 

Warum werden so viele nicht entsprechend ihrer Leistung bezahlt? Ich denke, ein Grund für zu geringe Bezahlung ist eine zu zögerliche Selbstdarstellung. Das Interesse anderer wecken wir nur, wenn wir wirklich sichtbar werden. Ja, dazu gehört Mut, aber es lohnt sich, denn nur wenn wir sichtbar werden, bekommen wir die Chance, uns zu beweisen. Tragt ruhig dicker auf, als ihr es bisher getan habt. Stellt dabei aber sicher, dass ihr eure Versprechen auch tatsächlich halten könnt. 

Denkt daran, dass ihr euren nagenden Selbstzweifeln keine Chance gebt. Macht euch eurer Stärken bewusst, macht euch nicht klein. Lernt, die eigenen Stärken zu erkennen, zu benennen und zu präsentieren. Das braucht Übung, aber wenn ihr wisst, wer ihr seit und was ihr könnt, gelingt euch auch der nächste Punkt: Begeistert andere von euch! Weckt die Neugier eurer Kunden oder Vorgesetzten an euch oder eurem Produkt. Sorgt beim Gegenüber für das Gefühl: „Das muss ich haben!“, oder „Genau der/die ist richtig für unser Unternehmen!“

Steht auf, seid mutig, werdet zu Erzählern, macht auf euch aufmerksam! Verabschiedet euch von den durchschnittlichen Attributen wie normal, interessant und gut. Eine durchschnittliche Leistung bringt im besten Falle durchschnittliche Preise. Sind wir Teil des Durchschnitts, so sind wir Teil einer großen Masse und erhalten Aufträge nur dann, wenn wir den billigsten Preis bieten, uns unter Wert verkaufen.

Schluss mit den Selbstzweifeln 

Mir geht es nicht um hundertprozentige Perfektion und übersteigertes Eigenlob, sondern um kreative, ehrliche Selbstwahrnehmung, Selbsteinschätzung und Selbstvermarktung, die dafür sorgt, dass wir einen passenden Platz für uns finden:

1. Hören wir auf, unsere Leistung unter den Scheffel zu stellen! 

2. Wecken wir die natürliche Neugier der anderen! 

3. Legen wir die Selbstzweifel bezüglich der zu erbringenden Leistung ab! 

4. Treten wir mutig nach vorn!

Was nützt es, zu wissen, welches Potenzial in uns und unseren Produkten schlummert, wenn es keiner erfährt? Stellen wir voller Stolz unser Können, unsere Fähigkeiten und unsere Erfahrungen in den Vordergrund. Wir dürfen ordentlich die Werbetrommel für uns rühren, denn wenn wir es nicht machen, wer tut es dann für uns?

Dieser Beitrag ist bereits auf Beates Blog. Wir freuen uns, dass sie ihn auch hier veröffentlicht. 

Mehr bei EDITION F 

Selbstmarketing ist nichts für dich? Warum du dich von dieser Ansicht verabschieden solltest. Weiterlesen

6 Dinge, für die sich Recruiter bei Linkedin interessieren. Weiterlesen

Leistung reicht nicht! Ohne Selbstmarketing macht man keine Karriere. Weiterlesen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

About Zeen

Power your creative ideas with pixel-perfect design and cutting-edge technology. Create your beautiful website with Zeen now.

Weitere Beiträge
20 Speaker, die ihr beim FEMALE FUTURE FORCE DAY nicht verpassen solltet – Part 2