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Auf diese Frage in der Gehaltsverhandlung solltet ihr immer vorbereitet sein

Nach mehr Gehalt zu fragen ist nicht immer einfach – insbesondere für junge Arbeitnehmer*innen. Business Insider hat aufgeschrieben, welche Frage besonders zielführend sein kann und wie man am besten kontert.

„Eine Gehaltsverhandlung sollte immer zukunftsgerichtet sein“

Das Ziel einer Gehaltsverhandlung ist eigentlich klar: Ihr wollt mehr Geld. Aber reicht das als Begründung, wenn die*der Arbeitgeber*in euch fragt, warum ihr eine Gehaltserhöhung verlangt? Nein. Nathalie Gauliac von unserem Partner Business Insider hat mit Karriere- und Bewerbungs-Coach Bernd Slaghuis gesprochen, um herauszufinden, wie sich bei einer Gehaltsverhandlung das Beste herausholen lässt.

Die Wahrheit ist: Die Überzeugungsarbeit beginnt nicht in dem Moment, in dem ihr den gleichen Raum wie eure*euer Chef*in betretet. Sie beginnt in der Vorbereitungsphase, und zwar, indem ihr eine Antwort auf folgende Frage findet: Ich will mehr Gehalt — mehr Gehalt für was? „Ein*e Chef*in wird sich immer fragen ‚Mehr Gehalt für was?‘“, sagt Slaghuis. „Angestellte sollten also nicht einfach nur mehr Geld fordern, sondern sich in der Vorbereitung auf das Gehaltsgespräch eine gute Antwort auf diese Frage überlegen.“

„Zunächst einmal sollte sich jede*r Arbeitnehmer*in selbst darüber bewusst werden, welchen Wert Geld für ihn im Beruf einnimmt“, erklärt Slaghuis. Neben den Euros auf dem Bankkonto gibt es schließlich andere Faktoren, über die verhandelt werden kann und die einen großen Einfluss auf eure Lebensqualität haben — zum Beispiel Flexibilität bezüglich Arbeitszeit und Arbeitsplatz, Zuschuss zur Altersvorsorge, Bahnticket oder Dienstwagen, oder auch der Besuch einer Fortbildung.

Es genüge zudem nicht, mehr Gehalt für die eigenen Spitzenleistungen des vergangenen Jahres zu verlangen. „Eine Gehaltsverhandlung sollte immer zukunftsgerichtet sein. Vielleicht steht in Kürze ein neues Projekt an oder der Verantwortungsbereich vergrößert sich? Vielleicht hat sich die Aufgabe auch in den vergangenen Monaten so sehr verändert, dass ab sofort ein höheres Gehalt gerechtfertigt ist?“

So findet ihr heraus, wie viel Geld ihr in der Gehaltsverhandlung fordern könnt

Zur Vorbereitung der Gehaltsverhandlung gehört, sich darüber zu informieren, was jemand in eurer Positionen und mit euren Fähigkeiten durchschnittlich verdient. Das lässt sich im Internet meist relativ schnell herausfinden und so bekommt ihr ein grobes Gefühl für ein aktuelles Gehaltsgefüge. „Sofern sich ein Verantwortungsbereich oder die Aufgaben nicht grundlegend verändern, sind bei der*dem gleiche*n Arbeitgeber*in oftmals keine großen Gehaltssprünge möglich.“

Laut Slaghuis könnt ihr im Austausch mit Freund*innen oder Kolleg*innen überlegen, „welche Forderung für die Zukunft und die in der Firma anstehenden Aufgaben als gerecht empfunden werden und motivierend wirken, jedoch im Unternehmen und der entsprechenden Position realistisch sind“.

No-Gos in der Gehaltsverhandlung

Vorbereitung ist die Basis einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung. „Wer unvorbereitet in das Gespräch geht, läuft Gefahr, von der*dem Chef*in mit Standardfloskeln abgebügelt zu werden“, warnt Slaghuis. „Je klarer sich Angestellte selbst sind und diese Klarheit auch in der Kommunikation zum Ausdruck bringen, umso höher die Chance, dass sich ein*e Vorgesetzte*r auf die Verhandlung einlässt.“

Eure*euer Chef*in bleibt unnachgiebig und ignoriert eure Argumente? Trotzdem solltet ihr nicht in Zorn geraten und zu verzweifelten Maßnahmen greifen. „Angestellte sollten ihrer*ihrem Chef*in nicht mit der Kündigung drohen“, so Slaghuis.

„Auch private Gründe für die Gehaltserhöhung, etwa der neue Hauskredit, der Wunsch nach Urlaub in der Südsee oder die Geburt des vierten Kindes sind schlechte Argumente.“

Nehmt euch also ausreichend Zeit, um euch umfassend zu informieren und vorzubereiten. Statt bei der Gehaltsverhandlung einfach mehr Geld zu fordern, stellt euch die Frage, für was ihr das Geld wirklich wollt und ob es nicht wichtigere Verhandlungspunkte gibt.

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