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Was man von Balletttänzern für die eigene Karriere lernen kann

Balletttänzer müssen diszipliniert, motiviert und ehrgeizig sein. Dass ihnen das gelingt liegt an ein paar mentalen Tricks, die beim Ballett einfach dazugehören – und auch in jedem anderen Job helfen können.

Karrieretipps von Ballettprofis

Acht Jahre lang trainieren Balletttänzer und -tänzerinnen normalerweise bis zu ihrem ersten Engagement. Und dann geht es erst richtig los: Training und Proben an sechs Tagen pro Woche, jeden Tag die gleichen Übungen, abends die Aufführungen, stundenlang enge Spitzenschuhe, immer aufs Gewicht achten. Fragt ihr euch, wie man das schafft? Tänzer fragen sich das nicht, sondern haben ähnlich wie Leistungssportler ein Mindset entwickelt, das ihnen hilft, immer weiter zu machen: mit Leidenschaft und Motivation, dem Ehrgeiz immer besser zu werden, jeder Menge Durchhaltevermögen, aber auch mit sehr viel Spaß. Wer so denkt, macht auch abseits der Bühne einen besseren Job. 6 Tipps, die man sich von ihnen abschauen kann.

1. Routine, Konzentration, Körperhaltung

Überall auf der Welt beginnen Tänzer ihren Arbeitstag mit der gleichen Übung:  den Pliés, immer mit der linken Hand an der Stange, immer mit ähnlicher Musik. Langweilig? Vielleicht. Aber notwendig, um für den Tag warm zu werden. Sobald die Übung beginnt, sind Alltagssorgen, schlaflose Nächte oder was auch immer vergessen, denn aus jahrelanger Routine weiß der Körper: jetzt geht es los, Konzentration, Flow! Das kann jeder nutzen: Einfach morgens vor der Haustür einmal tief durchatmen, Schultern runter, den neuen Tag mit einem Lächeln begrüßen. Wie hältst du deinen Körper, wenn du maximal fit und entspannt bist? Geh genau mit dieser Haltung, aufrecht und positiv jeden Tag aus dem Haus – bereit für alle möglichen Herausforderungen.

2. Musik zum Wachwerden

Tänzer nutzen den Rhythmus und die Kraft der Musik – auch zur Motivation und um bei bestimmten Übungen die nötige Schnelligkeit zu erreichen. Such dir deinen ganz persönlichen Motivations-Soundtrack zusammen und höre ihn auf dem Weg zur Arbeit – am besten jeden Tag gleich. Es funktioniert wie beim
Pawlowschen Hund: Sobald du deine Musik hörst, bist du wach, versprochen!

3. Egal wie gut du bist – es geht immer noch besser!

Eine Frage, die Tänzer von Leuten außerhalb der Ballettwelt immer wieder hören: Wieso trainierst du eigentlich immer noch? Kannst du es denn immer noch nicht? Selbst die größten Stars arbeiten jeden Tag daran, sich weiter zu verbessern und sind nie wirklich zufrieden mit sich. Dabei kann es um kleinste Details gehen, die dem Publikum gar nicht auffallen – aber genau sie unterscheiden einen guten Tänzer von einem brillanten.

4. Du kannst nicht mehr? Mach genau jetzt weiter!

Jeder Tänzer kennt den Punkt, an dem man eigentlich aufgeben will. Aber wenn eine Bewegung 30 mal nicht funktioniert hat, stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass es beim 31. mal doch klappt. Wer es schafft, jetzt weiterzumachen, überwindet sich selbst und kommt ein Stück voran. Natürlich nützt stupides Wiederholen allein wenig, genau und mit Geduld zu analysieren, wo der Fehler liegt, gehört auch dazu – egal ob es um Pirouetten oder Präsentationen geht.

5. Auch der letzte Schwan in der letzten Reihe ist wichtig

Du stehst nicht gerade in der vordersten Riege und meinst, niemand sieht dich? Gib trotzdem alles, denn ein perfektes Gesamtbild kann eine Ballettkompanie nur abgeben, wenn die Qualität bei jedem einzelnen Mitglied stimmt. Auch wenn deine Aufgabe noch so klein ist: Entwickle eine Leidenschaft dafür, sie so gut wie möglich zu machen – jeden Tag!

6. Vergesst den Spaß nicht und haltet zusammen

Auch wenn es in Filmen oft anders dargestellt wird: Tänzer halten zusammen und Ballettensembles sind wie Familien. Jeder einzelne weiß: Niemand wird besser, indem er anderen schadet. Egal was du arbeitest und auf welcher Stufe du stehst, sehr viele Leute sind in exakt der gleichen Situation. Also unterstützt euch ein bisschen, freut euch über den Erfolg der anderen und versucht gemeinsam weiterzukommen, ganz nach dem Motto von Helen Keller: „Be happy with what you have while working for what you want.“

Julia hat bereits ein Buch über Balletttänzerinnen und -tänzer geschrieben. Wir freuen uns, dass sie auch hier darüber schreibt.

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