Bitte mehr echte und weniger Anti-Vorbilder!

Immer wieder begegne ich erfolgreichen Menschen, die nicht leben, was sie labern. Bei genauem Hinsehen entdecke ich mehr Schein als Sein. Manchmal macht mich das wütend. Ich wünsche mir mehr Echtheit im Leben und im Business.

Doch sogar von Anti-Vorbildern können wir was Wichtiges lernen.

 

Sie stellt mir eine Frage und ich setze an, um zu antworten. Im selben Moment dreht sie sich um und quatscht mit jemand anderem. Fassungslos stehe ich da, wie bestellt und nicht abgeholt.

Obwohl mir das mit ihr schon öfter passiert ist, gewöhne ich mich wohl nie daran. Sie ist Profi-Netzwerkerin, doch Zuhören und echtes Interesse an Menschen gehören nicht zu ihren Stärken. Wie auch viele andere Eigenschaften, die sie predigt, doch nicht wirklich lebt. 

Die Menschen, die meine Art, Beziehung zu leben, stark kritisieren, sind diejenigen, die es selbst nicht hinbekommen, glücklich zu sein. Diejenigen, die von einer Beziehung zur nächsten hüpfen, brüsten sich damit, immer treu zu sein. Doch schaffen sie es immer nur für ein paar Jahre, dieses Treueideal auch zu leben.

Sobald sich die Leidenschaft in der Beziehung verabschiedet oder ein neuer, tollerer Partner auftaucht, wechseln sie den Partner und schreien weiterhin laut in die Welt, dass Treue die einzig wahre Beziehungsform ist. Das ist serielle Monogamie und keine Leistung!

Schein und Sein…

Ein weiteres Beispiel ist eine erfolgreiche Speakerin. Ausgezeichnet als beste Rednerin, Autorin mehrerer Bücher und gut gebucht. Auf der Bühne spricht sie von Wertschätzung und Anerkennung.

Im echten Leben ist sie von Neid, Gier und Missgunst zerfressen. Anfangs war sie ein Vorbild für mich, doch dann konnte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen und war entsetzt, wie weit Schein und Sein voneinander entfernt sind.

Aus der Ferne betrachtet gibt es viele Vorbilder. Sie reisen durch die Welt, verstehen es, sich selbst und ihre Angebote bestens zu vermarkten, sie bringen andere Menschen voran, haben eine riesige Fan-Gemeinde und leben einen Lifestyle, von dem viele nur träumen. Doch beim näheren Hinschauen und beim persönlichen Kennenlernen zerbröselt diese Fassade oft zu Staub.

Anti-Vorbilder kotzen mich an!

Manchmal macht mich das wütend! Wie kann es sein, dass jemand, der nur heiße Luft von sich gibt, so erfolgreich ist?

Steve Jobs wird permanent als Super-Vorbild gepriesen. Doch im echten Leben war er ein ätzender Kotzbrocken. Keine Ahnung, was wirklich stimmt, doch immer wieder wird berichtet, dass er Menschen wie Dreck behandelt haben soll. Er war ein großer Visionär, doch auf Kosten von anderen. Das kann es doch nicht sein, oder?

Ich könnte dir jetzt noch zig weitere Anti-Vorbilder aufzählen. Doch ganz ehrlich – davon hast du nichts und ich auch nicht.

Wenn es dich trifft, dann Be-trifft es dich auch!

Wenn ich wütend bin, fassungslos und entsetzt, dann hat das weniger mit den Personen zu tun, die diese Gefühle ausgelöst haben, als mit mir selbst.

Wir nehmen die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern wie wir sie sehen. Jede Information geht durch unseren ganz persönlichen Filter. Wer hat Recht? Jeder hat sein eigenes Weltbild und in seiner Welt Recht. Jeder! Auch wenn es noch so dämlich erscheinen mag.

Darüber hinaus, sind wir Menschen nicht dazu geboren, perfekt zu sein. Was wir tun, oder auch nicht, hat Konsequenzen, wir dürfen einfach aushalten, diese zu tragen. Auch ein Steve Jobs war so, wie er war. Er hat seine eigenen Konsequenzen tragen dürfen.

Neid in Energie umwandeln

In diesem Fall stelle ich fest, dass ich selbst neidisch bin. Neidisch auf den Erfolg mancher „Schaumschläger“. Neidisch, dass ich noch nicht so weit gekommen bin. Neidisch, dass ich nicht auf den Bühnen der Welt und Kreuzfahrtschiffen unterwegs bin.

Manchmal braucht es die Wut und den Neid, um aus der eigenen Komfortzone herauszukommen und Risiken einzugehen. Manchmal braucht es ein: „Jetzt reicht es mir aber!“, um vom Lamentieren ins TUN zu kommen. Neid und Wut haben viel Kraft. Wenn ich mich nicht von der Negativität auffressen lasse, sondern diese Gefühle nutze, um voran zu kommen, kann ich sie in Umsetzungs-Energie verwandeln.

Was bedeutet das konkret?

  • Frage dich, bei Vorbildern und Anti-Vorbildern, was für Eigenschaften hätte ich auch gerne?
  • Mache eine ehrliche Inventur, wo du stehst und wo du hin willst.
  • Nimm deine Gefühle wahr und akzeptiere, dass du auch ab und zu neidisch, missgünstig und frustriert bist. Alle Gefühle haben ihre Berechtigung. Auch die Negativen. Deswegen musst du ja nicht zum Jammern und Motzen anfangen. Nur wahrnehmen, akzeptieren und dann umwandeln mit der Frage: „Was will ich wirklich?“ 
  • Was tun diese Vorbilder, was du dich nicht traust? Was davon willst du auch tun? Wie könnte das gehen?
  • Was tun die Anti-Vorbilder, was dich ankotzt? Schau ehrlich hin, wo du das vielleicht auch tust. Und dann hör auf damit!
  • Feigheit, Faulheit, Eitelkeit sind die Top-3 Erfolgsverhinderer. Über Anti-Vorbilder zu lästern ist eitel. Sich selbst als edel, ehrlich, spirituell und so viel toller darzustellen, bringt dich (und mich) nicht weiter.
  • Mach dir bewusst, dass du wohl auch so wärst, wenn du das Leben dieser Menschen gelebt hättest. Wir wissen nie, was jemanden antreibt, was er bisher erlebt hat und warum jemand so ist, wie er ist.

Vorbilder – ja, oder nein?

Dieser Artikel ist anlässlich einer Blogparade entstanden. Ich habe einige Artikel zum Thema Vorbilder gelesen. Von „ich will kein Vorbild sein“, über „ich habe keine Vorbilder und will auch keine“ bis zu„warum Vorbilder wichtig sind“.

Was denn nu?

Ich glaube, durch positive Vorbilder kommen wir voran. Alte Denkmuster und verkrustete Überzeugungen werden aufgebrochen, wenn es Menschen gibt, die neue Ideen leben und verwirklichen.

  • Jemand ist erfolgreich, glücklich, entspannt und authentisch? Wunderbar! Mehr davon!
  • Eine Mutter liebt ihre Familie und startet mit eigenem Business durch? Großartig!
  • Paare leben individuelle Beziehungsformen und zeigen, dass sogar offene Beziehungen erfüllt sein können. Wie schön!
  • Jeder, der wirklich glücklich ist (anstatt getrieben), ist in meiner Welt ein Vorbild.

Du kannst nur für dich selbst herausfinden, ob Vorbilder, Anti-Vorbilder oder gar keine Vorbilder dir helfen, deine Ziele zu erreichen. Wenn dich ein Vorbild motiviert, such dir eins. Motivieren dich Anti-Vorbilder, davon gibt es genug. Du bist dein eigenes Vorbild? Prima! Es ist DEIN Leben.

Ich stelle mir stets die Fragen:

  • Wie sehr kann ich strahlen, um diese Welt heller zu machen?
  • Wie ehrlich bin ich mir selbst gegenüber, wenn ich nicht strahle? Und kann ich selbst damit klar kommen, ohne meine Laune an anderen auszulassen?
  • Wie kann ich jeden Tag mehr Liebe in die Welt tragen und dabei ehrlich bleiben?
  • Wie lustig, authentisch, begeistert, liebevoll, energiegeladen, erfolgreich kann ich sein, um ein positives Vorbild zu sein? Wie schaffe ich es glücklich zu sein?
  • Wie kann ich mit meinem eigenen Leben andere dazu ermutigen, ihr Lieblings-Leben zu führen? 
  • Wie kann ich als Mama sicherstellen, ein lebenswertes und authentisches Vorbild für meine Kinder zu sein?

Denn eins ist sicher, ob du nun Vorbild sein willst, oder nicht, deine Kinder werden wie du. Bist du so witzig, entspannt, liebevoll und erfolgreich, wie du dir das für deine Kinder wünschen würdest? Lebst du die Beziehung,die deine Kinder später mal leben wollen? Und vor allem: Bist du ehrlich? Passen dein Denken, Fühlen und Handeln zusammen? Das lernen unsere Kinder von uns!

Bist du ein Mensch, der die Welt zu einem lebenswerten Ort macht (und nicht nur darüber predigt)? Bist du ein Mensch, der viel lacht, von Herzen liebt, Komplimente macht, Begeisterung und Energie verschenkt? Ja? Dann mehr davon!

Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst

Melanie

Dieser Artikel ist ursprünglich erschienen auf www.melanie-mittermaier.de

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