Foto: Youtube

Warum der Schauspieler David Schwimmer 6 Kurzfilme über sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz gedreht hat

Schon als Kind bekam er mit, wie seine Mutter sexuell belästigt wurde, für seine eigene Tochter wünscht sich David Schimmer eine andere Arbeitswelt: Mit der Kampagne #ThatsHarassment will er auf das Problem sexueller Übergriffe am Arbeitsplatz aufmerksam machen.

 

#MeToo war erst der Anfang

Gemeinsam mit der Regisseurin und Drehbuchautorin Sigal Avin hat David Schwimmer, den viele aus der Serie „Friends“ kennen, Situationen von sexuellen Übergriffen in sechs Kurzfilme umgesetzt. Eine davon beschreibt Avins eigene Erfahrungen. Ein wiederkehrendes Motiv der Filme: Männer in höheren Positionen, die ein ungleiches Machtverhältnis ausnutzen. Mal ist es der Chef, ein anderes Mal ein Arzt, der durch angebliches Wohlwollen Frauen in Situationen bringt, in denen diese nicht sofort merken, worauf die Männer hinauswollen. Einer der Filme zeigt eine Kellnerin mit ihrem Kollegen am Arbeitsplatz, der anscheinend versucht, sie vor übergriffigen Gästen zu schützen, und in Wirklichkeit versucht, sich sexuell an ihr zu vergreifen. Auch David Schwimmer selbst spielt in einem dieser Filme mit. 

In den Filmen soll genau jener Moment eingefangen werden, in dem eine Situation kippt und die Stimmung sich verändert. Den betroffenen Frauen soll eine Stimme gegeben und auch die Arbeitgeber zum Handeln aufgefordert werden. Für David Schwimmer gibt es nämlich immer noch zu viele Männer, die stillschweigend zuschauen. Eine Veränderung könne erst passieren, wenn auch ein Dialog entsteht und dabei sollten sich auch Männer angesprochen fühlen, sagte er der New York Times.

Eine bessere Welt für die sechsjährige Tochter

Schwimmer engagiert sich seit 15 Jahren für Stiftungen, die sich für Betroffene von sexueller Gewalt einsetzen. Bereits als Kind und im späteren Leben habe er immer wieder miterleben müssen, wie seine Mutter, seine Schwester, Freundinnen und Kolleginnen sexuell belästigt wurden. In so einer Welt wolle er seine sechsjährige Tochter nicht aufwachsen sehen, sagte Schwimmer im Interview.

Die Kurzfilme sind Teil der Kampagne „ThatsHarassment“, mit der Opfer und bisher passive Beobachter ermächtigt werden und Arbeitgebern Instrumente an die Hand gegeben werden sollen, um für eine sichere Arbeitsumgebung zu sorgen. Um viele Menschen zu erreichen, strahlen große amerikanische Sender wie CBS und Fox und auch Amazon Prime die Clips aus. Auch in New Yorks Taxis werden sie gezeigt. Außerdem haben Schwimmer und Avin in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Werbeagentur Ad Council eine Hotline für Opfer und einen Leitfaden für Arbeitgeber erarbeitet, um sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz zu verhindern.

Wer sich die Kurzfilme selbst anschauen möchte, kann das hier tun:

Quelle: youtube

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